Bundesamt für Naturschutz

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Internationaler Naturschutz, World Parks Congress (WPC)

Deutschland wirbt in Sydney für Mindeststandards in Schutzgebieten

  • BfN stellt Erfahrungen mit Qualitätskriterien aus Deutschland vor
  • BfN bietet Unterstützung bei Qualifizierung von Schutzgebietspersonal an

Sydney/Bonn, 14.11.2014: Auf dem aktuell bis zum 19.11.2014 tagenden World Parks Congress (WPC) der internationalen Naturschutzunion (IUCN) in Sydney wirbt Deutschland für Mindestqualitäten in Schutzgebieten und für kompetentes Personal. Das Bundesamt für Naturschutz brachte mit mehreren Beiträgen die Erfahrungen aus deutschen Schutzgebieten in die weltweite Diskussion ein. Zentrales Thema ist die Frage, wie die globalen Naturschutzziele erreicht werden können und welchen Beitrag Schutzgebiete dazu leisten. Das BfN präsentiert hier die deutschen Erfahrungen mit Qualitätskriterien und der Evaluierung von National- und Naturparken.

Die Präsidentin des Bundesamtes, Prof. Beate Jessel, sagte dazu im Rahmen der Plenarsitzung: "Damit Schutzgebiete die ihnen rechtlich und naturschutzfachlich zugedachte Wirkung entfalten, sind bestimmte Mindeststandards, die sie zu erfüllen haben, unerlässlich. Hinzu kommt ein kompetentes Management. Das BfN hat dazu gemeinsam mit Europarc Deutschland ein System von Qualitätskriterien entwickelt. Diese bilden heute die Grundlage für Evaluierungsprozesse und die fachliche Bewertung neuer Nationalpark-Vorschläge. Obwohl die Kriterien nicht rechtlich verbindlich sind, konnten damit bereits vorhandene Schwächen identifiziert und deutliche Verbesserungen beim Management vieler Schutzgebiete erreicht werden. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Konzept auch für andere Teile Europas aber auch weltweit von Bedeutung sein kann."

Der "World Parks Congress" (WPC) tagt alle zehn Jahre. Unter dem Motto "Parks, People, Planet - Inspiring Solutions" diskutierten mehr als 5.000 Teilnehmer über die Zukunft von Schutzgebieten und deren Bedeutung als Lebensgrundlage des Menschen und als Grundlage für nachhaltiges Wirtschaften und Wohlbefinden.

Regierungen, Gemeinden, Organisationen und Einzelpersonen weltweit tragen durch mehr als 200.000 Schutzgebiete bereits heute zum globalen Schutzgebietsnetzwerk bei. Dieses Engagement bildet die Grundlage, für eine dauerhafte Bereitstellung der von Schutzgebieten erbrachten Ökosystemleistungen. Nur so könne der Beitrag von Schutzgebieten zum Erhalt von Biodiversität, zum Klimaschutz, aber auch zur Wasser- und Nahrungsversorgung und nicht zuletzt für Erholung und Tourismus, langfristig gesichert werden.

Im Rahmen des Kongresses stellten die Weltnaturschutzunion (IUCN) gemeinsam mit dem BfN die Ergebnisse eines von IUCN im Rahmen eines vom BfN geförderten Forschungsprojektes zur Erfassung und Bewertung von Ökosystemleistungen und dem Nutzen von UNESCO -Weltnaturerbestätten vor. Diese belegen, dass 55 % der über 200 Weltnaturerbestätten einen wichtigen Beitrag zur lokalen Wirtschaft leisten und darüber hinaus weitere Leistungen erbringen. Dazu BfN-Präsidentin Jessel: "Wie wichtig die monetäre Bewertung von Ökosystemleistungen für die Kommunikation mit der Bevölkerung oder anderen Sektoren auch sein mag, wir dürfen nicht vergessen, dass Welterbestätten keines "Preisschildes" bedürfen: Ihr Eigenwert allein rechtfertigt ihren langfristigen Erhalt."

Das Bundesamt für Naturschutz bietet an der Internationalen Naturschutzakademie ( INA ) auf der Insel Vilm vielfältige Trainings- und Ausbildungsangebote für Schutzgebietsverantwortliche weltweit und trägt so dazu bei, Schutzgebiete für die Zukunft "fit zu machen". Das BfN leistet damit einen wichtigen Beitrag, dass die Ergebnisse des Kongresses - das "Versprechen von Sydney" ("The Promise of Sydney") - kein leeres Versprechen bleibt.

Hintergrund
Der World Parks Congress steht unter dem Motto "Parks, People, Planet - Inspiring Solutions". Das Programm umfasst neben Plenarsitzungen, thematische Veranstaltungen zu acht Themen, Exkursionen und weiteres Rahmenprogramm, in dem sich auch einzelne Akteure sich mit eigenen Veranstaltungen beteiligen können. Der Kongress dient dazu, innovative Ansätze für Schutz und Entwicklung zu präsentieren, zu diskutieren und zu entwickeln. Ziel ist es dazu beizutragen, eine Brücke zwischen der Schutz(gebiets)- und der Entwicklungsagenda zu bauen und neue nachhaltige Verpflichtungen für Schutzgebiete über die Bereiche Schutz, Entwicklung und Wirtschaft hinaus zu entwickeln ("The Promise of Sydney"). Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) ist bei mehreren Veranstaltungen beim WPC vertreten.

Inhaltlich möchte der Parks Congress:

- die vitale Rolle von Schutzgebieten für den Naturschutz und für die Erbringung von Ökosystemleistungen ansprechen;

- Schutzgebiete im Kontext von ökonomischen Zielen und der Lebensqualität der Bevölker