NaturSportInfo Startseite Kontakt Impressum Inhalt Französisch Français
 
Good Practice Beispiele
 
Erstellt durch:
Margit Mönnecke und Karin Wasem, FTL-HSR
Die auf der folgenden Seite aufgeführten Beispiele beziehen sich auf die Situation in der Schweiz.

Good Practice Beispiel

Orientierungsläufer
Orientierungsläufer
Quelle:Download 31.01.08 © solv.ch


Steckbrief Fallbeispiel Schweizer OL-Verband (SOLV)

Ort

Gesamte Schweiz

Problem

Beeinträchtigung von Flora und Fauna und schutzwürdiger Lebensräume durch OL-Veranstaltungen.

Am Prozess beteiligte Akteure

Schweizerischer OL-Verband (Swiss Orienteering), Kommission OL + Umwelt, BAFU, OL-Vereine, Regionalverbände, andere Organisationen, Ehrenmitglieder, Sponsoren, lokale Behörden (v.a. Wildhüter, Forstbehörden), Waldeigentümer, Jagdgesellschaften, Naturschutzorganisationen.

Lösungsansatz/Massnahmen

Flyer (Massnahmenkatalog), Ruhezonen, Sperrgebiete, korridorartige Laufanlagen und Gebiete mit divergierenden Laufrichtungen, Freiflächen, Förderung des öffentlichen Verkehrs, Erfolgskontrolle.

Zeitlicher Ablauf

Laufende Umsetzung der Massnahmen bei OL-Veranstaltungen

Links

Internet:

OL-Materialstelle
Kommission OL & Umwelt

Studien:
  • „Einfluss des Orientierungslaufes auf Fauna und Flora", Studie des Büro Oekogeo AG, Swiss Orienteering, 1991 (560 Seiten)
  • Kurzfassung der Oekogeo-Studie, Swiss Orienteering, 1991 (50 Seiten)
  • „Auswirkungen von OL-Veranstaltungen auf die Vegetation von Flachmooren", Erwin Leupi, ANL Luzern, Swiss Orienteering, 2000.

Fallbeispiel Schweizer OL-Verband (ausführliche Variante)

Ausgangslage

OL ist eine Natursportart, die im Freien stattfindet: in Wäldern, auf Alpwiesen, in Parks und in besiedelten Gebieten. Es gilt daher, OL-Anlässe umweltschonend durchzuführen, sensible Gebiete zu meiden, Wildruhezonen auszuscheiden, die Postenstandorte sorgfältig auszuwählen und auf gefährdete Tier- und Pflanzenarten besondere Rücksicht zu nehmen.

Der Schweizerische OL-Verband (Swiss Orienteering) ist sich dieser Verantwortung bewusst und kennt seit vielen Jahren verbindliche Massnahmen und Empfehlungen für die Herstellung von OL-Karten, die Planung und Durchführung von Wettkämpfen sowie für die Bahnlegung. Als einer der ersten Schweizer Sportverbände liess der OL-Verband wissenschaftliche Untersuchungen zur Umweltverträglichkeit der eigenen Sportaktivität durchführen:

  • 1991: Die Studie von Oekogeo Schaffhausen „Einfluss des Orientierungslaufes auf Fauna und Flora" zeigte auf, dass die Einflüsse von OL-Veranstaltungen auf die Vegetation sehr klein sind und die Störungen von Wildtieren mit geeigneten Massnahmen stark reduziert werden können. ( Kurzfassung der Oekogeo-Studie, Swiss Orienteering, 1991, 50 Seiten)
  • 2000: Die Studie vom ANL Luzern „Auswirkungen von OL-Veranstaltungen auf die Vegetation von Flachmooren" kommt zum Ergebnis, dass keinerlei Vegetations- oder Bodenverletzungen nachgewiesen werden konnten.

