Bundesamt für Naturschutz

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Tagungsdokumentation

11. Vilmer Sommerakademie: Das 'Gute Leben' mit der Natur - Lebensstile und Naturschutz

17. bis 21. Juli 2011 am Bundesamt für Naturschutz-Internationale Naturschutzakademie Insel Vilm (in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Umweltethik der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen)

Informationen zur Tagung

Der westliche Lebensstil ist nicht globalisierbar und ein unbegrenztes Wachstum ist nicht möglich!
Diese Erkenntnisse der Ökologiebewegung führten inden 1970er Jahren zu Appellen und Askeseforderungen, die jedoch ohne eine Breitenwirkung blieben.

Inzwischen sind Lebensstile wieder zu einem hoch aktuellen Thema geworden. Exemplarisch hierfür ist die Erkenntnis der 2.Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“ des Wuppertal Institutes (2008): Ein großer Teil der Effizienzgewinne seit der 1. Studie 1996 ist durch einen weiter gestiegenen Verbrauch „aufgefressen“ worden.
Die zentrale Botschaft lautet: ohne Lebensstilveränderungen (Suffizienzgewinne) kann der ökologische Umbau der Gesellschaft nicht funktionieren. Effizienzgewinne allein werden auch in Zukunft nicht reichenund sie werden den Naturverbrauch und die Naturzerstörung nicht wirklich stoppen.

Moralische Forderungen und Appelle allein ans Bewusstsein sind jedoch unzureichend. Dies ist die Lehre aus den 1970 -1990er Jahren. Stattdessen muss es bei der Suche nach Änderungen von Lebensstilen auch um gesellschaftliche – politische - ökonomische Leitplanken und Lenkungsinstrumente gehen. Nachhaltige Lebensstile entstehen durch bewusstes, individuelles Handeln und unterstützende Rahmenbedingungen.
Darüber hinaus sind für Naturschützer/innen folgende Fragen besonders interessant:

* Welche Auswirkungen haben Lebensstile auf Naturerhaltung oder – zerstörung?

* Welche Lebensstile haben Menschen, denen Natur wichtig ist, welche können oder sollen sie anstreben?

* Welchen Stellenwert hat Natur und Naturerleben im Konzept eines guten Lebens?


Tagungsprogramm

Vilmer Thesen (Veröffentlichung in Natur und Landschaft (NuL) ist in Vorbereitung)


Präsentationen

I. Grundlegendes: Nachhaltigkeit statt Wachstum

Über Wachstumsgrenzen - naturale, technische, ökonomische und menschliche
Willfried Maier, (ehemaliger Senator für die GAL), Hamburg

Letzte Ausfahrt – Postwachstumsökonomie
Nico Paech, Universität Oldenburg

 

II. Was will der Mensch – was soll der Staat?

Das Allgemeininteresse ist etwas anderes als die Summe der Einzelinteressen,
Michael Beleites, Biogärtner, Blankenstein

Was Imponiert? Bilder - Vorbilder – Trugbilder
Juliane Übensee, Magisterstudentin, Universität Greifswald

Leitkultur Gegenkultur Alternativkultur? Zur Logik der Distinktionen und der Veränderungvon Lebensstilen
Ludwig Fischer, Kultur- und Literaturwissenschaftler, Universität Hamburg

Umbruch - Transformation - Lebenswelt: Hürden und Voraussetzungen für einen Lebensstilwandel
Michael Thomas, Soziologe, Berlin

 

III. Staatliche und zivilgesellschaftliche Handlungsfelder eines nachhaltigen Lebensstils und der Naturbewahrung

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster
Sylvia Lorek, AG Lebensstile im Forum Umwelt und Entwicklung, Overrath

Handlungsfeld: Landnutzung und Ernährung
Lieske Voget-Kleschin, Landschaftsökologin, Universität Greifswald

Handlungsfeld: Mobilität - Eine Auto-arme Entwicklung in Deutschland bis zum Jahr 2050?
Manfred Treber, Verkehrsreferent Germanwatch, Bonn

Handlungsfeld: Steuern und Subventionen
Damian Ludewig, FÖS, Berlin

 

IV. Nachhaltige Lebensstile - Natur gehört dazu!

„Achtsam leben – Das Private ist politisch“ – Die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“
Michael Kopatz, Wuppertal Institut, Osnabrück

Der Schulbauernhof als Lebensschule: ein Modellprojekt für Nachhaltigkeitsbildung
Stefanie Nordmann, LandWert Schulbauernhof e.V., Stralsund



Ansprechpartner

Bundesamt für Naturschutz
Dr. Norbert Wiersbinski, Telefon: 038301/86-111
Dr. Reinhard Piechocki, Telefon: 038301/86-132

Universität Tübingen - Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften
Dr. Thomas Potthast

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald - Professur für Umweltethik
Prof. Dr. Konrad Ott