Schmetterling
Besser als Edelsteine: Tagfalter
Tagpfauenaugen überdauern als erwachsene Tiere zur Eiablage den Winter. Man beachte die augenähnliche Zeichnung auf den Flügeln, mit denen er Vögel abschrecken soll (Foto: natdet)
Auch Zitronenfalter überwintern im Unterschied zu den meisten Schmetterlingsarten vor der Eiablage. Deshalb gehört er im Frühjahr zu den ersten Schmetterlingen (Foto: natdet)
Schmetterlinge sind die ausgesprochenen Lieblinge von ganz vielen Naturdetektiven, aber die meinen eigentlich nur eine Gruppe von der Gesamtheit der Schmetterlinge. „Tagfalter“ nennt man Schmetterlinge aus unterschiedlichen Familien, die tagsüber fliegen und dadurch gut beobachtet werden können. Meist fliegen sie in typischem Taumelflug; das hat Vorteile, weil ihre Flugbahn -ähnlich dem Hasen beim Haken schlagen - von Vögeln so viel schlechter abgeschätzt werden kann. Das Taumeln ist also ein echter Überlebensvorteil und hat sich bei vielen Arten durchgesetzt. Die andere große Gruppe der Schmetterlinge, die Nachtfalter und Motten, sind weit weniger beliebt. Wir wollen uns heute mit den Tagfaltern beschäftigen, die uns allen auch wesentlich geläufiger sind.
Schön und auch praktisch?
Tagschmetterlinge sind anders als die Mehrzahl der Nachtfalter farbenprächtige Wesen. Aber auch die von uns Menschen so empfundene vermeintliche Schönheit und Farbenpracht hat ihre praktischen Gründe. Zum Beispiel trägt die Färbung von sehr vielen Schmetterlingsarten dazu bei, dass sich die Kontur des fliegenden Insekts in der Luft gleichsam auflöst (Landkärtchen, Schillerfalter). Andere Schmetterlinge tragen große Augen auf der Flügeldecke (Tagpfauenauge), die sie in Ruhestellung zugeklappt lassen und bei Gefahr ruckartig öffnen. Forscher deuten das so, dass sie dem angreifenden Vogel unvermittelt ein Gesicht mit großen Augen präsentieren, dass ihn abschrecken soll. Bei wieder anderen Arten ist die farbliche Gestaltung der Flügel so angeordnet, dass von angreifenden Vögeln vorne und hinten verwechselt wird. Man sieht bei einigen Arten häufiger einen angepickten Hinterflügel. Der Schmetterling selbst hat aber den Angriff überlebt. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Vogel den Blitzstart des Schmetterlings falsch eingeschätzt hat.
Sammeln von Schmetterlingen

Wissenschaftliche Schmetterlings- und Käfersammlungen bilden ein wichtiges Arbeitsinstrument zur Beschreibung und taxonomischen Einordnung von Arten.
Früher gab es eine Modeerscheinung, als Hobby das Sammeln von Schmetterlingen auszuüben. Oftmals wurden diese begeisterten Schmetterlingsjäger von der übrigen Bevölkerung verständnislos belächelt. Aber diese Sammlungen begründeten einen heute durchaus modernen Wissenschaftszweig, die Entomologie, und sie erfüllen zum Teil noch heute ihren wissenschaftlichen Zweck, nämlich den der vergleichenden Feldforschung. Taxonomische Beziehungen, Varietäten, Raritäten, regionale Besonderheiten und Zeichnungsunterschiede können so anhand alter und neuerer Sammlungen sehr gut dokumentiert und miteinander abgeglichen werden. Aber es ist heute nicht mehr angemessen, dass jeder Schüler seine eigene Sammlung anlegt. Dazu sind die meisten Tagfalterarten zu sehr unter Druck geraten. Zwar nicht durch die Sammler, sondern durch Zerstörung ihrer Lebensräume und /oder Störung ihrer ungestörten Entwicklung durch geänderte Bewirtschaftungsweisen im bäuerlichen Umfeld. Das hat manche Arten an den Rand des Aussterbens gebracht. Aber das gezielte Sammeln würde die Problematik noch zusätzlich verschärfen und es könnte ein begeisterter Sammler sein, der den letzten Apollofalter auf seine Nadel spießt!
Von daher ist es heute per Artenschutzverordnung nicht mehr möglich, alle Schmetterlingsarten komplett zu besammeln. Aber heue gibt es ja viel bessere Sammelmethoden: mit Fotos!
Schmetterlinge gelten heute als gut zu beobachtende Bioindikatoren, d. h. sie vermögen Auskunft darüber zu geben, wie intakt ein bestimmter Lebensraum tatsächlich ist. Treten Zerfallserscheinungen auf, reagieren Schmetterlingspopulationen meist sehr empfindlich darauf. Der Entomologe erkennt an der Populationsentwicklung sehr genau, ob ein Lebensraum noch alle Ansprüche erfüllt oder nicht.
Zur Gruppe der Tagfalter gehören folgende Familien:
- Bläulinge (Lycaenidae) / mit Unterfamilie Würfelfalter (Riodininae)
- Dickkopffalter (Hesperiidae)
- Ritterfalter (Papilionidae)
- Edelfalter (Nymphalidae) /mit Unterfamilie Augenfalter (Satyrinae)
- Weißlinge (Pieridae)
- Widderchen sind zwar auch tagaktiv, gehören aber eigentlich in die Systematik der Nachtfalterfamilien.















