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Folgende Angaben beziehen sich auf die Situation in Deutschland und wurden nicht für die Schweiz angepasst.
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Zusammenfassung |
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Libelle auf einem Blatt © Klaus Peter Zsivanovits
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In
Deutschland kommen 80 Libellenarten vor, 29 Arten aus der Familie
der Kleinlibellen (Zygoptera) und 51 Arten aus der Familie der
Großlibellen (Anisoptera). Libellen sind schlanke Insekten
mit einem langen Hinterleib der bis 8,5 cm lang sein kann. Die
Flügelspannweite beträgt je nach Art zwischen 2,5
und 14 cm. Libellen haben 2 Paar Flügel die unabhängig
voneinander bewegt werden, wodurch sie ausgezeichnete Flieger
sind. Manche Arten sind sogar in der Lage rückwärts
zu fliegen oder können kurzfristige Maximalgeschwindigkeiten
bis 40 km/h erreichen.
Die Lebensräume der verschiedenen Libellenarten umfassen
langsame Fließgewässer
und verschiedenste Still-
und Moorgewässer.
Erwachsene Männchen mancher Arten verteidigen ihre Reviere
am Brutgewässer gegen Artgenossen. Die Libellenweibchen
legen ihre Eier nach der Paarung an Wasserpflanzen oder direkt
ins Wasser ab. Die Entwicklung der Libellenlarven erfolgt im
Wasser und dauert je nach Art von 2-3 Monaten bis zu 2 Jahren.
Das erwachsene Tier lebt höchstens 6 bis 9 Wochen lang.
Libellen sind Räuber. Ihre Beutetiere sind kleine Insekten
die im Flug mit den Beinen gefangen werden. Auch die Larven
leben räuberisch, wobei diese sich eher langsam fortbewegen
und auf ihre Beutetiere lauern. Ihre Mundwerkzeuge, mit denen
sie ihre Beute ergreifen, sind zu einer Fangmaske umgebildet.
Sie verspeisen kleine Vertreter des Zoobenthos
und verschmähen, wenn die Nahrung knapp wird, auch nicht
ihre Artgenossen.
Libellenlarven werden von anderen gewässerbewohnenden Tieren
gefressen. Erwachsene Libellen sind Beutetiere für Vögel.
Viele Libellenarten sind inzwischen durch Lebensraumverluste
vom Aussterben bedroht.
Libellen können nur dauerhaft geschützt werden, wenn
bestehende Libellengewässer und -moore erhalten bleiben
und geeignete Lebensraumstrukturen neu geschaffen werden.
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Systematik |
| In Deutschland kommen 80 Libellenarten
vor. Zur Familie der Kleinlibellen (Zygoptera) gehören
29 Arten, zur Familie der Großlibellen (Anisoptera) 51
Arten.
Ordnung
Odonata (Libellen) |
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Beschreibung |
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Nahaufnahme einer Libelle © Klaus Peter Zsivanovits
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Libellen
sind schlank gebaute Insekten mit einem langen, oft bunt gefärbten
Hinterleib der 1,5 bis 8,5 cm lang sein kann. Der Körper
ist wie bei allen Insekten in Kopf, Brust und Hinterleib unterteilt.
Die Flügelspannweite beträgt je nach Art zwischen
2,5 und 14 cm. Sie besitzen kräftige Mundwerkzeuge und
haben sehr große Augen, die bei einigen Arten aus bis
zu 30.000 Einzelaugen zusammengesetzt sind. Libellen haben vier
häutige Flügel die durch starke Flügelmuskeln
bewegt werden. Die Flügel sind im Querschnitt nicht eben,
sondern 'zickzackförmig' ausgebildet. Vorder- und Hinterflügel
können unabhängig voneinander bewegt werden, was die
ausgezeichnete Manövrierfähigkeit fliegender Libellen
erklärt.
Wie der Name schon sagt, lassen sich die beiden Unterordnungen
der Libellen (Klein- und Großlibellen) anhand ihrer Körpergröße
unterscheiden. Ein noch genaueres Unterscheidungsmerkmal sind
jedoch die Flügel. Die Flügelpaare der Kleinlibellen
sind gleich groß und in Ruhestellung über dem Körper
zusammengelegt, die Flügelpaare der Großlibellen
sind ungleich groß und in Ruhestellung vom Körper
abgespreizt.
