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IUCN Weltkongress

Internationale Naturschutzakademie Insel Vilm beim IUCN Weltkongress

Brent Mitchell von der Quebec Labrador Foundation / Atlantic Center for the Environment | Foto: Jessica Brown
Brent Mitchell von der Quebec Labrador Foundation / Atlantic Center for the Environment | Foto: Jessica Brown

Putbus/Insel Vilm, 9. September 2021: Vom 3. bis zum 11. September 2021 fand der Weltkongress (World Conservation Congress, WCC) der Weltnaturschutzunion (International Union for Conservation of Nature, IUCN) in Marseille als Hybrid-Veranstaltung statt. Die Internationale Naturschutzakademie Insel Vilm (INA) des BfN war an vier Veranstaltungen zum Thema Schutzgebiete beteiligt.

Im Training zum Thema ‘Recognising, supporting and reporting OECMs- other effective area-based conservation measures’ wurde das Konzept der weiteren effektiven, flächenbezogenen Naturschutzmaßnahmen als Ergänzung zu Schutzgebieten zur langfristigen Erhaltung der Biodiversität erläutert und anhand von zwei Fallstudien veranschaulicht. Im Anschluss konnten die Teilnehmenden die Schritte zur Identifizierung von OECMs an eigenen Beispielen in ihren Herkunftsländern durchspielen und potenzielle OECMS definieren. Das Training schloss mit einer regen Diskussion von Teilnehmenden weltweit. IUCN und INA haben zu diesem Thema kürzlich Schulungsmaterialien entwickelt, um das das Wissen über OECMs zu stärken.

Zum Thema private Schutzgebiete (Privately Protected Areas, PPAs) haben IUCN und INA ebenfalls Schulungsmaterialien zusammengestellt, die bald veröffentlicht werden. Grundlage der Veranstaltung ‚Privately Protected Areas on the Move‘ beim WCC in Marseille, waren die Richtlinien für private Schutzgebiete (Guidelines for Privately Protected Areas), die von PPA-Experten in Kurzvorträgen erläutert und durch angeleitete Gruppenarbeiten und -diskussionen ergänzt wurden.

Auf einer weiteren Trainingsveranstaltung wurden wichtige Schritte bei Einrichtung und Management Grenzübergreifender Schutzgebiete vermittelt. Hierbei wurden auch die Inhalte eines von IUCN mit Unterstützung der INA entwickelten Trainingsmoduls vorgestellt, dass online verfügbar ist.

Alle drei Veranstaltungen fanden als „Campus Sessions“ statt, die innerhalb des Kongresses explizit dem Ziel des Capacity Building dienen.

Im Rahmen einer Thematic Stream Session wurden außerdem Leitlinien zu kulturellen und spirituellen Werten von Natur in Schutzgebieten (Best Practise Guidelines on Spiritual and Cultural significance of Nature in Protected and Conserved Areas) vorgestellt. Diese sind von IUCN unter Beteiligung der INA entwickelt worden und konnten Anfang des Jahres veröffentlicht werden. Die Leitlinien sollen sicherstellen, dass beim Management von Schutzgebieten auch die kulturellen, spirituellen, ästhetischen, historischen und sozialen Werte beachtet werden, die die Natur für Menschen innehat.

IUCN ist die älteste und größte internationale Naturschutzorganisation. Im alle 4 Jahre stattfindenden WCC werden wichtige strategische Diskussionen rund um den Naturschutz geführt. Dieses Jahr hat der WCC im Hinblick auf die demnächst stattfindende 15. Vertragsstaatenkonferenz zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Conference of the Parties (COP) - Convention on Biological Diversity, CBD-COP), in der das neue Global Biodiversity Framework verabschiedet werden soll, eine besondere Bedeutung.

Bereits seit 2017 besteht zwischen BfN und IUCN eine Partnerschaftsvereinbarung, in deren Rahmen die INA mit IUCN neue Methoden, Instrumente und Trainings mit Bezug zu Schutzgebieten und Welterbe entwickeln.

Weiterführende Informationen: www.iucncongress2020.org