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* Temporär wasserführende Karstseen


NATURA 2000-Code: *3180

Definition

Temporäre Karstseen und Erdfälle in Karstgebieten (z. B. in Irland 'turloughs' genannt), die sich oft durch spezifische Lebensgemeinschaften auszeichnen.


Beschreibung

Zum Lebensraumtyp gehören Karstseen und wassergefüllte Erdfälle in Karstgebieten. Ihr vom Karstwasser abhängiger Wasserspiegel schwankt stark. Auf die speziellen Bedingungen mit zeitweiliger Austrocknung sind spezialisierte Tiere, wie die kleinen "Urkrebse" Tanymastix lacunae oder Branchipus stagnalis angepaßt, die zeitweises Austrocknen mit Dauereiern überleben können.


Verbreitung

In Deutschland sind temporäre Karstseen ausgesprochen seltene Einzelerscheinungen. Die wenigen Vorkommen liegen u. a. in den verkarsteten Gebieten am südlichen Harzrand (in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt) und in den Kalkalpen.


Gefährdung

Hauptgefährdungsursachen dieser nur zeitweilig wassergefüllten Seen sind Veränderungen des Grund- und Karstwasserspiegels sowie Nährstoff- und Schadstoffeinträge. Bei kleinen Gewässern (z. B. Erdfälle) kann auch Verfüllung eine wichtige Gefährdungsursache darstellen.


Schutz

Für den Lebensraumtyp ist keine Pflege erforderlich. Es gilt Nähr- und Schadstoffeinträge weitgehend zu verhindern bzw. zu vermindern und den natürlichen Wasserhaushalt zu erhalten (z. B. keine Wasserentnahme im Einzugsgebiet). Das Wasser kann natürlicherweise auch über mehrere Jahre ausbleiben, so dass Schutz auch in der Trockenphase erforderlich ist.


Kartierungshinweise

Eine direkte Kartierung ist kaum möglich und genaue Kenntnisse der Hydrologie sind erforderlich. Manche dieser Gewässer treten episodisch in Abständen von mehreren Jahren auf.


 

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Letzte Änderung: 16.12.2011

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