Der Hinterleib ist normalerweise lang und dünn, kann bei
einigen Arten jedoch auffällig abgeplattet sein (z.B. Libellula
depressa). Ganz hinten sitzen paarige Anhänge, die
Cerci. Die Cerci der Männchen sind zu einem Greiforgan
umgebildet.
Die Larven der Libellen leben im Wasser. Ihre Mundwerkzeuge
sind zu einer Fangmaske umgebildet. Die Fangmaske kann innerhalb
von Sekundenbruchteilen ausgeschleudert werden um Beute zu ergreifen.
Die Larven der Kleinlibellen sind schmal und tragen 3 blattförmige
Anhänge (Kiemen) am Hinterleib. Großlibellenlarven
sind breiter und besitzen keine Kiemen, sondern drei Stacheln
am Hinterende, die zur Erlegung der Beute dienen.
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Verbreitung &
Lebensraum |
Libellen kommen mit Ausnahme der
Antarktis auf allen Kontinenten vor. Weltweit sind etwa 5000
Arten bekannt. Einige Vertreter finden sich sogar nördlich
des Polarkreises und in den Alpen bis in 2200 m Höhe.
Libellen sind an Gewässer gebunden, weil sie ihre Eier
ins Wasser abgelegen und dort auch die Entwicklung der Libellenlarven
stattfindet. Dabei haben die einzelnen Arten unterschiedliche
Ansprüche. Manche Libellen sind an Fließgewässer
gebunden, wobei sehr schnell fließende Bäche im allgemeinen
nicht von Libellenlarven besiedelt werden. Andere Arten leben
in und an stehenden Gewässern oder Mooren. Einige Vertreter
sind nicht besonders wählerisch. Kleine, stark zugewucherte
Tümpel werden ebenso angenommen, wie große, vegetationsarme
Seen (z.B. Blaugrüne Mosaikjungfer, Große Pechlibelle,
Frühe Adonislibelle). Die meisten Arten sind jedoch sehr
anspruchsvoll und vermehren sich nur in Gewässern, die
ihre Ansprüche z.B. an Temperatur, Nährstoffgehalt
oder Uferbewuchs genau erfüllen.
Die Jagdreviere der erwachsenen Libellen sind vorzugsweise Gebüsche,
Bäume und Hochstaudenfluren, die windschattig sind, besonnt
werden und dadurch viele Insekten beherbergen.
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Fortpflanzung |
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Kleinlibellenlarve © Michael Pütsch
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Häufig
sieht man zwei Libellen am Gewässer, die miteinander im
"Paarungsrad" oder als "Tandem" verbunden
sind. Während der Paarung ergreifen die Männchen die
Weibchen mit ihren zu Greiforganen umgebildeten Hinterleibsanhängen
am Kopf oder an der Vorderbrust. Das Weibchen biegt wiederum
seinen Hinterleib so, dass sein Körperende mit dem hinter
der Brust gelegenen Begattungsorgan des Männchens verbunden
ist. Die beiden Tiere bilden nun das sogenannte "Paarungsrad"
und können sich befruchten. Die befruchteten Eier werden
entweder auf die Wasserpflanzen, in das Pflanzengewebe oder
direkt ins Wasser abgegeben. Viele Großlibellen geben
ihre Eier im Flug ab oder stechen sie in den Schlamm hinein.
Häufig sind Männchen und Weibchen bei der Eiablage
noch verbunden ("Tandemflug").
Aus dem Ei schlüpft eine Junglarve. Die Dauer der anschließenden
Larvenentwicklung bis zum schlupfreifen Tier ist abhängig
von der Libellenart, aber auch von anderen Faktoren wie Wassertemperatur,
Nahrungsangebot und Gewässerzustand. Die Larvalentwicklung
kann bereits nach 2-3 Monaten beendet sein (z.B. Teichjungfern,
Heidelibellen), dauert normalerweise jedoch etwa 2 Jahre.
