Bundesamt für Naturschutz

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Rettung der Störe Video Transkript


Seit über 15 Jahren unterstützt das Bundesamt für Naturschutz langfristig angelegte Forschungs- und Wiederansiedlungsprojekte für heimische Störarten. Diese urtümlichen Wanderfische galten seit den 1970er Jahren in Deutschland als ausgestorben. Die Bestände wieder aufzubauen ist das Ziel der Projekte. Fast eine halbe Million Ostseestöre haben die Störforscher in der Oder ausgesetzt. Auch in der Elbe sollen die Tiere durch Besatzaktionen wieder heimisch werden.

Jörn Geßner: Die Tiere die wir hier sehen werden in diesem Frühjahr alle individuell markiert und dann in den verschiedenen Elbezuflüssen freigesetzt um den Aufbau des Bestandes im Einzugsgebiet der Elbe voranzutreiben. Wir haben es bisher geschafft circa achteinhalb Tausend Jungtiere in die Elbe und ihre Nebengewässer zu entlassen und seit 2012 zeigt sich auch durch zunehmende Fangmeldungen aus der Fischerei der Erfolg dieser Maßnahmen.

Bisher kommen die Larven für den Besatz der ehemals heimischen Arten Europäischer und Baltischer Stör noch aus dem Ausland. Doch der Aufbau von Elterntierbeständen in Deutschland, die erst mit 12-14 Jahren geschlechtsreif werden, ist Teil des Projektes.

In vorbildlicher Kooperation zwischen Wissenschaft, Naturschutzbehörden, Fischerei- und Anglerverbänden arbeiten die Partner bei der Wiederansiedlung Hand in Hand.

Jungstöre benötigen für das Überleben strukturreiche Gewässer und eine gute Wasserqualität.

Als adulte Tiere leben sie dann im Meer, ziehen jedoch zum Laichen wieder die Flüsse hinauf. Für den Europäischen Stör, historisch in der Nordsee und ihren Zuflüssen beheimatet, wurde 2010 ein nationaler Aktionsplan veröffentlicht.

Der langfristige Erfolg der Projekte kann sich jedoch nur einstellen, wenn die Tiere mehrfach erfolgreich ablaichen können. Hierfür benötigen sie im Meer ausreichend Nahrung zum Heranwachsen und in den Flüssen sichere Laich- und Aufwuchsplätze. Die Störe haben mittlere Ansprüche an einen intakten Lebensraum.

Jörn Geßner: Alle Maßnahmen die wir zur Verbesserung der Lebensräume für den Stör durchführen dienen auch zur Verbesserung der Lebensräume für eine ganze Reihe anderer typischer Flussfischarten, die wesentlich schlechter vermittelbar sind und weitaus weniger bekannt sind.

So unterstützt das Stör-Projekt des BfN in vorbildlicher Weise auch andere Wanderfische und sorgt für mehr biologische Vielfalt in unseren Flussregionen.