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Text:
Joachim Fischer & Martina Porzelt |
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Klettersport
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Frau am Kletterfelsen © Michael Pütsch
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Klettersport wird seit ca. 100 Jahren überwiegend in
den Alpen und Mittelgebirgen ausgeübt und hat sich heute
zu einer Sportart mit einer weiten Verbreitung
entwickelt. Die Geschichte dieses
Sports hat ihren Ursprung im alpinen Bergsteigen. Aufgrund
der sich verbessernden Technik im Bereich der Sicherung wurde
das Klettern im Laufe der Zeit zu einer Breitensportart. Die
Auswahl der Kletterfelsen erfolgt anhand der Ansprüche
der Sportler z.B. an den Naturraum.
Der besondere Reiz des Sports liegt v.a. im hohen Naturerlebniswert.
Wichtig für den Sportler sind bestimmte Voraussetzungen,
wie z.B. eine ausreichende körperliche Fitness mit einer
fundierten Ausbildung. Im Laufe der Jahre haben sich diverse
Varianten des Klettersports, wie
z.B. das Frei- oder Eisklettern, herausgebildet.
Der Fels gehört zu den empfindlichen Lebensräumen,
in denen vielen seltene Tier- und Pflanzenarten (Uhu, Wanderfalke,
Moose etc.) vorkommen. Die zunehmende Zahl an Kletterern,
denen nur eine begrenzte Anzahl an Felsen zur Verfügung
steht, führt in einigen Gebieten zu einer hohen Nutzungsintensität.
Hier kann es zu nachhaltigen Störungen der Tiere und
Pflanzen kommen.
Lenkungskonzepte, die von beiden Seiten erarbeitet wurden,
dienen dem Schutz der Natur und sichern die Klettermöglichkeiten.
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| Beschreibung
der Sportart |
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Sportausübung |
Geklettert wird in den Alpen und an den Mittelgebirgsfelsen
seit weit über 100 Jahren. Bei der Erforschung der Hochgebirge
war das Klettern eine notwendige Begleiterscheinung, entwickelte
sich mit der Zeit aber immer mehr zur abenteuerlichen Herausforderung
für Individualisten und später hin zum heutigen
Freizeitsport. Klettersport wird in allen Hoch- und Mittelgebirgen
ausgeübt. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Variationen
herausgebildet, die immer auch mit einer entsprechenden Entwicklung
und Verfeinerung der Ausrüstung einhergingen. |
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- Voraussetzungen:
Eine Altersbegrenzung gibt es nicht, da jeder den Sport
im Rahmen seiner persönlichen Fähigkeiten ausüben
kann. Allerdings empfiehlt sich eine theoretische und praktische
Ausbildung, um sich mit den vielfältigen Sicherungs-
und Klettertechniken vertraut zu machen. Eine Tauglichkeitsbescheinigung
ist nicht erforderlich, wohl aber ein Partner, von dessen
Fähigkeiten und Kenntnissen man überzeugt ist,
denn schließlich vertraut man ihm das eigene Leben
an.
Klettern erfordert körperliche und geistige Fitness,
sowie eine gute Einschätzung des persönlichen
Leistungsvermögens. Des weiteren kommen eine Reihe
von psychischen und sozialen Aspekten zum tragen wie Konzentrationsvermögen,
Selbstwahrnehmung, Umgang mit Angst und Selbstüberschätzung,
Sensibilität für die eigenen sowie für die
Grenzen des Kletterpartners, Teamfähigkeit, Rücksichtnahme
und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
- Reiz und Einfluss der Natur auf den
Kletterer:
Der besondere Reiz des Kletterns liegt im Verlassen des
"normalen, festen Bodens", im "Spiel mit
der Schwerkraft" und der Auseinandersetzung mit der
selbstgestellten Aufgabe, eine Felswand auf einer naturgegebenen,
selbst ausgesuchten Linie zu durchsteigen. Felsen und Felswände
sind im allgemeinen in eine besonders attraktive Landschaft
und ein natürliches bzw. sehr naturnahes Umfeld eingebettet,
so dass der Klettersport mit einem sehr hohen Naturerlebnis-
und Erholungswert verbunden ist. Eine große Anziehungskraft
üben von daher Felsen aus, nach deren Erkletterung
man zusätzlich durch den Genuss einer prächtigen
Aussicht belohnt wird.