Libellen haben kein Puppenstadium. Die schlupfbereiten Larven
verlassen das Wasser und klammern sich an Stängel oder
Blätter. Die erwachsene Libelle schlüpft durch einen
winzigen Riss in der Larvalhaut. Die Haut (Exuvie) bleibt als
perfektes Abbild der Larve an der Pflanze hängen. Bei genauem
Hinschauen kann man an der Ufervegetation von Seen, Weihern
oder auch Gartenteichen häufig Libellenexuvien finden.
Die erwachsene Libelle bleibt noch eine Weile sitzen um ihre
Außenhaut (Cuticula) aushärten zu lassen und die
Flügel "aufzupumpen". Dann startet sie zu ihrem
ersten Flug, dem Jungfernflug.
Die erwachsenen Tiere leben höchstens sechs bis neun Wochen
lang.
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Verhalten |
Libellen sind ausgezeichnete Flieger.
Manche Arten sind sogar in der Lage rückwärts zu fliegen.
Kurzfristige Maximalgeschwindigkeiten bis 40 km/h sind möglich.
Zwischen den Komplexaugen der Libellen sitzen kurze, borstenförmige
Fühler, die durch Verformung im Flug als Geschwindigkeitsmesser
dienen. Für die rasanten Flugmanöver ist auch die
Fähigkeit hilfreich, innerhalb einer Sekunde bis zu 175
zeitlich voneinander getrennte Bilder wahrnehmen zu können.
Außerdem sind Libellen in der Lage, im ultravioletten
Bereich zu sehen, wodurch sie in das Wasser hineinschauen können.
Im Gegensatz zum optischen Sinn ist ihr Geruchssinn weniger
gut ausgebildet.
Die Männchen mancher Arten verteidigen ihre Reviere am
Brutgewässer gegen Artgenossen. Die Reviergröße
ist je nach Libellenart unterschiedlich groß, liegt aber
bei einigen Quadratmetern.
Die meisten Arten überwintern als Larve oder Ei im Wasser.
Eine Ausnahme sind die Gemeine Winterlibelle und die Sibirische
Winterlibelle, deren erwachsene Tiere zu Winterbeginn in Kältestarre
fallen und erst im Frühjahr wieder aktiv werden. Dabei
können sie Temperaturen bis minus 17°C ertragen. Die
erwachsenen Libellen dieser Arten werden dann auch weitaus älter
als nur einige Wochen. Sie können bis zu 11 Monate alt
werden.
Libellenlarven können bei Gefahr rasch fliehen. Großlibellen
unterstützen die Flucht indem sie Wasser aus ihrem Enddarm
ausstoßen und damit nach Art eines "Raketenantriebs"
beschleunigen. Bei den Kleinlibellen erfolgt die Flucht durch
Seitwärtsschlagen des Hinterleibs, wobei die Hinterleibsanhänge
als Ruder dienen.
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Nahrung |
Erwachsene
Libellen sind Räuber. Ihre Beutetiere sind kleine Insekten
(z.B. Fliegen, Mücken), die sie aufgrund ihres ausgezeichneten
Sehvermögens bis auf 40 Meter Entfernung erkennen können.
Sie werden im Flug mit den Beinen gefangen, manchmal aber auch
einfach vom Blatt abgefressen (z.B. Blattläuse). Die Libellenweibchen
werden gelegentlich zu Kannibalen. Durch die hohe Eiproduktion
benötigen sie besonders viel Nahrung.
Bei langanhaltendem, kühlen und regnerischen Wetter sind
erwachsene Libellen nicht in der Lage zu jagen. Sie werden geschwächt
und besitzen keine Energie mehr um sich fortzupflanzen. Als
Folge davon brechen die Libellenbestände stark ein.
Auch die Larven sind Räuber. Sie bewegen sich jedoch eher
langsam fort und lauern auf ihre Beutetiere. Einige Arten graben
sich dabei auch im Gewässerboden ein. Mit ihrer Fangmaske
können sie blitzartig zugreifen. Sie verspeisen kleine
Vertreter des Zoobenthos und
bei Nahrungsmangel auch ihre Artgenossen.
