Bundesamt für Naturschutz

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Wege zu einer nachhaltigen Fischerei Video Transkript


Die Fischerei kann das marine Ökosystem der Nord- und Ostsee erheblich negativ beeinflussen. Kommerziell genutzte Bestände gehen zurück; der Beifanganteil ist hoch.

Dringend sind Wege einzuschlagen, Fischerei nachhaltiger und umweltgerechter zu gestalten. Eine Möglichkeit ist die Neuentwicklung oder Überarbeitung von Fanggeräten wie dieser vom Thünen-Institut entwickelte Netztyp. Er ermöglicht Jungtieren der Zielart und anderen Fischarten die Flucht.

Das Bundesamt für Naturschutz und das Thünen Institut testen und optimieren in der Ostsee beim Fang von Dorschen den Einsatz von Fischfallen. Diese könnten zukünftig eine Alternative für Stellnetze werden, um Beifänge bedrohter Arten zu vermeiden. Neue Wege gehen Wissenschaft und Fischerei auch in einem weiteren Forschungsprojekt.

Eines der Probleme in der Küstenfischerei mit Stellnetzen ist der Beifang von Schweinswalen und Seevögeln, die sich in den Netzen verfangen und ertrinken.

Ziel des Projektes, das vom BfN und NABU gemeinsam durchgeführt wird und seit anderthalb Jahren läuft, alternative Fanggeräte zu entwickeln und in der Praxis einzusetzen, um mit diesen Fangeräten vergleichbare Fänge wie mit Stellnetzen zu erzielen, aber gleichzeitig den Beifang von Schweinswalen und Seevögeln zu verhindern.

Zusammen mit schleswig-holsteinischen Fischern testen NABU und BfN den Einsatz von speziellen Langleinensystemen zum Fang von Dorschen und Plattfischen. Das System wurde von einer isländischen Firma entwickelt. Als Köderfische dienen meist klein geschnittene Heringe und Sprotten. Die Haken durchlaufen beim vollautomatischen Aussetzen der Leine den so genannten Beköderer und nehmen den Köderfisch dabei auf.

Bis zu 4.000m Leine mit rund 2.000 Haken werden so im Regelfall ausgesetzt.

Am nächsten Tag werden die Leinen wieder eingeholt.

Nachdem die technischen Anfangsschwierigkeiten gelöst sind, beeinflussen heute Jahreszeit und Standort, Wassertiefe, aber auch der Wegfraß der Köder durch Schwimmkrabben und Schnecken den Fangertrag. Die Erfahrungen werden gemeinsam diskutiert und es wird nach Lösungen und technischen Veränderungen gesucht.

So wurde das System für den Einsatz in der Ostsee an den Kutter individuell angepasst. Im Rahmen des Projektes werden nun die Fangeffizienz sowie die Umweltauswirkungen dieser Langleinen untersucht, um deren Praxistauglichkeit beurteilen zu können.

Dafür arbeiten Wissenschaftler, Naturschützer und Fischer in verschiedenen Projekten Hand in Hand.