Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

12100 Baar


Landschaftstyp:

3.1 Gehölz- bzw. waldreiche Kulturlandschaft



Großlandschaft:

Süddeutsches Stufenland mit seinen Randgebirgen und dem Oberrheinischen Tiefland



Fläche:

376 km²



Beschreibung:

Die Baar ist eine altbesiedelte, offenlanddominierte Hochfläche zwischen Schwarzwaldrand, Schwäbischer Alb und Wutachschlucht. Das Relief ist insgesamt sehr ausgeglichen, die Talplatten mit gefällsarmen Bächen breit und die Schichtstufen wenig markant. Die durchschnittlich 700 m ü. NN hohe Ebene wird von mehreren versumpften Niederungen durchzogen (oberes Neckartal, Brigach, Breg, Stille Musel). Der westliche, heckengäu-ähnliche Bereich ist durch einen schmalen, gewässerreichen Hügelstreifen aus Tonen und Mergeln des unteren und mittleren Muschelkalks geprägt. Der östliche Teil setzt sich hiervon durch eine 100 m hohe Schichtstufe des Schwarzjura ab. Die Böden wechseln zwischen tiefgründigen Lehmen und sandigen Kalkschutten. Es handelt sich um eine typische Offenlandschaft, die allerdings in Hangbereichen in einen dichten Nadelwaldbewuchs übergehen kann.
Die Landschaft ist durch ausgedehnte Ackerfluren und baumarme Wiesenplatten geprägt. Der Ackerbau beschränkt sich zudem auf Futtergetreide, da für anspruchsvollere Kulturpflanzen das Klima zu rauh ist. Auf den Hängen und in den feuchten Talgründen herrscht Grünlandnutzung vor. Die Forstwirtschaft hat lokal eine hohe Bedeutung, vorzugsweise in Hanglagen und auf Hochflächen. Das altbesiedelte Gebiet besitzt mit den Zentren Villingen und Schwenningen eine verhältnismäßig hohe Bevölkerungsdichte und ist dementsprechend einem hohen Naherholungsdruck ausgeliefert.
Weite Bereiche der Baar sind Bestandteil des EU-Vogelschutzgebietes "Baar". Die versumpften Niederungen sind durch Hochmoore, Niedermoore, Bruchwälder und Feuchtwiesen gekennzeichnet. Die Moorbereiche (u.a. Schwenninger Moos) stellen dabei bundesweit bedeutsame Biotope dar. Am westlichen Rand befindet sich ein regionaler Verbreitungsschwerpunkt von Magerrasengesellschaften (u.a. Thesium pyrenaicum (Wiesen-Leinblatt)). Bedeutende Lebensräume bilden zudem der "Unterhölzer Wald" sowie wassergefüllte Torfstiche und Grünlandgebiete im Verbund mit Resten offener Moore ("Pfohrener Ried"). Die Wirtschaftswälder sind häufig fichtendominiert und ebenso wie die großen Ackerflächen lokal von Artenverarmung bedroht. Neben den schon erwähnten Naturräumen sind noch weitere Landschaftsteile als NSG, SPA- und FFH-Gebiete ausgwiesen. Die hohe Bedeutung der Baar liegt in den Brutvorkommen von Rot- und Schwarzmilan, die hier Verbreitungsschwerpunkte in Baden-Württemberg haben. An weiteren im Gebiet brütenden Arten der Vogelschutzrichtlinie konnten Wanderfalke, Baumfalke, Wespenbussard, Grauspecht, Mittelspecht, Wachtel, Wachtelkönig, Wasserralle, Zwergtaucher, Weißstorch, Kiebitz, Knäk- und Krickente, Eisvogel, Heidelerche, Beutelmeise, Braunkehlchen, Grauammer, Schwarzkehlchen u.a. nachgewiesen werden.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 6 %
Vogelschutzgebiete 60,78 %
Naturschutzgebiete 2,71 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 0 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 61,34 %


Abgrenzung der Landschaft 'Baar' (12100)

Abgrenzung der Landschaft "Baar" (12100)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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