Bundesamt für Naturschutz

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Das BfN auf dem Weltklimagipfel


Federseegebiet bei Bad Buchau, größtes Moorgebiet in Südwestdeutschland; Heiko Stein.
Blick auf Moorgebiet und Schilf

Bonn, 6. November 2017: Vom 6.-17. November 2017 findet in Bonn die 23. Vertragsstaatenkon-ferenz der UN-Klimakonvention statt. Das BfN beteiligt sich mit einem Side Event zur Thematik Moorschutz  ist Klimaschutz. Moore bedecken lediglich 3% der globalen Landfläche, speichern aber doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammen. Die Entwässerung von Mooren hat jedoch den Verlust ihrer Speicherfunktion zur Folge. So zählen Moore heute zu den großen Verursachern von Treibhausgasen, mit einem Anteil von ca. 5% der weltweiten Emissionen. Mit Blick auf die internationalen Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasen, stehen Moore somit besonders im Fokus.

Gleich zu Beginn der UN-Klimakonferenz in Bonn, am 6. November, veranstaltete das BfN daher gemeinsam mit der „Global Peatland Initiative“, dem NABU, der Ramsar Konvention zu Feuchtgebieten und dem Greifswald Moor Centrum ein Side Event mit dem Titel „Towards a new compact on peatlands for climate protection“.

Eine Plattform für den Austausch

Ziel des Events ist es einerseits, eine Plattform für den Austausch zu Chancen und Risiken von Mooren für den globalen Klimaschutz zu bieten. Ganz wichtig ist es den Veranstaltern aber auch, über weitere gemeinsame Anstrengungen an der Schnittstelle von Moor- und Klimaschutz zu sprechen. Für die Umsetzung gemeinsamer Aktivitäten bietet die Global Peatland Initiative (GPI) mit ihren bisher 22 Mitgliedern ein geeignetes Forum. Die Initiative wurde auf der vergangenen UN-Klimakonferenz im November 2016 in Marrakesch ins Leben gerufen, um weltweit den Schutz und Erhalt von Mooren voranzubringen und somit Treibhausgasemission zu reduzieren. Verschiedenste multilaterale Organisationen, NGOs und nationale Regierungen haben sich in der Initiative zusammengeschlossen. Dabei nehmen auch in Deutschland ansässige Institutionen und Akteure eine wichtige, beratende Funktion ein. Unter den Ländern des globalen Südens hat in den letzten Jahren insbesondere Indonesien mehr und mehr eine Führungsrolle im Schutz von Mooren eingenommen. Es verfügt über die weltweit größten tropischen Moorgebiete und versucht mittels ambitionierter Projekte deren Schutz zu gewährleisten.

Das Thema "Moorschutz" auf der UN-Klimakonferenz

Das Side Event bildet den Auftakt zu einer Reihe verschiedener Veranstaltungen zum Thema Moorschutz auf der UN-Klimakonferenz. Dies zeigt, dass das Potential von Mooren für den Klimaschutz von wachsender Bedeutung ist.  In diesem Zusammenhang steht auch die Verleihung des „UN Climate Solutions Awards“, bei dem im Rahmen der Konferenz 19 Projekte ausgezeichnet werden. Darunter befindet sich ein deutsch – russisches Projekt, das von Wetlands International und der Michael Succow Stiftung durchgeführt wird. Dieses Projekt hat den Erhalt und die Wiedervernässung von Moorgebieten in der Region Moskau zum Ziel. Im Jahr 2010 richteten dort verheerende Torfbrände große Schäden an und durch den entstandenen Smog  verdoppelte sich damals die Sterberate in der Stadt Moskau. Vor diesem Hintergrund entstand das Projekt auf Basis der existierenden deutsch-russischen Kooperation. Mit über 35.000 Hektar wiedervernässter Moorflächen ist es heute eines der erfolgreichsten Projekte seiner Art.

Links  
www.globalpeatlands.org
www.ramsar.org/themes/peatlands
www.bfn.de/0311_moore-moorschutz+M52087573ab0.html