*Lagunen des Küstenraumes (Strandseen)

NATURA 2000-Code: *1150

Definition

Unter Lagunen werden vom Meer weitgehend oder vollständig abgeschnittene salzige/brackige oder stärker ausgesüßte Küstengewässer (Strandseen, Lagunen) mit zumindest temporärem Salzwassereinfluss verstanden. Sie sind oft nur durch schmale Strandwälle, seltener auch durch Geröllwälle oder Felsriegel vom Meer getrennt und bei winterlichen Sturmfluten noch von Meerwassereinbrüchen betroffen. Lagunen sind ein charakteristisches Element der Ausgleichsküsten. Der Salzgehalt und der Wasserstand der Strandseen kann stark variieren.


Beschreibung

Lagunen sind vom Meer ganz (Strandseen) oder teilweise abgeschnittene salzige/brackige oder auch bereits stärker ausgesüßte Gewässer an den Küsten, meist mit temporärer Salzeinwirkung. Salzgehalt und Wasserstand der Strandseen können stark schwanken. Die Vegetation ist je nach Salzgehalt unterschiedlich. Lagunen können vegetationsfrei sein oder haben eine Vegetation der Ruppietea maritimae, Potametea, Zosteretea oder Charetea. Am Ufer können Brackwasser-Röhrichte ausgebildet sein.


Verbreitung

Lagunen kommen als Strandseen oder in Dünentälern v. a. im Bereich der Ausgleichsküsten der Nord- und der Ostsee mit küstenparallelen Meeresströmungen vor. Sie können an der Ostsee regional auch als "Bodden" ausgebildet sein. Je nach Salzgehalt und Schwankungen des Salzgehalts können unterschiedliche Typen ausgebildet sein.


Kartierungshinweise

Lagunen können primär (Strandwälle, Ausgleichsküsten) entstanden sein oder sekundär durch Dämme oder Sieltore vom Meer abgetrennt sein. Mündungen von Fließgewässern, auch wenn sie durch Strandwälle vom Meer abgetrennt sind, sind als Ästuar (1130) aufzufassen. Sie unterscheiden sich von den Lagunen durch die kontinuierliche Zufuhr von Süßwasser.

Stillgewässer, die bei Sturmfluten noch mehr oder weniger regelmäßig vom Meerwasser erreicht werden, sind zu erfassen. Der Salzwassereinfluß kann dabei direkt oder unterirdisch durch die vorgelagerte Barriere erfolgen. Neben der zeitweisen Beeinflussung können sich auch bei dauerhaft geringem Einstrom von Meerwasser vergleichbare hydrologischen Verhältnisse einstellen. Der Salzeinfluss ist i.d.R. am Vorkommen entsprechender salzertragender Vegetation zu erkennen. Völlig ausgesüßte Stillgewässer sind nicht einzuschließen.

Im Ostseeraum existieren großflächige und teilweise reich gegliederte Bodden und Boddenteile, die auf Grund ihres Charakters zu dem LRT Lagunen gestellt werden können. Folgende Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein:

  • weitgehende bzw. deutliche Abgrenzung zum Meer
  • kein bestimmender Süßwassereinstrom durch landseitige Zuflüsse

Zu den Bodden werden sowohl Ästuare, Flache Meeresarme und Buchten und Lagunen gezählt.

Die Abgrenzung des Lebensraumtyps soll im Bereich der mittleren Wasserlinie erfolgen. Sie umfasst damit den Wasserkörper und die Ufer mit ihren Röhrichten, Hochstaudenfluren und Pioniergesellschaften. Angrenzende, als terrestrisch zu beschreibende Bereiche gehören nicht zum Lebensraumtyp, auch wenn sie gelegentlich überflutet werden. Letztere sollten aber aus funktionalen Gründen in die Gebietsabgrenzung für Natura 2000 mit eingeschlossen werden.


Bemerkungen

In CORINE ist die Unterwasservegetation extra verschlüsselt (23.21).

 


 

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