Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

85301 Zentraler Fläming


Landschaftstyp:

2.8 Andere waldreiche Landschaft



Großlandschaft:

Norddeutsches Tiefland



Fläche:

512 km²



Beschreibung:

Der Zentrale Fläming stellt den höchsten und am stärksten reliefierten Bereich einer Stauchendmoränenlandschaft dar. Im Norden grenzt er mit einer markanten Geländestufe an die Niederung des Baruther Tals, nach Osten, Süden und Westen geht er in die flacheren, stärker mit Grundmoränen und Sandern durchsetzten Gebiete des Vorfläming über. Die Eisbewegungen des Warthestadiums haben im Fläming sandige Stauch- und Satzendmoränen aufgeworfen, die mit Höhen bis zu 200 m und tief eingeschnittenen Tälern ein Relief mit stellenweise Mittelgebirgscharakter bilden. Charakteristisch sind die tief eingesenkten Trockenschluchten, sogenannte Rummeln, und leicht terrassierte trockene Muldentäler. Der Fläming ist überwiegend grundwasserfern und auf sandigem Substrat von Kiefernwäldern dominiert, auf etwas lehmigeren Standorten befinden sich Reste von Laubwaldgesellschaften, ansonsten findet hier Ackerbau statt. Wegen des starken Reliefs sind die bewirtschafteten Flächen anfällig gegen Wassererosion und in regenarmen Zeiten durch schnelle Austrocknung auch gegen Winderosion. Vereinzelt gibt es an Quellaustritten kleine Feuchtwiesenbereiche, im nördlichen Teil einige Bachtäler mit Quellwiesen. Im Raum Bergholz südlich von Belzig werden weite Bereiche von überwiegend beackertem Offenland als Wintereinstandsgebiet der Großtrappe genutzt.
Der überwiegende Teil der Landnutzung im Zentralen Fläming entfällt auf die Forstwirtschaft, haupsächlich strukturarme Kiefernforste. Im mittleren Bereich derLandschaft befinden sich große ackerbaulich genutzte Flächen. Wegen des interessanten Reliefs besitzt das Gebiet auch für die Erholungsnutzung eine hohe Bedeutung.
Die weitgehend naturnahen Bachtäler der Buckau, des Bullenberger Bachs und des Verlorenwasserbachs mit ihren Quellmooren und -wiesen, Erlenbrüchen und Röhrichten sind als FFH-Lebensräume geschützt und als NSG vorgeschlagen. Das Planetal weist montane und boreale Florenkomponenten auf, die in Brandenburg äußerst selten sind. Der kleinräumige Wechsel unterschiedlicher Lebensräume bedingt eine artenreiche Fauna. Im Süden der Landschaft sind kleine Parzellen von Laubwaldresten (Rotbuchen, und Schattenblumen-Buchenwald mit jeweils artenreichen Brutvogelvorkommen) unter Naturschutz gestellt. Ein typischer Rummel mit einem Traubeneichen-Buchenwald ist im NSG "Spring" zu finden. Die Ackerflächen um Bergholz sind für die Großtrappen wertvolle Wintereinstandsgebiete. Größtes Schutzgebiet in der Landschaft ist das EU-Vogelschutzgebiet "Hoher Fläming".



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 4,04 %
Vogelschutzgebiete 7,85 %
Naturschutzgebiete 1,6 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 0 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 11,72 %


Abgrenzung der Landschaft 'Zentraler Fläming' (85301)

Abgrenzung der Landschaft "Zentraler Fläming" (85301)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007

Blick über den Hohen Fläming (Foto: Jörg Rassmus)

Blick über den Hohen Fläming (Foto: Jörg Rassmus)


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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