Mitteleuropäische subalpine Buchenwälder mit Ahorn und Rumex arifolius


NATURA 2000-Code: 9140

Definition

Hochmontane bis subalpine hochstaudenreiche Laubwälder mit Buche und Bergahorn in der Baumschicht (Aceri-Fagetum). Krautschicht artenreich, mit deutlichen Beziehungen zu den Betulo-Adenostyletea. Oft sind die Bäume an der Waldgrenze von niedrigem, krüppeligem Wuchs und mit epiphytischen Moosen und Flechten bewachsen.


Beschreibung

Der Lebensraumtyp kommt in den Hochlagen der Mittelgebirge und der Alpen nahe der Waldgrenze vor. Der Laubmischwald setzt sich v. a. aus Bergahorn und Buche zusammen, beigemischt ist häufig die Fichte. Im Unterwuchs ist eine reiche Krautschicht mit Hochstauden z. B. Blauem Eisenhut, Türkenbund, Quirlblättriger Weißwurz und Bergampfer entwickelt.


Verbreitung

Der Lebensraumtyp tritt nur kleinflächig und lokal in den Hochlagen der Mittelgebirge und der Alpen an Sonderstandorten, meist Steillagen mit Rutschgefährdung, auf. In Deutschland liegen die Vorkommen meist über 1.400 m Höhenlage, z. B. am Feldberggipfel oder in den Alpen.


Gefährdung

Wesentliche Gefährdungen sind v. a. Nadelholzaufforstungen, Rodungen, Nähr- und Schadstoffeintrag aus der Luft sowie zu hohe Wildbestände (u. a. auch Gams oder Mufflon als eingebürgerte Art).


Schutz

Eine Nutzung oder Pflege ist zum Erhalt des Lebensraumtyps nicht erforderlich. Die forstliche Nutzung ist wegen der Steillagen an diesen Sonderstandorten nicht wirtschaftlich und sollte daher ganz unterbleiben. Stellenweise kann eine Regulierung der Wildbestände erforderlich sein.


Kartierungshinweise

Kriterium zur Abgrenzung dieses Lebensraumtyps ist das Vorkommen von subalpinen Hochstauden (Betulo-Adenostyletea) in von Fagus sylvatica und Acer pseudoplatanus dominierten Wäldern. Bergahornreiche Hang- und Schluchtwälder niederer Lagen werden zum Lebensraumtyp Schlucht- und Hangmischwälder des Tilio-Acerion (9180) gestellt.


 

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