Bundesamt für Naturschutz

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Internationaler Naturschutz, Biosphärenreservate, Bildung, Namibia

BfN leistet Unterstützung beim Aufbau und Management von UNESCO-Biosphärenreservaten im südlichen Afrika

  • Workshop vermittelt Kenntnisse zum Erhalt von Landschaftsstrukturen bei gleichzeitiger nachhaltiger Nutzung der Naturgüter
  • Einkommenschaffende Maßnahmen sollen zur Akzeptanz der Schutzgebiete beitragen
Eselskarren

Quelle: pixabay

Windhoek/Bonn, 1.12.2015: Ab heute treffen sich bis Freitag mehr als 40 Experten und Stakeholder aus dem südlichen Afrika zu einem Workshop in Windhoek (Namibia) zum Thema UNESCO -Biosphärenreservate. Das BfN bringt fachliche Expertise und finanzielle Unterstützung ein; weitere Veranstalter sind neben dem Namibischen Umweltministerium, die UNESCO und die Weltnaturschutzunion (IUCN). Bei der Veranstaltung sollen Kenntnisse vermittelt werden, wie man charakteristische Landschaften durch die Einrichtung von Biosphärenreservaten und entsprechende "Governance-Strukturen" erhalten kann. Gleichzeitig ermöglicht das Konzept eine nachhaltige Nutzung der Natur mit einkommenschaffenden Maßnahmen, um den Wohlstand in den Regionen zu fördern.

Biosphärenreservate gelten als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung, in denen versucht wird das Miteinander von Mensch und Natur in Einklang zu bringen. Nun interessieren sich auch zunehmend die Länder des südlichen Afrikas für dieses Naturschutz-Instrument. So hat Botswana in diesem Jahr das bestehende Interim MAB-Komitee formalisiert und mit Unterstützung des BfN eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Nun sind die "Makgadikgadi Wetlands", ein Gebiet ungefähr so groß wie das Land Brandenburg, für die Nominierung eines ersten Biosphärenreservates vorgesehen. Auch Namibia und Lesotho zeigen großes Interesse an der Ausweisung erster Biosphärenreservate. Doch was verspricht man sich davon? Neben der internationalen Anerkennung und Vernetzung und damit der Möglichkeit zum Austausch und dem voneinander lernen, bieten Biosphärenreservate für ein ausgewiesenes Gebiet eine Struktur, die Planung und Management im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung ermöglichen. Hier knüpft auch der Workshop in Namibia an, der sich primär den Thema "Governance" und der Schaffung von Lebensgrundlagen widmet. Die Verknüpfung von der lokalen über die nationale zur internationalen Ebene bietet dabei eine besondere Chance.

Hintergrund
Biosphärenreservate stellen eine wichtige Komponente des seit 1971 existierenden UNESCO -Wissenschaftsprogramms "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) dar, dem sich inzwischen 119 Staaten angeschlossen haben. Weltweit gibt es 631 Biosphärenreservate von ganz unterschiedlicher Größe und naturräumlicher Ausstattung. Sie alle teilen die gleiche Struktur von Kern-, Puffer- und Entwicklungszone und sie gelten als Lern-, Forschungs- und Erprobungsgebiete für Innovationen.