Bundesamt für Naturschutz

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Transkript Video Der Stör – Fisch des Jahres 2014

Naturnahe, unverbaute, strukturreiche Flüsse - idealer Lebensraum für die heimischen Störe. Diese urtümlichen Wanderfische kehren in Elbe und Nordsee, Oder und Ostsee zurück. Erfolg eines langfristig angelegten Forschungs- und Wiederansiedlungsprogramms für den Europäischen und den Baltischen Stör. 2013 wurde es als Beispielprojekt der UN Dekade zur biologischen Vielfalt ausgezeichnet. Eine große Anerkennung für die Arbeit der Gesellschaft zur Rettung des Störs und ihrer Partner.

Bislang konnten die Wissenschaftler an Elbe und Oder mehr als eine halbe Million kleiner Störe auswildern - Repräsentanten für intakte Flusssysteme und Artenvielfalt.

Dr. Elsa Nickel, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Abteilung Naturschutz:

"Die Vereinten Nationen haben die UN-Dekade "Biologische Vielfalt" ausgerufen, von 2012 zehn Jahre lang. Das Ziel ist, dass möglichst viele Menschen wissen, wie wichtig "Biologische Vielfalt" ist, wie wichtig Naturschutz ist, wie wichtig Artenschutz ist, dass das die Grundlage für unser aller Leben ist.

Und für die Umsetzung dieser UN-Dekade wollen wir möglichst viele Projekte in ein breites Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen, damit Menschen sehen können, wie man selber dazu beitragen kann "Biologische Vielfalt" zu erhalten."

Zusammen mit vielen Partnern werden regelmäßige Besatzmaßnahmen in Elbe und Oder und deren Nebenflüssen durchgeführt.

In Schulprojekten lernen schon Kinder diese faszinierenden Wanderfische kennen und erfahren, was es heißt, Verantwortung für eine Art zu übernehmen.

2014 wurde der Europäische Stör zum Fisch des Jahres erklärt.

Die zum Teil markierten Jungfische bleiben nach dem Besatz nur kurz vor Ort. Ihr Ziel ist das Meer, eine lange Reise in eine ungewisse Zukunft, mit vielen Risiken.

Bereits seit 1996 fördern Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz dieses einmalige Vorhaben mit seinen verschiedenen Teilaspekten.

Dr. Henning von Nordheim, Bundesamt für Naturschutz, Fachgebiet Meeres- und Küstennaturschutz:

"Der weitere Grund, warum das Bundesamt für Naturschutz sich so sehr für den Wiederaufbau der Störpopulationen in der Nord - und Osthälfte Deutschlands einsetzt ist folgender: der Stör ist eine Wanderfischart, eine sehr charismatische Wanderfischart, die eben eine Durchgängigkeit der Flusssysteme braucht, um als adulte, erwachsene Tiere die Flüsse aufwandern zu können und in ihren Laichhabitaten, in den Oberläufen, ihre Eier abzulegen. Als Jungfisch wandert diese Art zusammen mit den erwachsenen Eltern die Flüsse wieder ab und nach vielen Jahren im Meer kehrt diese Art zurück. Dieser Zyklus, dieser permanente Wechsel zwischen dem Salzwasserlebensraum und dem Süßwasserlebensraum, oder dieses Wandern zwischen den beiden Welten, ist so prägend für diese Art und gleichzeitig stellvertretend für viele andere Fischarten, die einen ähnlichen Zyklus durchlaufen, dass wir die Art einfach für einen idealen Botschafter für eine ökologische Durchgängigkeit der Flusssysteme ansehen."

Der Fisch des Jahres 2014 - für ihn intakte Flussläufe und Meeresgebiete mit vielfältigen Lebensräumen zu schaffen und zu erhalten, ist eine Zukunftsaufgabe. Damit die ausgewilderten Störe nach 12-15 Jahren wieder aus dem Meer in die Flussoberläufe und Seitenarme zum Laichen zurückkehren und ihre Nachkommen gute Lebensbedingungen vorfinden.