Bundesamt für Naturschutz

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Staatsekretär Dr. Thomas Griese und der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Hartmut Vogtmann: Bundesamt für Naturschutz unterstützt möglichen Nationalpark Eifel - Gebiet erfüllt nationale und internationale Kriterien für eine Ausweisung

Schleiden/Bonn/Düsseldorf, 16.07.2002: Der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, und der Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Umweltministerium, Dr. Thomas Griese, haben heute das Gebiet des geplanten neuen Nationalparkes in der Eifel besichtigt. Im Mittelpunkt stand dabei die Bewertung des rund 9.000 Hektar großen Geländes als Nationalpark durch das Bundesamt für Naturschutz.

Prof. Dr. Hartmut Vogtmann: "Das Gebiet des geplanten Nationalparks Eifel erfüllt mit seinem einzigartigen Biotop-Mosaik aus offenen Ginsterheiden und flächenhaften Buchenbeständen die nationalen und internationalen Kriterien zur Ausweisung als Nationalpark. Für die scheue Wildkatze, von denen wenige Tiere in den Wäldern der Eifel leben, wäre der Nationalpark ebenfalls ein Gewinn. Das Gebiet des heutigen Truppenübungsplatzes bietet die Möglichkeit, erstmals in Deutschland großflächig auch wieder z.T. ausgestorbene große Pflanzenfresser (wie z.B. Wisent und Rückzüchtungen von Wildpferd und Auerochse) einzusetzen. Damit kann ihr natürlicher Einfluss auf die Vegetation beobachten werden.

Ein Nationalpark ist die schönste Form einer Nachnutzung einer ehemaligen militärischen Fläche. Ich bin froh, über die Nationalparkinitiative von NRW, denn der Anteil der Nationalparke an der Landesfläche mit 0,5% ist in Deutschland noch viel zu gering, um die Biologische Vielfalt unserer natürlichen Ökosysteme zu bewahren. Mit dem neuen Bundesnaturschutzgesetz hat der Bund die rechtlichen Rahmenbedingungen gesetzt, die auch die Ausweisung von "Entwicklungsnationalparken" rechtlich ermöglicht. Mit diesem Instrument will der Bund die Entwicklung eines höheren Anteils von Nationalparkflächen in Deutschland ermöglichen.

Ich schlage vor, den Nationalpark Eifel zu einem Vorzeigeprojekt in Sachen Naturschutz und Regionalentwicklung in Deutschland zu machen. Die Chancen dafür stehen gut, weil der Rückhalt in der Bevölkerung gegeben ist. Die Bevölkerung hat erkannt, wie national bedeutsam dieses Projekt für den Naturschutz ist und welche große Chancen sich für den sogenannten sanften Tourismus und die Regionalentwicklung bieten."

Staatssekretär Dr. Thomas Griese: "Ich freue mich, dass das Bundesamt für Naturschutz ein positives Signal in diese Region sendet, aus der die Idee für einen Nationalpark stammt. Die Landesregierung wird die Menschen bei der Umsetzung tatkräftig unterstützen, damit die Natur geschützt und gleichzeitig Arbeitsplätze gesichert und geschaffen werden können. Dazu haben wir bei der Bezirksregierung Köln mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort zwei Arbeitskreise eingerichtet, die Vorschläge erarbeiten, die in rund einem Jahr vorgestellt werden sollen."

Der Nationalpark Eifel soll auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Vogelsang, der seit Kriegsende von den belgischen Streitkräften genutzt wird, und in den umliegenden landeseigenen Staatsforsten Kermeter, Hetzinger Wald und Dedenborn entstehen. Die belgische Regierung hatte erklärt, den Truppenübungsplatz im Jahr 2004 zur räumen.

Das Gebiet des geplanten Eifel-Nationalparks ist repräsentativ für die Landschaftselemente und Ökosysteme der westlichen Mittelgebirge. Vor allem der Ökosystemtyp "mitteleuropäischer Buchenwald" ist hier von nationalem und auch internationalem Interesse, da Deutschland, das im Zentrum des mitteleuropäischen Buchenwaldes liegt, nach den Vereinbarungen des Übereinkommens über die Biologischen Vielfalt von Rio 1992 eine globale Verantwortung zur Erhaltung dieses Ökosystems besitzt.

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Letzte Änderung: 16.07.2002

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