Rothenburg o.d.T.: Erstes "sounds for nature-festival” Bayerns
- BfN testet in Rothenburg ökologische Standards
Bonn/Rothenburg, 28.07.2003: Vom 8.8. bis 10.8. testet das Bundesamt für Naturschutz (BfN) zum dritten Mal in diesem Jahr ökologische Standards auf Festivals. Mit dem Projekt "sounds for nature-festivals" will das BfN Musikfestivals ökologischer machen und junge Menschen für Natur interessieren. Fernziel ist die Entwicklung eines Gütezeichen für natur- und umweltverträgliche Musikfestivals."Ökologisches Bewusstsein, Jugendkultur und Musik schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich vielfach sogar ganz vorzüglich", erläuterte der BfN-Präsident Prof. Dr. Hartmut Vogtmann das Projekt. Das Taubertal-Festival stellt eine besondere Herausforderung dar, da es durch die wunderbare Landschaft zu den schönsten Open-Air-Musikfestivals Deutschlands zählt. Es hat sich zum Geheimtipp und Publikumsliebling entwickelt, weil es Natur- und Musikgenuss verbindet.
Auch in diesem Jahr ist das Taubertal-Festival im Vorfeld ausverkauft. Internationale und nationale Stars wechseln sich auf drei Bühnen ab und unterstützen das Natur-Projekt. Folgende Projekte stehen beim Taubertal-Festival in diesem Jahr im Zeichen von "sounds for nature":
- Sensibilisierung der Besucher und der Medien für das Thema Natur- und Umweltschutz durch Ausstellungen rund um den Naturschutz und die Biologische Vielfalt
- Infostände des BfN sowie anderen Natur- und Umweltschutzorganisationen auf dem Gelände
- Modernes Abfallmanagement durch Mülltrennung/Müllsack-Pfand auf dem Camping- und Festivalgelände ( Papier, Gelber Sack, Bio- und Restmüll)
- Weniger Chemie im Toilettenbereich durch Bio Tab Einsatz. Durch eine Kooperation mit TOI TOI & DIXI Sanitärsysteme GmbH kann dieses neue Verfahren erstmals eingesetzt werden.
- Reduzierung des CO2-Ausstosses durch Umstellung von Dieselaggregaten auf grünem Strom aus dem Festnetz.
- Geführte Natur-Exkursionen mit dem Fahrrad in die Umgebung
Das BfN wird nach dem Taubertal-Festival eine vorläufige "Bilanz" über bisherige Ergebnisse und Erfolge des Ökomusikprojektes ziehen. Anhand der Erkenntnisse soll ein "Leitfaden" für ökologische Musikfestivals, der zum Zertifikat "sounds for nature-festival" führt, entwickelt werden.
Nähere Informationen zum Taubertal-Festival sind im Internet unter
www.taubertal-festival.de zu finden, Informationen über "sounds for nature" unter
www.soundsfornature.de.
Hinweis an die Medien:
Am 8.8. und 10.8. findet jeweils um 17:30 Uhr ein Presserundgang statt. Hier bietet sich die Gelegenheit, mit Vertretern des BfN und des Taubertal Festivals über das Projekt "sounds for nature" zu sprechen.
Treffpunkt: Pressezelt.
Ansprechpartner für Medien: BfN-Pressestelle: 0228 8491-280, Mobil: 0172 2027081 oder K.O.K.S. - Musik, Tel. 0511 210 29 89
Hintergrundinformation
zum Projekt sounds for nature beim Taubertal-Festival 8.8. bis 10.8.2003
Ein jeder Besucher von Pop- und Rock-Massenveranstaltungen kennt das: Überall türmen sich Müllmassen aus zertretenen Bierdosen und hingeworfenen Zigarettenstummeln. Nach uns die Sintflut; mit diesem Bewusstsein zieht es viele Besucher auf Open-Air-Festivals. Das war schon bei der Mutter aller Festivals so, dem Woodstock-Festival 1969. "Love and Peace" hieß die Botschaft der Flower Power-Generation. Viele Blumen, sprich Grünflächen, allerdings haben das Festival nicht überlebt. Das landschaftlich schöne Areal in den Catskills-Bergen sah nach den drei Tagen aus wie ein Schlachtfeld.
Auch heute noch scheinen der Naturschutzgedanke und das ausgelassene Zelebrieren von Open-Air-Konzerten unvereinbar zu sein. Nach Ansicht des Bundesamtes für Naturschutz, den Veranstaltern K.O.K.S. und Karo muss das aber wirklich nicht sein. Beim "Taubertal - Festival 2003" war der Ökologiegedanke schon in der frühen Planung präsent und soll weiter ausgebaut werden. Der Veranstalter verpflichtet sich gegenüber dem BfN, bestimmte ökologische Anforderungen zu erfüllen. Damit erhält das Open Air im Taubertal in diesem Jahr das Prädikat "sounds for nature Festival".
Erfüllt werden sollten unter anderem folgende Anforderungen:
- Umweltfreundliche Stromversorgung z.B. durch Festnetzstrom aus regenerativer Stromerzeugung
- Weniger Chemie im Toilettenbereich durch Bio Tab Einsatz oder Wasserspartoiletten mit Anschluss an die Kanalisation
- Laufende Reinigung des Festivalgeländes einschließlich einer großen Endreinigung auch der umliegenden Naturflächen mit Mülltrennung
- Einhaltung der Lärmimmissionsvorschriften zum Schutz des Publikums sowie angrenzenden Bewohnern und der Tierwelt (DIN 15905)
- Reduzierung des Verkehrsaufkommens durch ÖPNV-Angebote
- Abfallvermeidung durch Pfandsysteme und Mehrwegverpackungen bei Getränken und Speisen
- Förderung von Schulprojekten zum Thema Naturschutz, die während des Festivals präsentiert werden können
- Geführte, kostenlose Exkursionen zu Naturflächen in der nahen Umgebung oder alternative ökologische Bildungsangebote
- Infostände zum Natur- und Umweltschutz auf dem Gelände, z.B. vom BfN und lokalen Naturschutzverbänden.
- Sensibilisierung der Besucher und der Medien für das Thema Natur- und Umweltschutz auf Festivals
Weitere Informationen zum Projekt sounds for nature erhalten Sie unter

