Flache große Meeresarme und -buchten (Flachwasserzonen und Seegraswiesen)

NATURA 2000-Code: 1160

Definition

Flache große Meeresarme und -buchten mit ihren Flachwasserzonen, insbesondere zwischen den Inselketten der Nordsee und dem Festland (soweit nicht Wattflächen), einschließlich Bodden und Haffs der Ostsee (soweit nicht den Ästuaren oder Lagunen zuzurechnen); je nach Gebiet unterschiedliche Substrate (Hart-/Weichsubstrate), vegetationsfrei oder mit Seegraswiesen.


Beschreibung

Der Lebensraumtyp umfasst die flachen großen Meeresteile und -buchten, die an das Watt anschließen und in denen durchlichtete Bereiche dominieren, in denen noch Makroalgen wachsen können. Die ständig wasserbedeckten Seegraswiesen als einer der produktivsten und artenreichsten Teillebensräume unserer Meere gehören ebenfalls dazu.


Verbreitung

Naturgemäß kommt der Lebensraumtyp in Deutschland nur in der Nordsee in der Deutschen Bucht ungefähr bis zu den Inseln und in der Ostsee in der Flensburger Förde und einer Reihe von Bodden vor. Die größte Meeresbucht in der Ostsee ist der Greifswalder Bodden.


Gefährdung

Gefährdungen der flachen Meeresbuchten entstehen v. a. durch Schad- und Nährstoffeintrag, durch Fischerei, Ölförderung, Schifffahrt, Tourismus, z. T. militärische Nutzung, Offshore-Windenergieanlagen oder marine Sand- und Kiesgewinnung.


Schutz

Zum Schutz der Meeresbuchten sollte der Nähr- und Schadstoffeintrag v. a. über die Flüsse ins Meer stark reduziert werden. Mindestens Teilbereiche sollten als Totalreservate ohne jegliche Nutzung ausgewiesen werden, damit dauerhaft Ruhe- und Aufzuchtzonen vorhanden sind. Marine Natura 2000-Gebiete sollten von Bodenabbau und Windenergieanlagen frei bleiben.


Kartierungshinweise

Flachwasserzonen des Meeres in Küstennähe, d.h. mit ständiger Wasserbedeckung und in denen durchlichtete Flachwasserzonen dominieren. Die landseitige Grenze wird in der Ostsee durch die Mittelwasserlinie gebildet. Die Abgrenzung zu den Wattflächen der Nordsee erfolgt auf der Grundlage der Linie des mittleren Tide-Niedrigwassers. Innerhalb des Lebensraumtyps liegende Vorkommen von Lebensraumtyp 1110 (Sandbank), 1140 (Watt), 1170 (Riffe) werden ausgegrenzt und dem jeweiligen Typ zugeordnet. Buchten mit einen fjordartigen Charakter die Flachwasserbereiche aufweisen, werden vollständig diesem Typ zugeordnet. Eingedeichte Flächen zählen nicht zu diesem Lebensraumtyp. Im Gegensatz zu Lagunen (1150) besteht ein ständiger Wasseraustausch mit dem offenen Meer, und von Ästuaren (1130) unterscheiden sie sich durch das Fehlen eines deutlichen Süßwasserdurchstroms.


Bemerkungen

In CORINE sind Gewässerkörper (11.121), benthische Substrate (11.2) und Wasservegetation (11.3+11.4) extra gefasst.


 

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