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Wille, Volkhard; Bergmann, Hans-Heiner   Weitere Arbeiten von Wille, Volkhard; Bergmann, Hans-Heiner
Das große Experiment zur Gänsejagd: Auswirkungen der Bejagung auf Raumnutzung, Distanzverhalten und Verhaltensbudget überwinternder Bläss- und Saatgänse am Niederrhein

 
EINWIRKUNGSDAUER
Bejagung ausschließlich im niederländischen Bereich des Untersuchungsgebietes vom 01. September bis zum 31. Januar von Sonnenaufgang bis 10.00 Uhr im vierjährigen Untersuchungszeitraum. Einzig während strenger Witterungsbedingungen wurde die Jagd in einem Jahr vorübergehend eingestellt.
 
EINWIRKUNGSART
Freizeitorientierte Bejagung der Wildgänse, insbesondere in den Einflugschneisen zu den Schlafplätzen.
 
EINWIRKUNGSGRAD
Die Intensität der Gänsejagd nahm (gemessen an der Zahl der aktiven Jäger) parallel zu den Gänsebeständen zu. Außerdem muss der Gänsejagd eine generalisierende Störwirkung zugesprochen werden, da auch beim Einwirken anderer Störreize deutlich erhöhte Reaktionsdistanzen festgestellt wurden.
 

TIERART

ART DER BEEINTRÄCHTIGUNG / AUSWIRKUNG

Räumliche VerteilungIn allen vier Wintern ließen sich ähnliche Raumnutzungsmuster erkennen: Die ersten im Herbst eintreffenden Gänse hielten sich vorwiegend in unmittelbarer Nähe der Schlafplätze auf, bei wachsendem Bestand an Gänsen wurden Flächen in der Umgebung mehr und mehr miteinbezogen. Beim Einsetzen der Jagd flogen die Gänse vorzugsweise von den Schlafplätzen in den nicht bejagten, deutschen Bereich herüber. Mit dem Ende der Jagdzeit änderte sich dies wiederum deutlich innerhalb von drei bis fünf Tagen und die Gänse flogen überwiegend niederländische Bereiche an.
DistanzverhaltenWährend der Bejagung waren die Reaktionsdistanzen der dem Einfluss der Jagd ausgesetzten Gänse deutlich erhöht, nach dem Ende der Jagdzeit glichen sie sich wieder an.
VerhaltensbudgetHinsichtlich des Verhaltensbudgets waren die Unterschiede zwischen bejagten und unbejagten Vögeln nicht signifikant. Unter Jagdeinfluss waren zwar Unterschiede im Aufmerken beim Putzen und beim Ruhen, nicht aber beim Fressen feststellbar.
 
ÜBERTRAGBARKEIT AUF ÄHNLICHE LEBENSRÄUME?
Die Autoren führen vergleichbare Studien an, die zu ähnlichen Ergebnissen kommen und somit auch auf eine Verschärfung des Konfliktes zwischen überwinternden Gänsen und anderen Nutzern der Kulturlandschaften hinweisen. Durch die Bejagung ändert bzw. schränkt sich die Raumnutzung der überwinternden Vögel deutlich ein, was erhöhten Weidedruck in bestimmten Gebieten zur Folge hat.
 
BEMERKUNGEN
Die Autoren weisen außerdem ausführlich auf die teilweise veränderte Phänologie der Gänse (z.B. hinsichtlich der Erstankunft, Verweildauer und Bestandszahlen) hin, die zur Beurteilung bestimmter Parameter zu berücksichtigen ist. So können längere Rastdauern, wie sie auch am Niederrhein vorliegen, beispielsweise die Möglichkeit zu einer besseren Anpassung an örtliche Jagdbedingungen oder andere Störgrößen bieten.
   
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