Bundesamt für Naturschutz

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Lebensräume (Biotope)

Biotoptypengruppen und Anzahl von Biotoptypen in Deutschland

CodeBiotopgruppeAnzahl Biotoptypen
I Biotoptypengruppen der Meere und Küsten
1Pelagial der Nordsee2
2Benthal der Nordsee129
3Saisonales Meereis der Nordsee1
4Pelagial der Ostsee4
5Benthal der Ostsee141
6Saisonales Meereis der Ostsee1
7Salzgrünland der Nordseeküste (Supralitoral)11
8Salzgrünland, Brackwasserröhrichte und -Hochstaudenfluren des Geolitorals der Ostseeküste9
9Sände, Sand-, Geröll- und Blockstrände16
10Küstendünen16
11Fels- und Steilküsten6
II Biotoptypengruppen der Binnengewässer
21Grundwasser und Höhlengewässer6
22Quellen (inklusive Quellabfluss (Krenal))13
23Fließende Gewässer46
24Stehende Gewässer58
III Terrestrische und semiterrestrische Biotoptypengruppen des Binnenlandes
31Höhlen (einschließlich Stollen, Brunnenschächte etc.)6
32Felsen, Block- und Schutthalden, Geröllfelder, offene Bereiche mit sandigem oder bindigem Substrat37
33Äcker und Ackerbrachen20
34Trockenrasen sowie Grünland trockener bis frischer Standorte52
35Waldfreie Niedermoore und Sümpfe, Grünland nasser bis feuchter Standorte 23
36Hoch-, Zwischen- und Übergangsmoore15
37Großseggenriede4
38Röhrichte (ohne Brackwasserröhrichte)8
39Wald- und Ufersäume, Staudenfluren27
40Zwergstrauchheiden10
41Feldgehölze, Gebüsche, Hecken und Gehölzkulturen48
42Waldmäntel und Vorwälder, spezielle Waldnutzungsformen18
43Laub(Misch)Wälder und -Forste (Laubbaumanteil über 50 Prozent)49
44Nadel(Misch)Wälder und -Forste36
IV „Technische“ Biotoptypengruppen
51Kleine, unbefestigte Freiflächen des besiedelten Bereiches8
52Verkehrsanlagen und Plätze21
53Bauwerke37
54Deponien und Rieselfelder9
V Biotoptypengruppen mit Schwerpunkt in den Alpen
60Gewässer der subalpinen bis alpinen Stufe8
61Firn, permanente Schneefelder und Gletscher2
62Felsen der subalpinen bis nivalen Stufe4
63Steinschutthalden und Schotterflächen der subalpinen bis alpinen Stufe4
64Schneeböden, Schneetälchen3
65Moore der subalpinen bis alpinen Stufe2
66Gebirgsrasen (subalpine bis alpine Stufe)9
67Stauden- und Lägerfluren der hochmontanen bis alpinen Stufe4
68Zwergstrauchheiden der subalpinen bis alpinen Stufe2
69Gebüsche der hochmontanen bis subalpinen Stufe9
70Subalpine Wälder4
Gesamt938
ohne „Technische“ Biotope863

Quelle: Finck et al. 2017; Darstellung verändert

Stand der Daten: 12.2016

Ausführliche Quelle: Finck, P.; Heinze, S.; Riecken, U.; Raths, U.; Ssymank, A. (2017): Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands. Dritte fortgeschriebene Fassung 2017. Naturschutz und Biologische Vielfalt 156. Münster.

Deutschland ist reich an Lebensräumen

Deutschland weist eine besonders große Vielfalt an Lebensräumen (Biotopen) mit typischen Lebensgemeinschaften an Tieren, Pflanzen und Pilzen auf. Dies liegt an seiner geographischen Lage, der naturräumlichen Gegebenheiten und der regionalen Vielgestaltigkeit der Landnutzungstraditionen.


Trotz ihrer Vielgestaltigkeit lassen sich diese Biotope infolge ihrer weitgehend einheitlichen, voneinander abgrenzbaren Beschaffenheit, ihrer ökologischen Bedingungen und ihrer charakteristischen Lebensgemeinschaften in unterschiedliche Typen abgrenzen. Die Typisierung berücksichtigt dabei sowohl abiotische (zum Beispiel Nährstoffsituation, Feuchtegrad) als auch biotische Merkmale (zum Beispiel Vorkommen bestimmter Vegetationstypen und -strukturen, Tierartengemeinschaften). Darüber hinaus spielt der Grad der Natürlichkeit eine Rolle.

Natürliche wie auch durch menschliche Nutzung entstandene halbnatürliche Biotoptypen sind wichtig für die biologische Vielfalt

Natürliche und naturnahe Biotoptypen finden sich in allen Regionen Deutschlands: Von den Meeren und Küsten von Nord- und Ostsee über naturnahe Wälder, Moore und Binnengewässer bis hin zu den Gebirgsbiotoptypen der Alpen. Darüber hinaus spielen aber auch viele, durch menschliche Nutzung entstandene halbnatürliche Biotoptypen wie zum Beispiel Feuchtgrünländer, trockene Magerrasen, Zwergstrauchheiden, Hecken und Feldgehölze eine große Rolle für den Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland. Die Mehrzahl der Biotoptypen wird dabei in ihrer konkreten Ausprägung durch die vorherrschenden menschlichen Landnutzungen (vor allem Land- und Forstwirtschaft) und anthropogene Beeinträchtigungen (zum Beispiel Nährstoff- und Schadstoffeinträge) beeinflusst.

Nach einer bundesweit einheitlichen Klassifizierung werden in Deutschland insgesamt 863 Biotoptypen (ohne die 75 „Technischen Biotoptypen“ wie zum Beispiel Straßen, Gebäude) unterschieden. Diese Biotoptypen wiederum lassen sich in Biotoptypengruppen zusammenfassen.

Weiterführende Infos

Rote Liste gefährdeter Biotoptypen 
(BfN-Themenseite)

Letzte Änderung: 31.05.2017

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