Bürgerpark FreiFeld: Eine grüne Stadtinsel in Halle
Worum geht es?
Aufenthaltsqualität und grünen Freiraum in verdichteten Stadtteilen schaffen
Freiimfelde, ein Stadtteil im Osten von Halle (Saale), war lange Zeit durch Leerstand und fehlende öffentliche Grünflächen geprägt. Auf einer der vielen Brachflächen befindet sich heute die zentrale Grünfläche im gesamten Quartier. Reste der vormals industriellen Nutzung konnten über eine städtische Ausgleichsmaßnahme entfernt werden. Doch erst das fortwährende Engagement von Anwohnenden, Mitarbeitenden der städtischen Verwaltung und dank der Unterstützung der Montag-Stiftung Urbane Räume konnte die Fläche zu einem gemeinwohlorientierten und vielfältig nutzbaren Freiraum werden. Darüber hinaus bewahrt die Fläche in der dicht bebauten Innenstadt einen Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen, ist Teil des Biotopverbunds und somit ein modellhaftes Beispiel, wie Stadtnatur in zunehmend verdichteten Stadtteilen entwickelt werden kann.
Kleinteilige Grünflächen gestalten und für Stadtnatur sensibilisieren
Die Stadt Halle (Saale) hat das zivilgesellschaftliche Engagement im Entstehungsprozess des Bürgerparks frühzeitig unterstützt – besonders sichtbar mit dem Beschluss des „Bürgerschaftlichen Quartierskonzepts Freiimfelde“ durch den Stadtrat. Die Fläche wurde als Teil einer Ausgleichsmaßnahme ökologisch aufgewertet und ein bedeutender Teil der FreiFeld-Fläche als dauerhaft unversiegelt gesichert. Die Entsiegelung wurde als Ausgleichsmaßnahme für einen Krankenhausbau umgesetzt. Der Park wurde im Mai 2019 eröffnet und umfasst einen Bauspielplatz, einen Apothekergarten, interkulturelle Beete, Flächen für Urban Gardening, einen Fußballplatz und Werkstätten für Künstler*innen. Nicht zuletzt aufgrund der vielfältigen Nutzungen und Mitmachangebote auf der Fläche werden die Besucher*innen – im Kontrast zur bebauten Umgebung – für den Wert und die Bedeutung von Stadtnatur sensibilisiert.
Wie wurde es gemacht?
Vielfältige Erfahrungen in die Konzeption eines Bürgerparks einfließen lassen
Die umgesetzten Vorhaben starteten mit ersten Aneignungen, der Erarbeitung eines „Bürgerschaftlichen Quartierskonzepts Freiimfelde“ sowie der ökologischen Aufwertung. Mittlerweile betreibt der aus den Initiator*innen hervorgegangene Verein Freiimfelde e. V. als Eigentümer den Bürgerpark FreiFeld. Der Betrieb wird durch Mitgliedsbeiträge, Sponsoren, Einnahmen aus Unterpachtverträgen und Veranstaltungseinnahmen gedeckt. Die neu erprobten Ansätze, private Brachflächen durch öffentliche Ausgleichsmaßnahmen als Teil der gesamtstädtischen grünen Infrastruktur zu entwickeln, wurden im Rahmen der „Green Urban Labs“ vom BBSR aufgenommen. Von dieser Zuwendung konnte die Planung der Baumaßnahmen finanziert werden. Außerdem wurden die Erfahrungen zur Flächensicherung mittels der Eingriffsregelung in einem Handlungsleitfaden festgehalten, damit die Stadt Halle (Saale) die Ergebnisse auf andere Brach- und Restflächen in der Stadt übertragen kann.
Kooperative Planungsprozesse nutzen und einen identitätsstiftenden Ort schaffen
Der Erfolg des Parks ist maßgeblich durch den kooperativen Planungsprozess bedingt. Anwohnende und interessierte Bürger*innen wurden von den Projektinitiator*innen früh in die Entscheidungen eingebunden. Die erfolgreiche Bewerbung als Initialkapitalprojekt der Montag-Stiftung Urbane Räume und die daraus entwickelten Kooperationen verschafften dem Entwicklungsprozess die erforderlichen Ressourcen, um die vielfältigen Aufgaben bei der organisatorischen und baulichen Umsetzungen zu realisieren. Mit zunehmender Gestaltung wurde auch das kollektive Verantwortungsgefühl gestärkt. Der ursprüngliche Konflikt zwischen einer wahrscheinlichen Bebauung und dem Bedürfnis nach Freiraumqualität konnte so entschärft und produktiv genutzt werden.