Kalkreiche Niedermoore


NATURA 2000-Code: 7230

Definition

Kalkreiche Niedermoore des Caricion davallianae mit meist niedrigwüchsiger Seggen- und Binsenvegetation und Sumpfmoosen (Caricetalia davallianae). Dazu gehören der Davallseggenrasen (Caricetum davallianae) und die Kopfbinsenrasen (Primulo-Schoenetum ferruginei, Orchido-Schoenetum) sowie Bestände der Alpen-Binse (Juncus alpinus) und von Juncus subnodulosus.

Eingeschlossen sind auch wasserzügige und mit Basen gut versorgte kalkarme Standorte mit z. B. Vegetation des Caricetum frigidae.


Beschreibung

Unter diesem Lebensraumtyp werden kalkreiche Niedermoore mit meist niedrigwüchsiger Seggen- und Binsenvegetation und Sumpfmoosen gefasst. Dazu gehören u. a. der Davall-Seggenrasen und die Kopfbinsenrasen. Eingeschlossen sind auch wasserzügige und mit Basen gut versorgte kalkarme Standorte, sofern sie die typische Vegetation aufweisen.


Verbreitung

Kalkreiche Niedermoore sind besonders in kalkhaltigen Bereichen der Mittelgebirge, im Nordostdeutschen Tiefland und im Alpenvorland vorhanden. Besonders gute Ausprägungen finden sich im Alpenvorland und im Bereich der mecklenburgischen und brandenburgischen Seenplatten.


Gefährdung

Gefährdungen sind z. B. Absenkung des Grundwasserstandes, Entwässerung im Einzugsgebiet und die generelle Veränderung des Gewässerchemismus (Stoffeinträge). Auch die Veränderung der Nutzung wie Umbruch, Aufforstung, Düngung o. ä. beeinträchtigen den Lebensraumtyp. Die Aufgabe der extensiven Nutzung wirkt sich negativ auf die Qualität aus.


Schutz

Das typische Wasserregime sollte erhalten bzw. wieder hergestellt werden. Da der Lebensraumtyp größtenteils durch landwirtschaftliche Nutzung entstanden ist, ist zur Erhaltung eine entsprechende extensive Pflege durch Mahd oder Beweidung i. d. R. erforderlich.


Kartierungshinweise

Voraussetzung der Zuordnung zu diesem Lebensraumtyp ist das Vorhandensein eines durch Vegetation der aufgeführten Syntaxa ausgezeichneten Niedermoorkerns. Kleinräumige Durchdringungen mit Pfeifengraswiesen können integriert werden. Ist der Niedermoorkern vergleichsweise scharf begrenzt, so sollen für die Meldung für Natura 2000 Kontaktbiotope mindestens insoweit eingeschlossen werden, wie sie von der Geländeform oder der Hydrologie im Zusammenhang mit dem eigentlichen Niedermoorkern stehen. Bestände des Caricion davallianae in Dünentälern sind dem Lebensraumtyp 2190, Vermoorungen in feuchten Dünentälern zu zuordnen. Schlenken mit Characeen-Rasen in Niedermoorkomplexen sind mit eingeschlossen.


 

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