Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Landschaftssteckbrief

70206 Südliches Ostholstein


Landschaftstyp:

4.2 Ackergeprägte offene Kulturlandschaft



Großlandschaft:

Norddeutsches Tiefland



Fläche:

1012 km²



Beschreibung:

Insgesamt ist das südliche Ostholstein ein landwirtschaftlich geprägter Raum mit leicht hügeliger Oberfläche und gleichmäßig verteilten, das Landschaftsbild auflockernden Strukturen wie kleinen Waldstücken, Wiesen und Weiden und Gewässern. Viele Parzellen werden von Knicks (Wallhecken) umgeben, auch wenn das Knicknetz in Ostholstein aufgrund der vorherrschenden Güter nicht so eng ist, wie beispielsweise in den schleswig-holsteinischen Geestbereichen. Das Gebiet umfasst verschiedene glaziale Formenelemente. In Verlängerung der Lübecker Bucht liegt das Lübecker Becken, ein weichselzeitliches Zungenbecken und ehemaliger Eisstausee. Das Becken wird umrahmt von Endmoränengebieten, in denen der Lübecker Gletscher die saalezeitlichen Moränenablagerungen stauchte und überformte. Im Süden entstanden die Hügel der sich anschließenden Landschaft Lauenburg, im Westen das Ahrensböker Endmoränengebiet. Dieser größte schleswig-holsteinische Endmoränenzug erstreckt sich von Bad Oldesloe bis kurz vor Eutin. Er erreicht Höhen über 70 m ü. NN und ist durch viele und z.T. schluchtartig eingetiefte Bäche gegliedert. Westlich schließt sich das Seengebiet der oberen Trave an. Die Trave entspringt dem Norden des Ahrensböker Endmoränenzuges und umfließt die Hügel zunächst durch Niederungsgebiete und den Wardersee nach Süden. Von Bad Segeberg nach Bad Oldesloe folgt sie einer ehemaligen subglazialen Abflußrinne zum Lübecker Becken und schließlich in die Lübecker Bucht. Nicht weit der Quelle der Trave entspringt die Schwartau, die auf der Ostseite des Endmoränengebietes in einem Tunneltal dem Lübecker Becken zuströmt. Sie gehört zur Pönitzer Seenplatte, die durch zahlreiche kleine Seen geprägt ist, welche aus Zungenbecken während der Eisrückgangs hervorgingen. Durch das Südliches Ostholstein verläuft eine tektonische Störungszone, an der Salzstöcke teilweise bis an die Erdoberfläche aufgedrungen sind. Am markantesten ist der Segeberger Gipshut ("Kalkberg"), wo die einzigen Auslaugungshöhlen Norddeutschlands zu finden sind und die umgebenen dolinenartigen Einsturzformen.
Die guten Böden der Moränenlandschaft und Beckensedimente unterliegen zum überwiegenden Teil einer Ackernutzung. Die Täler der Trave und Schwartau und ihrer Nebenläufe werde als Grünland genutzt.
In der Pönitzer Seenplatte wurden einige Seen mit ihren z.T. vermoorten Uferbereichen und Niederungen unter Naturschutz gestellt. Am Lauf der Trave gibt es Abschnitte, die als FFH-Lebensraum gemeldet sind. Einige naturnahe Laubwälder sind ebenfalls unter Naturschutz gestellt. Die Höhlen im "Segeberger Kalkberg", einer Gipsformation, sind ein wichtiges Winterquartier für Fledertiere.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 5,35 %
Vogelschutzgebiete 1,61 %
Naturschutzgebiete 0,53 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 0 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 6,53 %


Abgrenzung der Landschaft 'Südliches Ostholstein' (70206)

Abgrenzung der Landschaft "Südliches Ostholstein" (70206)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007

Knicklandschaft im südlichen Ostholstein (Foto: Raika Boysen)

Knicklandschaft im südlichen Ostholstein (Foto: Raika Boysen)


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
Diesen Steckbrief kommentieren

zurück zur Übersicht

Letzte Änderung: 01.03.2012

 Artikel drucken