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Hilfe für Fledermäuse in Not

  • Bundesumweltminister Trittin startet neues Artenschutzprojekt

Vilm/Bernau, 23.05.2003: Bundesumweltminister Jürgen Trittin und der Vize-Präsident des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) Rudolf Ley starteten heute gemeinsam mit der fünften Klasse des evangelischen Gymnasiums in Neuruppin ein umfangreiches Projekt zum Schutz von Fledermäusen in Ostdeutschland. Initiator und zuständig für die Durchführung des Projektes ist die Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur).

Für das neue Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E), das vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet und durchgeführt wird, stellt das Bundesumweltministerium in den nächsten drei Jahren 527.000 Euro zur Verfügung. Weitere finanzielle Unterstützung geben die am Projekt beteiligten Bundesländer Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Der Dönitzbunker, in dem das Projekt heute offiziell gestartet wurde, ist eines von 40 Gebäuden, das in den nächsten drei Jahren für die Überwinterung von Fledermäusen optimiert werden soll. Wie erfolgreich der Schutz solcher Objekte sein kann, hat eine ebenfalls von Euronatur und dem BfN durchgeführte Studie im Vorfeld bewiesen. So verzehnfachte sich die Zahl der überwinternden Fledermäuse in den Gewölbekellern einer alten Brauerei in Frankfurt/Oder, seitdem dort Ende der 80er Jahre Fledermausschützer Alarm geschlagen und erste Schutzmaßnahmen durchgeführt hatten. Auch die Artenvielfalt erhöhte sich von anfangs vier auf heute elf Fledermausarten. "Der Fledermausschutz ist dem BfN ein besonderes Anliegen. Das zeigt sich schon daran, dass wir in den letzten Jahren neun Projekte in diesem Bereich mit großem Erfolg durchgeführt bzw. begonnen haben", sagte Rudolf Ley.

Das neue Projekt soll Erkenntnisse über geeignete bauliche Verbesserungsmaßnahmen zum Fledermausschutz erbringen und gleichzeitig eine Stabilisierung der Feldermausbestände in Ostdeutschland erreichen. Gabriel Schwaderer, Euronatur-Geschäftsführer, erklärte warum die Schutzmaßnahmen so dringend notwendig sind: "Fledermäuse sind auf frostsichere und ungestörte Winterverstecke angewiesen. Da in den letzten Jahren durch Sanierungen und andere Baumaßnahmen viele solcher Winterquartiere verloren gegangen sind, werden die alten Militäranlagen etlichen Fledermäusen das Überleben sichern."

Zahlreiche ehrenamtliche Helfer vor Ort werden sich an den arbeitsaufwendigen Baumaßnahmen beteiligen und eine langfristige Betreuung und Beobachtung der empfindlichen Tiere gewährleisten. Die Arbeiten am Dönitzbunker werden von der Brandenburgischen Boden GmbH, als der derzeitigen Eigentümerin unterstützt.

Letzte Änderung: 23.05.2003

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