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Geschichte |
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Klettergruppe beim Naturathlon 2004 © Michael Pütsch
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Entwickelt
hat sich das Klettern aus dem alpinen Bergsteigen, das 1789
mit der ersten Ersteigung des Montblanc-Gipfels begann. Zunächst
wurden nach und nach die Gipfel der Alpen auf den leichtesten
Wegen bestiegen ("Eroberungsalpinismus"), die in
der Regel über Gletscher und Grate sowie durch Rinnen
führten. Danach wurden die nächst schwierigeren
Aufstiege angegangen, bis schließlich die Durchsteigung
der Wände als Herausforderung übrig blieb. Solche
Unternehmungen erforderten aber zunehmend eine Steigerung
der klettertechnischen Fähigkeiten und somit ein entsprechendes
Training.
Möglichkeiten für ein solches Training boten sich
an den nahe gelegenen Felsen der Mittelgebirge oder der Voralpen,
die somit ab Mitte bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts ins
Blickfeld der Alpinisten rückten. Mit der dann zunehmenden
Steigerung der bewältigten Schwierigkeiten ging auch
die Entwicklung von Sicherungstechniken einher. Lange Jahre
diente zunächst nur das vom Kletterpartner gehaltene
Hanfseil, das hinter Felszacken entlang geführt wurde,
zur Sicherung des Vorsteigenden. Erst viel später folgten
die ersten Formen von Haken, die in Felsritzen und -löcher
geschlagen wurden. Zur Sicherung musste sich der Vorsteigende
aus dem Seil ausbinden, dieses durch die Hakenöse fädeln
und sich dann wieder einbinden. Das war natürlich nicht
nur gefährlich, sondern auch umständlich. Den Durchbruch
brachte dann die Verwendung von Karabinern ("Karabinerhaken"),
ovale Stahlösen, die sich mittels eines speziellen Mechanismus
("Schnapper") öffnen und schließen lassen.
Mittels Haken und Karabiner, deren Formen und damit Einsatzmöglichkeiten
nach und nach weiterentwickelt und verfeinert wurden, konnten
immer schwierigere Felswände der Alpen und Mittelgebirge
durchstiegen werden. In diesem Zuge entwickelte sich auch
das "Technische Klettern", bei dem
zunächst Haken und Karabiner, später dann auch kurze,
in die Haken eingehängte Strickleitern zur Fortbewegung
dienten. In den 1960er Jahren des vergangenen Jahrhunderts
gipfelte diese Entwicklung schließlich in überwiegend
technischen Kletterrouten, die dem Ideal der "Linie des
fallenden Tropfens" möglichst nahe kamen, den sogenannten
"Direttissimas". Letztendlich stellte das technische
Klettern jedoch eine Sackgasse dar, weil keine Steigerungen
der bewältigten Schwierigkeiten erfolgten. Kam man ohne
Fortbewegungshilfen nicht mehr weiter, so wurden eben Haken
geschlagen, waren keine Strukturen im Fels dafür vorhanden,
so bohrte man ein kleines Loch und platzierte in diesem einen
Bohrhaken. Damit ließ sich auch die glatteste, abweisendste
und überhängendste Felswand bewältigen, es
war nur eine Frage von Material- und Zeitaufwand.
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Klettergarten bei Meiringen in der Schweiz © Markus Ruff
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Ab Mitte der 1970er Jahre wendeten sich die ersten Kletterer
von dieser Art der Kletterei ab und stellten sich die freie
Begehung von bis dahin technischen Kletterrouten als Aufgabe.
Dabei wurde das Seil zwar zur Sicherung in die Haken eingehängt,
jedoch auf die Verwendung derselben als Fortbewegungshilfen
ganz bewusst verzichtet. Zur Durchkletterung der Route wurden
ausschließlich nur die im Fels vorhandenen natürlichen
Strukturen benutzt. Der Gedanke des Freikletterns
griff schnell Raum und immer mehr Kletterer begriffen die
sportliche Herausforderung, welche dieses beinhaltete. Galt
zuvor noch der 6. Grad als das äußerst menschenmögliche,
so musste die Schwierigkeitsskala nun nach oben geöffnet
werden. Entsprechend anderer Sportarten wurde das gezielte
Training als Grundlage zur Steigerung des eigenen Klettervermögens
erkannt, was gerade zu eine Leistungsexplosion nach sich zog.
