Bundesamt für Naturschutz

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Video Lebensraum Meer unter Beobachtung Transkript


Das Meeresmonitoring – also die langfristige und systematische Beobachtung – bildet die Grundlage für  die notwendigen Erhaltungs- oder Schutzmaßnahmen mariner Ökosysteme.   Das Bundsamt für Naturschutz erfasst mit Unterwasser-Kameras Arten und Lebensräume in der Nord- und Ostsee. Mit Schleppkameras identifizieren  Meeresbiologen zum Beispiel schützenswerte Riffe und Sandbänke und analysieren deren besondere Lebensgemeinschaften. Aber auch aus der Luft wird das Meer beobachtet. Seevögel und Meeressäugetiere werden so gezählt. Vorkommen und Verbreitung der bedrohten Schweinswale kontrollieren die Forscher regelmäßig. Fischereibiologen gehen in Nord- und Ostsee in wiederkehrenden Intervallen auf wissenschaftliche Fangfahrt. Die Fänge ermöglichen Aussagen über das Artenspektrum, die Anzahl von laichbereiten Tieren und von Jungfischen. Viele Seevögel halten sich weit draußen auf dem offenen Meer auf. Welche Arten genau können Vogelkundler am besten vom Schiff aus bestimmen. Regelmäßige Zählungen zeigen  wie bedeutend die Schutzgebiete in Nord- und  Ostsee als Nahrungs- und Rastgebiet sind. Im Vogelschutzgebiet Pommersche Bucht versammeln sich im Winter und Frühjahr international bedeutende Konzentrationen von 10-tausenden von Vögeln. Dazu gehören auch  Meeresenten wie die Eisenten.Spezielle Forschungsprojekte wie die Radarerfassung des Vogelzugs liefern zusätzliche Erkenntnisse. Dies ist besonders wichtig im Zusammenhang mit der Ausweisung von Windkraft-Vorranggebieten und Schutzgebieten im Meer und der Bewertung menschlicher Belastungen. Die Dredsche kommt bei der Erforschung des Benthos – der Bodenlebewesen – vor allem in den Riffbereichen – zum Einsatz. Zurzeit kartieren  die Wissenschaftler die Unterwasserhabitate und  Arten der deutschen Meeresgebiete – eine aufwändige Aufgabe. Mit dem Greifer nehmen die Meeresbiologen dafür auch Sandproben, bestimmen deren Korngröße und untersuchen die Artenzusammensetzung, z.B. der Sandlückenfauna. Diese kleinen Tiere bilden einen grundlegenden Baustein im Nahrungsnetz der Meere. Durch das Monitoring von ausgewählten Komponenten der marinen biologischen Vielfalt können Veränderungen rechtzeitig erkannt, menschliche Eingriffe bewertet  und entsprechende Management-Maßnahmen  veranlasst werden, vor allem in den Meeresnaturschutzgebieten.