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Alpiner Lärchen-Arvenwald


NATURA 2000-Code: 9420

Definition

Lärchen- und Lärchen-Arvenwälder an der subalpinen Waldgrenze, in Deutschland z. B. in den Berchtesgadener Alpen auf mächtiger Tangel-Rendzina. Lärche und Arve können in Reinbeständen, gemischt oder zusammen mit Fichte auftreten. Baumschichtdeckung oft nur 30-60 %.


Beschreibung

Lärche und Arve bestimmen zum Teil in Reinbeständen oder gemischt mit Fichte den Lebensraumtyp, der in den Alpen an der Waldgrenze und meist in Steillagen vorkommt. Die Krautschicht bilden typischerweise Arten bodensaurer Standorte, wie z. B. Alpenrose, Heidel- und Preiselbeere, Schneeheide sowie seltener Reitgras.


Verbreitung

Die Lärchen-Arvenwälder sind in Deutschland bis auf wenige kleine Randvorkommen auf die Hochlagen der nördlichen Kalkalpen, z. B. im Berchtesgadener Raum, beschränkt. Die Hauptvorkommen des Lebensraumtyps liegen in Europa in den Hochlagen der Inneralpen z. B. in Österreich und in der Schweiz.


Gefährdung

Die Hauptgefährdungsfaktoren sind eine intensive Forstwirtschaft, überhöhte Wildbestände (zu intensive Fütterung, Einbringung von Gams, Mufflon etc.) sowie Nähr- und Schadstoffeintrag aus der Luft.


Schutz

Eine Nutzung oder Pflege ist zum Erhalt des Lebensraumtyps nicht erforderlich. Er stellt in den Hochlagen einen natürlichen Lawinen- und Erosionsschutz bis an die Waldgrenze dar. Eine forstliche Nutzung der wenigen Restbestände in Steillagen sollte weitgehend unterbleiben. Ggf. sind Maßnahmen zur Regulierung der Wilddichten erforderlich.


Kartierungshinweise

Bestände außerhalb der subalpinen Stufe und außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets der Lärche sind ausgeschlossen (Lärchenforste).


 

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Letzte Änderung: 02.03.2021

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