War noch 1977 der ersten Kletterroute offiziell der siebte
Schwierigkeitsgrad zuerkannt worden, konnte das Niveau in
nur 6 Jahren bis zum unteren 10. Grad gesteigert werden. Der
11. Grad wurde dann weltweit erstmalig 1993 in der Fränkischen
Schweiz geklettert und stellt auch heute noch den bislang
höchsten Schwierigkeitsgrad im Sportklettern dar.
Zugleich entdeckte man die ganz kleinen Felsen als hervorragendes
Übungsterrain für klettersportliche Aufgabenstellungen.
Quasi in Absprunghöhe über dem Boden, ohne störende
Ausrüstungsgegenstände und Angst vor einem Sturz,
können an diesen die komplexesten Bewegungsabfolgen geübt
und höchste Schwierigkeiten geklettert werden. Das "Bouldern"
(Boulder = Felsblock) hat sich mittlerweile zu einer schon
fast eigenständigen Disziplin des Klettersports, mit
einer eigenen Schwierigkeitsskala entwickelt. Überträgt
man die beim Bouldern bereits gekletterten Schwierigkeiten
in die Bewertungsskala des Sportkletterns,
so bewegen sich diese momentan bis in den 12. Grad hinein.
Parallel zur Entwicklung des Freikletterns in den Mittelgebirgen
wurde auch mit der "Befreiung" der bis dahin technisch
gekletterten Routen in den Alpen begonnen und dort das gesteigerte
Können in die großen und kleinen Wände übertragen.
Eine Entwicklung, die selbst vor den Bergen der Welt mit ihren
ganz großen Wänden nicht halt machte und dort mit
zunehmendem Erfolg praktiziert wird.
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Verbreitung der Sportart |
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Kletterer bei Meiringen in der Schweiz © Markus Ruff
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Das
Klettern erfreut sich seit etwa 1990 zunehmender Beliebtheit,
zumal vermehrt Personen über die in den letzten Jahren
entstandenen künstlichen Kletteranlagen (Kletterhallen
und Außenanlagen) mit dem Sport in Berührung kommen.
Jedoch bestehen zwischen dem Klettern in der Halle und draußen
am Naturfels erhebliche Unterschiede, denn der Naturfels verlangt
ein erhebliches Mehr an psychischer Stärke, an Kreativität
zum Erkennen der Bewegungsabläufe sowie an Kenntnissen
und Erfahrungen mit den verschiedenen Sicherungs- und Klettertechniken.
Entsprechende Ausbildungsangebote gibt es in vielen Sektionen
des Deutschen Alpenvereins oder des Schweizer Alpen-Clubs, mittlerweile
recht zahlreichen privaten Kletterschulen sowie den Naturfreunden
Deutschland und Schweiz.
Vertreten wird der Klettersport in Deutschland vom Deutschen
Alpenverein e.V. (DAV: rund 670.000 Mitgliedern Stand 2004)
und der Interessengemeinschaft Klettern (IG Klettern), in der
Schätzungen zufolge rund 6000 aktive Kletterer organisiert
sind (Stand 2004). Nach Erhebungen des Deutschen Alpenvereins
im Jahre 1998 wurde eine Gesamtzahl an Felskletterern von bundesweit
etwa 76.500 Personen abgeschätzt, wobei sich der Organisationsgrad
auf ca. 70% belief, so dass von etwa 23.000 unorganisierten
Kletterern auszugehen war. Nicht berücksichtigt wurde dabei
die Zahl von Kletterern, welche ihren Sport ausschließlich
an künstlichen Anlagen ausüben.
In der Schweiz vertritt der
Schweizer Alpen-Club
(SAC) die Interessen der Sportkletternden. Der SAC fördert
sowohl den Leistungssport (Sportkletterwettkämpfe) wie
auch den Breitensport. Er bildet Trainer und Leiter aus, unterstützt
die Entwicklung von Technik und Material und vermittelt bei
Konflikten zwischen Naturschützern und Sportkletterern.