Problemstellung/Art des Konfliktes / Positionen

OL-Veranstaltungen können negative Auswirkungen auf Flora und Fauna haben:
  • Stresssituationen beim Schalenwild. Folgen: Abgänge, Verkehrsunfälle, zusätzliche Verbissschäden an Forstkulturen und geschützte Pflanzen.
  • Störung, Gefährdung und Beeinträchtigung der Fortpflanzung von Schalenwild und Avifauna durch OL-Anlässe während der Brunft- und Setzzeiten.
  • Bestandesgefährdungen von Rehwildpopulationen in agglomerationsnahen Wäldern.
  • Provokation von Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen durch Schwarzwild.
  • Schäden an geschützten Pflanzenarten, insbesondere beim Belaufen von Feuchtgebieten.
  • Trittschäden in Feuchtgebieten (v.a. Hochmoore) mit nachhaltigen Folgen für den Wasserhaushalt und die zukünftige Vegetationsentwicklung.
  • Folgebelastungen v.a. in Gebieten mit neuen OL-Karten und gleichzeitiger touristischer Attraktivitäten durch Wiederaufsuchen der Laufgebiete zu Trainingszwecken.

Am Prozess beteiligte Akteure

Bei der Herstellung von OL-Karten, der Planung und Durchführung von Wettkämpfen sowie bei der Bahnlegung sind jeweils verschiedene Akteure beteiligt: z.B. Swiss Orienteering, Kommission OL und Umwelt, Swissolympic, OEKOGEO AG Schaffhausen, BAFU, OL-Vereine, Regionalverbände, andere Organisationen, Ehrenmitglieder, Sponsoren, lokale Behörden: v.a. Wildhüter, Forstbehörden, Waldeigentümer, Jagdgesellschaften, Naturschutzorganisationen.

Lösungsansatz/Massnahmen

Flyer als Massnahmenkatalog:
Bezugsadresse des Flyers: OL-Materialstelle, Altlandenbergstr. 40,
8494 Bauma, Tel. ++41 (0)52 397 12 12, www.ol-materialstelle.ch

Ruhezonen:

Ruhezonen geben dem Wild die Möglichkeit, sich den Störungen zu entziehen. Auf der Karte sind diese als Sperrgebiete ausgeschieden. Sie werden in Absprache mit der Wildhut für jeden Wettkampf neu festgelegt.

Korridorartige Laufanlagen und Gebiete mit divergierenden Laufrichtungen:
Kleinhaltung der Laufgebiete durch korridorartige Bahnlegung. An Kreuzungen der Korridore befinden sich Postennester.

Markierung von Sperrgebieten:
Markierung der als Sperrgebiete ausgeschiedenen Naturschutz- und Landwirtschaftsflächen auf der OL-Karte sowie wo nötig im Gelände (Absperrungen). Die Sperrgebiete dürfen von den Läufern weder während des Trainings noch im Wettkampf betreten werden. Bei Missachtung des Betretungsverbotes erfolgt die Disqualifikation.

Freiflächen:
Freiflächen sind Gebiete, die nicht als Sperrgebiete markiert sind, aber vom Wettkampf nicht tangiert werden (z.B. Flächen zwischen dem Laufgebiet und einer Strasse). Sie bieten fliehendem Wild ruhige Gebiete, bevor es die Strasse überquert.

Öffentlicher Verkehr:
Die maximale Entfernung des Besammlungsortes von einer ÖV-Haltestelle beträgt 2 km. Andernfalls hat der Veranstalter einen Transport anzubieten.
Läufer können z.B. durch Ermässigung des Startgeldes bevorzugt werden, wenn sie mit ÖV anreisen. Zudem könnte eine Parkgebühr für Privatautos zu umweltverträglicherer Anreise beitragen.

Prix Ecosport und Prix eco-OL:
Preise zur Förderung von umweltfreundlich organisierten OL-Veranstaltungen. Sensibilisierung der OL-Läufer für eine umweltfreundliche Ausübung Ihrer Sportart. (Link: http://www.o-l.ch/solv/umwelt/dok/DerUmweltfreundlicheOL_SOLV2007.pdf)

Erfolgskontrolle:
Kontrollen zur Wirksamkeit der korridorartigen Bahnlegung, Ruhezonen und Freiflächen, sowie Erstellung einer Statistik über Wildunfälle im Zeitraum 7 Tage vor bis 7 Tage nach einer OL-Veranstaltung.




nach obenzurück

   
   
 
 
  Navigation in der Toolbox
 
   
   
   
   
   
   
   
 
 
   
   
 
 
   
   
   
   
 
 
 
    Unterstützt von:
    TRANSA<br>Raus. Aber richtig.