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Natürliche
Feinde / Konkurrenten |
| Libellenlarven werden von anderen,
gewässerbewohnenden Tiere, z.B. Flusskrebsen,
Amphibien und Fischen
gefressen. Erwachsene Libellen sind Beutetiere für Vögel
(z.B. Bachstelzen, Trauerseeschwalben, Baumfalken). |
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Gefährdung |
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Zwei Libellen bei der Paarung auf dem Blatt einer Seerose © Michael Pütsch
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Viele Libellenarten sind in unseren
Breiten inzwischen durch Lebensraumverluste vom Aussterben bedroht.
Die Ursachen sind Verschmutzung und Verbauung von Gewässern,
Begradigung oder Befestigung von Flussläufen, Verfüllen
von Weihern und Tümpeln, sowie
intensive Gewässernutzung durch den Menschen.
Die Freizeitnutzung von Seen kann indirekte Folgen für
die Libellenfauna haben, wenn Ufervegetation zerstört oder
beeinträchtigt wird (vgl. Seen,
Uferbiotope). Wellenschlag, der durch
Schifffahrt oder Wassersport verursacht wird, kann vor allem
schlüpfende Libellen gefährden. Sie können ins
Wasser gespült werden und dort ertrinken (erwachsene Libellen
sind Landtiere!). Wird der Boden durch häufiges Ein- und
Aussetzen von Booten, bzw. durch Paddelbewegungen aufgewirbelt,
kann das Wasser ständig getrübt sein. Die Libellenlarven
können dann nicht mehr jagen. Zusätzlich wird das
Wachstum der für die Libellenlarven überlebenswichtigen
Ufervegetation durch den sich absetzenden Schlamm beeinträchtigt.
Werden Still- und Fließgewässer für den Angelsport
mit Fischen (z.B. Regenbogenforellen) besetzt, kann das in Kombination
mit anderen Gefährdungsursachen für die Libellenbestände
bedrohlich sein. Werden zusätzlich Graskarpfen in Weiher
eingesetzt, kann die Ufervegetation und mit ihr die Libellenbestände
in kurzer Zeit verschwinden.
Mehr als 60 % unserer heimischen Libellenarten stehen auf der
Roten Liste der gefährdeten Tierarten Deutschlands.
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Schutz |
Nach der Bundesartenschutzverordnung
haben alle heimischen Libellenarten den Status 'geschützte
Arten' erhalten. Libellen bzw. deren Jugendstadien dürfen
bei uns somit weder gefangen noch gesammelt werden.
Einige Arten haben darüber hinaus den Status 'besonders
geschützt' erhalten. Diese Arten dürfen nicht mutwillig
gestört oder beunruhigt werden. Libellen können nur
dauerhaft geschützt werden, wenn bestehende Libellengewässer
und -moore erhalten bleiben und geeignete Lebensraumstrukturen
neu geschaffen werden.
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Besonderheiten |
Erdgeschichtlich gesehen sind Libellen
eine sehr alte Tiergruppe, die bereits im Karbon (vor 360 bis
300 Mio. Jahren) auftrat. Zu dieser Zeit konnte die Flügelspannweite
der erwachsenen Tiere bis zu 75 cm betragen (Meganeuropsis).
Auch heute noch gehören Libellen bei uns in Mitteleuropa
zu den größten Insekten. Dies kann auch ein Grund
dafür sein, dass Libellen lange Zeit als gefährlich
oder bedrohlich galten. Alte Namen wie "Augenstecher"
oder Teufelsnadeln" bringen das zum Ausdruck. Libellen
sind jedoch harmlos und können nicht stechen. Wenn eine
Libelle gefangen wird, kann es höchstens passieren, dass
sie versucht zu beißen.
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Referenzen |
| Bellmann H. 1993. Libellen: beobachten,
bestimmen. Augsburg: Naturbuch. 274 S.
Kuhn K, Burbach K. (Bearb.) 1998. Libellen in Bayern. Bayerisches
Landesamt für Umweltschutz, Bund Naturschutz in Bayern
e.V. (Hrsg.). Stuttgart: Ulmer. 333 S.
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Fallstudien zu Naturschutz und "Libellen": |
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Sportarten, die Auswirkungen auf "Libellen" haben können:
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Lebensräume:
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Links: |
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