Der Schweizer Alpen-Club ist mit rund 108'000 Mitgliedern in
111 regionalen Sektionen einer der grössten Sportverbände
in der Schweiz, wobei das Sportklettern nach dem Wandern und
Skitourengehen erst an dritter Stelle bei der Ausübungshäufigkeit
kommt. Mit dem Kletterhallen-Boom der letzten 10 Jahre ist der
Organisationsgrad des Sportkletterns gesunken. In der Schweiz
rechnet man mit rund 40’000 aktiv Kletternden in der einen
oder andern Form. Wegen der grossen Attraktivität der Klettergebiete
in den Alpen kommen sehr viele Gäste aus allen europäischen
Ländern, hauptsächlich aber aus Deutschland, regelmäßig
in die Schweiz zum Klettern.
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| Naturraum |
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Ansprüche an den Naturraum |
| In erster Linie sind für Kletterer
Felsen bzw. Felswände attraktiv, die möglichst festes
Gestein und zugleich wenig oder gar keinen Bewuchs aufweisen.
Von großer Bedeutung hinsichtlich der Frequentierung
eines Klettergebietes ist dessen Größe, d.h. die
Zahl an Einzelfelsen bzw. Felsfläche und der vorhandenen
Kletterrouten. Einen weiteren Faktor stellt die Infrastruktur,
also die Erreichbarkeit mittels eigenem Fahrzeug und öffentlichen
Verkehrsmitteln, die Parkplätze und Übernachtungsmöglichkeiten
sowie die Länge des Zustiegs und die Beschaffenheit der
Felsfußbereiche dar. |
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Auswirkungen |
| Zu Beeinträchtigungen der Natur in Klettergebieten
kommt es in der Regel nicht durch Einzelne, sondern erst bei
häufiger Frequentierung durch viele Kletterer. Insbesondere
eine mangelnde Sensibilisierung der Kletterer hinsichtlich
der naturschutzfachlichen Gegebenheiten spielt dabei eine
beachtliche Rolle. Zu den Beeinträchtigungen zählen
Trittschäden an Pflanzen und Bodenerosion im Zugangsbereich,
am Felsfuß und auf den Felsköpfen. Des Weiteren
können felsbrütende
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Kletterfelsen © Michael Pütsch
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Vogelarten
so stark gestört werden, dass diese ihren Brutplatz aufgeben.
Gestört werden des Öfteren aber auch Anwohner, Land-
und Forstwirtschaft, insbesondere durch falsches Parkverhalten,
Littering und wildes Campieren.
Da einer zunehmenden Zahl von Kletterern nur eine begrenzte
Anzahl von Felsen gegenüber steht, kam es aufgrund zunehmender
Beeinträchtigungen in der Vergangenheit in ganz Deutschland
und in einigen Regionen der Schweiz (vor allem Basler Jura)
zu teilweise erheblichen Konflikten zwischen Klettersport
und Naturschutz. Diese Konflikte mündeten in der Regel
in eine oft gemeinsame Erarbeitung von gebietsbezogenen Kletterkonzeptionen
(s.
Link-Verzeichnis
Klettern), durch die Kletterverbände und die zuständigen
Naturschutzvertreter. In diesen Konzeptionen wurden die zum
Klettern freigegebenen und die gesperrten Felsen und Felsbereiche
festgelegt. Darüber hinaus wurden Maßnahmen vereinbart,
um eine Reduzierung der entstandenen und eine Verhinderung
potentieller Beeinträchtigungen zu gewährleisten:
• Kanalisierung der Kletterer durch Lenkungsmaßnahmen
(Befestigung bzw. Rückbau von Zuwegungen, Wandfußpfaden,
Auf- und Abstiegen),
• Verzicht auf das Aussteigen auf botanisch empfindliche
Felsköpfe (Setzen von Umlenkhaken) ,
• Kennzeichnung von Felsen und Felsbereichen, die nicht
beklettert werden sollen,
• Information der Kletterer (Aufstellen von Informationstafeln
vor Ort, Info-Broschüren, Darstellung der Regelungen
in den aktuellen Kletterführern),
• Schutz seltener Greifvögel (zeitlich befristete
und gegebenenfalls auch räumlich begrenzte Sperrungen
von Brutfelsen)
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| Varianten
der Sportart |
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Freiklettern (Free Climbing) |
Freiklettern ist das seilgesicherte Durchsteigen
einer Kletterroute wobei ausschließlich das Griff- und
Trittangebot des Gesteins genutzt wird, d.h. ohne Verwendung
künstlicher Hilfsmittel zur Fortbewegung. Die im Fels vorhandenen
Haken sowie selbst angebrachte mobile Sicherungspunkt (Klemmkeile,
Schlingen), in die das Seil mittels Karabinern eingehängt
wird, dienen lediglich zur Sicherung. Sowohl beim Freiklettern,
wie auch den nachfolgend genannten Varianten wird zwischen folgenden
Begehungsarten unterschieden:
• On sight (o.s.): Die freie und zugleich sturzfreie Vorstiegsbegehung
einer völlig unbekannten Kletterroute. Das Anbringen und
Einhängen der Sicherungspunkte erfolgt aus der Kletterstellung
heraus. Ein On sight stellt somit die sportlich hochwertigste
Durchsteigungsform dar.
