Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

75701 Schorfheide


Landschaftstyp:

2.2 Gewässerreiche Waldlandschaft



Großlandschaft:

Norddeutsches Tiefland



Fläche:

1208 km²



Beschreibung:

Die Schorfheide bildet den südöstlichen Teil der Mecklenburgischen Seenplatte. Sie wird von ausgedehnten Wäldern, zahlreichen Seen und weiten, offenen Räumen geprägt. Das durch die Eiszeit reich gegliederte Gebiet der Schorfheide wird von Nordwest nach Südost von der markanten Endmoräne der Pommerschen Randlage der Weichselvereisung durchzogen. Sie trennt das Gebiet in zwei Sedimentationsräume, die großen Sandergebiete im Südwesten, die heute von den Wäldern der Schorfheide eingenommen werden, und die Grundmoränen im Norden und Nordosten, die in großen Bereichen für die Ackerwirtschaft genutzt werden. Stellenweise wurden die älteren Grundmoränen von den Sanderflächen überlagert, so dass man insgesamt von einem flachwelligen Sandergebiet sprechen kann. Die Endmoränen sind durchsetzt mit Seen und Kesselmooren. In den Senken bildeten sich Niedermoore, die in der Vergangenheit jedoch überwiegend entwässert wurden. Neben den ausgedehnten Waldkomplexen ist der außerordentliche Seenreichtum und die Vielfalt der Seentypen charakteristisch. Den größten Teil nehmen Rinnenseen ein, die oft langgestreckte Ketten bilden. Die natürlichen Waldgesellschaften befinden sich vor allem noch auf den Endmoränen, während im übrigen Teil die Kiefernforste großflächig vorherrschen. Hervorzuheben ist die sehr dünne Besiedlung in diesem Landschaftsraum.
Während die kuppigen Grundmoränen im Nordosten der Landschaft größtenteils als Ackerland genutzt werden, unterliegen die Wälder im Südosten einer überwiegend forstlichen Nutzung.
Fast das gesamte Gebiet der Schorfheide wurde 1990 als Biosphärenreservat ausgewiesen. Die avifaunistische Bedeutung kommt in der Ausweisung großer Bereiche als Vogelschutzgebiet zum Ausdruck. Hervorzuheben ist die Bedeutung der ausgedehnten Wälder als Lebensraum für viele gefährdete Großvogelarten, wie z.B. den Schwarzstorch. Die Populationsdichte des Schwarzstorches ist ca. drei bis vier Mal höher als in anderen Teilen des Bundeslandes und unterstreicht die überregionale Bedeutung des Vogelschutzgebietes "Schorfheide-Chorin". Daneben ist das Gebiet auch wichtiges Vogelbrut- und Rastgebiet. Bedingt durch den Gewässerreichtum sind Amphibien, wie die vom Aussterben bedrohte Rotbauchunke noch in hoher Populationsdichte vorhanden. Auch Biber und Fischotter sind im Gebiet weit verbreitet. Außerhalb der bestehenden Schutzgebiete wurden weitere Flächen als national bedeutsam für den bundesweiten Biotopverbund erfasst.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 36,42 %
Vogelschutzgebiete 42,98 %
Naturschutzgebiete 20,24 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 20,9 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 53,9 %


Abgrenzung der Landschaft 'Schorfheide' (75701)

Abgrenzung der Landschaft "Schorfheide" (75701)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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