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Neue Hirtenwege im Pfälzerwald (RP)

Lage:

Rheinland-Pfalz, innerhalb des deutschen Teils im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald - Nordvogesen;
Flächen in den Landkreisen Bad Dürkheim, Kaiserslautern, Südliche Weinstraße, Südwestpfalz sowie in Gebieten der kreisfreien Städte Landau i. d. Pf. und Neustadt a. d. W.


Naturräume:

Pfälzerwald, Oberrheinisches Tiefland


Fläche:

Fördergebiet: 8.534 Hektar (bestehend aus 7 Einzelgebieten)


Projektbeschreibung:

Wein-Wald Übergangszone "Haardt" mit Vorwaldstadien
Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Der Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands (1.800 km², Waldanteil 75 %). Typisch für die Landschaft ist der Wechsel von Bachläufen, Talwiesen, Streuobstwiesen, Wald und Felsformationen. Schwerpunkt des Projektes bilden die Offenlandbiotope und deren Vernetzung, vor allem:

  • Feucht- und Nasswiessen sowie Schemel- oder Buckelwiesen (alte Kultur der Wiesenbewässerung)
  • mesophiles und mageres Grünland
  • Streuobstwiesen
  • Trocken- und Halbtrockenrasen
  • Borstgrasrasen, Zwergstrauchheiden
  • Weinbergsbrachen (vereinzelt)
  • Trockenmauern
  • Halboffenlandbereiche und Hecken

Wanderschäfer im Wasgau
Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen

Im Fördergebiet kommen verschiedene Arten nationaler Verantwortung Deutschlands vor, wie z. B. Sumpfspitzmaus, Mopsfledermaus, Bechsteinfledermaus und Goldener Scheckenfalter (alle Arten Kat. 2 "stark gefährdet" laut der Roten Liste Deutschland - RL -) und das Breitblättrige Knabenkraut (RL 3). Leitarten sind Wiede-hopf, Steinkauz, Zaunammer sowie Ameisenbläulinge (alle RL 2). Zu erwähnen sind ferner seltene Arten wie Hirschkäfer, Steinkrebs (beide RL 2) und Gottesanbeterin (RL 3).

Die Vorkommen dieser und weiterer Arten nach Anhang II/ IV der FFH-Richtlinie so-wie der Vogelschutzrichtlinie belegen außerdem den hohen Grad an Naturnähe des Fördergebietes. 25 % der Fördergebietsflächen sind als Natura 2000 – Gebiete von europäischer Bedeutung.

Die Offenlandstandorte werden für Rinder- und Schafhaltung sowie für Wein- und Obstanbau genutzt. In der z. T. strukturschwachen Region spielt die naturnahe touristische Nutzung der attraktiven Kultur-landschaft eine wichtige Rolle. Gleichzeitig besteht vor allem entlang der Rheinschiene eine Gefährdung der Fördergebiete durch den wachsenden Siedlungs- und Erholungsdruck. Darüber hinaus verschwinden offene Flächen durch Verbuschungen  und Aufforstungen.

Die wichtigsten Projektziele sind:

  • Erhalt und Entwicklung bzw. Verbund der Offenland-Biotopkomplexe sowie angrenzender Waldökotone innerhalb des Pfälzerwaldes
  • Erhalt und Förderung des Reichtums der daran gebundenen seltenen Arten und Lebensgemeinschaften
  • Aufbau eines durchgehenden Systems von Hirtenwegen und damit die Erhaltung des Offenlandes.

Im Projekt I wird zunächst der Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet. Dazu gehört ein sozioökonomischer Teil, in dem u. a. die Situation der Landwirtschaft, vorrangig der gegenwärtig 10 Schäfereien mit 3.500 Schafen und Ziegen untersucht werden wird. Die Planung wird durch Moderation und Öffentlichkeitsarbeit begleitet.

Bei erfolgreichem Abschluss von Projekt I schließt sich nach der Planung in einem Projekt II die Umsetzung der Maßnahmen an.


Förderzeitraum:

Projekt I:   2017 - 2023
Projekt II:  2023 - 2033


Finanzvolumen:

Projekt I: 1,559 Mio. € (Bundesmittel)


Projektträger:

Bezirksverband Pfalz (Träger des Biosphärenreservates Pfälzerwald)
Bismarckstrasse 17
67655 Kaiserslautern

Ansprechpartner: Herr Schuler, Biosphärenreservat Pfälzerwald

Tel.: 06325 - 955 217


Projektförderer:

BMU/BfN, Land Rheinland-Pfalz, Bezirksverband Pfalz


Ansprechpartnerin im BfN:

Dr. Ulla Steer, FG II 2.3



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Letzte Änderung: 17.04.2020

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