• Flash (fl.): Die freie und zugleich sturzfreie Vorstiegsbegehung
einer noch nicht zuvor durchstiegenen Kletterroute. Das Anbringen
und Einhängen der Sicherungspunkte erfolgt aus der Kletterstellung
heraus. Allerdings sind gewisse Bewegungsabläufe durch
die Beobachtung anderer Kletterer bekannt oder wurden einem
von jemandem erläutert.
• Rotpunkt (RP): Die freie und zugleich sturzfreie Vorstiegsbegehung
einer bereits gekletterten oder aufgrund vorherigen Ausprobierens
bekannten Kletterroute. Das Anbringen und Einhängen der
Sicherungspunkte erfolgt aus der Kletterstellung heraus.
• Pink point (PP): freie und zugleich sturzfreie Vorstiegsbegehung
einer bekannten Kletterroute, wobei die Karabiner bereits vor
der Begehung in die Sicherungspunkte eingehängt wurden.
Weil das entfernen der Sicherungspunkte aus sehr steilen (überhängenden)
Routen aufwändig und mühsam ist, hat das Anbringen
der Sicherungen aus der Kletterstellung in den letzten Jahren
an Bedeutung verloren. Heute gilt auch eine Durchsteigung einer
Route mit bereits eingehängten Schlingen als Rotpunkt-Begehung.
• En libre (e.l.): freie, jedoch nicht sturzfreie Vorstiegsbegehung
einer Kletterroute, bei der das Anbringen und Einhängen
der Sicherungspunkte aus der Kletterstellung heraus erfolgt.
Nach einem Sturz wird das Seil abgezogen, die Karabiner aber
in den Sicherungspunkten belassen. Es muss erneut vom Boden
aus gestartet werden.
• alles frei (a.f.): freie Vorstiegsbegehung einer Kletterroute,
wobei jedoch in einem oder mehreren Sicherungspunkten geruht
wird. Das Weiterklettern erfolgt nach dem Ruhen jeweils aus
der zuletzt eingenommenen Kletterstellung.
• Rotkreuz (RK) (in der Schweiz Toprope’): freie
Begehung einer Kletterroute in einem Zug, mit Seilsicherung
von oben ("toprope"), ohne an Sicherungspunkten oder
im Seil zu rasten.
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Sportklettern |
| Das Durchsteigen jedweder Kletterroute in jedweder
Form stellt letztendlich eine sportliche Leistung dar und kann
somit unter diesem Begriff verstanden werden. Im engeren Sinne
ist mit "Sportklettern" jedoch das an der Bewältigung
möglichst hoher Schwierigkeitsgrade orientierte Freiklettern
von gut abgesicherten Kletterrouten zu verstehen, für das
ein persönliches Training zur Leistungssteigerung betrieben
wird. Ausrüstung: Klettergurt, Kletterschuhe, Helm und
Seil sowie diverse Karabiner, Express-Schlingen, Abseilgerät,
Klemmkeile und Bandschlingen. |
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Alpines
Klettern |
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Unter
alpinem Klettern ist sowohl das freie als auch das technische
Klettern in den Fels- und Eiswänden der Alpen und den Gebirgen
der Welt zu verstehen, bei dem man sich den vielschichtigen
Gefahren des Hochgebirges aussetzt, wie z.B. brüchigem
Fels, schlechter Absicherung, Stein- und Eisschlag sowie den
Unwägbarkeiten des Wetters. Für die zumeist langen
Kletterrouten, mit einer Vielzahl an Seillängen benötigt
man einen vergleichsweise hohen Zeitaufwand und eine gute Kondition.
Eine genaue Tourenplanung ist bei größeren Unternehmungen
unerlässlich. Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit,
fehlerhafte Planung und unzureichende Ausrüstung führen
in der Regel zu ernsthaften Problemen. |
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Technisches Klettern |
| Das gesicherte Durchklettern von Passagen oder
ganzen Seillängen einer Kletterroute unter Verwendung vorhandener
sowie gegebenenfalls selbst anzubringender Sicherungspunkte,
welche zur Fortbewegung verwendet werden. Neben der üblichen
Ausrüstung, wie Klettergurt, Kletterschuhe, Helm und Seil
sowie diverse Karabiner, Express-Schlingen, Abseilgerät,
Haken, Klemmkeile und Bandschlingen, kommen hierbei zusätzlich
Kletterhammer, Steigklemmen, Trittleiter(n), Bohrgerät,
Meißel und gegebenenfalls ein Sitzbrett zum Einsatz. |
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Bouldern |
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Bouldern
ist das Probieren und Bewältigen von schwierigen Kletterpassagen
in Absprunghöhe, wobei in der Regel auf eine Seilsicherung
verzichtet wird. Lediglich bei höheren Boulderproblemen,
sogenannten "Highballs", kommt beim Einstudieren
der Bewegungsabläufe gelegentlich ein Seil zum Einsatz.
Ohne störende Ausrüstung und frei von Angst vor
einem Sturz kann man sich somit voll auf das gestellt Problem
konzentrieren und sich dieses quasi spielerisch erarbeiten.
Von daher eignet sich das Bouldern hervorragend zur Schulung
von Kraft und Technik. An Ausrüstung kommen lediglich
Kletterschuhe und Crashpad (faltbare "Sturzmatte")
zum tragen. |
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Eisklettern
und Mixedklettern |
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Eisklettern beim Sustenpass in der Schweiz © Markus Ruff
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Das
Erklettern gefrorener Wasserfälle erfordert spezielle Kenntnisse
und eine besondere Ausrüstung. Es stellt aufgrund der potentiellen
Instabilität der Eisgebilde und der enormen Verletzungsgefahr
im Falle eines Sturzes eine gefährliche Variante des Klettersports
dar. Das Eisklettern wurde gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts
in extreme Bereiche weiter entwickelt. Hierbei gilt es reine
Felspassagen mit am Fels hängenden, mehr oder weniger großen
Eisgebilden zu einer Kletterroute zu verbinden (Mixedklettern).
Da die zur Fortbewegung im Eis notwendigen Steigeisen und Eisbeile
nicht zwischendurch abgelegt werden können, müssen
auch die Felspassagen damit durchklettert werden ("Drytooling").
Die Absicherung erfolgt zumeist durch im Fels verankerte Haken
und Bohrhaken. Die Ausrüstung besteht im allgemeinen aus
Klettergurt, steigeisenfesten Bergschuhen, Helm, Seil, Steigeisen,
Eisbeile (kleine Pickel mit gekrümmter Haue), diversen
Eisschrauben, Karabinern und Bandschlingen sowie wasserdichter
und warmer Bekleidung.
(Eisklettern) |
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Solo/Free Solo |
| Jede Form des Kletterns kann selbstverständlich
auch allein, ohne Sicherungs- bzw. Seilpartner ausgeübt
werden. Jedoch heißt "solo" nicht, dass man
hierbei auf eine persönliche Absicherung generell verzichtet,
die zwar schwierig und aufwändig ist aber durchaus oft
zur Anwendung kommt. Daher wird allgemein zwischen "solo"
(mit zumindest teilweiser Selbstsicherung in den schwierigen
Passagen oder Seillängen) und "free solo" (ohne
jegliche Selbstsicherung) unterschieden. Die Ausrüstung
beim gesicherten Solo im Fels entspricht weitgehend dem der
jeweiligen Spielart; beim reinen "free solo" werden
in der Regel lediglich das notwendige Schuhwerk und ein Helm
verwendet. |
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Referenzen |
SCHEMEL, H.-J. & ERBGUTH, W. (2000): Sport
und Umwelt. Meyer & Meyer Verlag. Aachen.
719 S.
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Fallstudien zu Naturschutz und "Klettern": |
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Informationen zu betroffenen Tierarten:
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Lebensräume:
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Links: |
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