Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Tagungsdokumentation

Naturschutz und Landwirtschaft im Dialog: GAP ab 2014 – Mehr Biodiversität im Ackerbau?

02. bis 05. Mai 2012 an der Internationale Naturschutzakademie Insel Vilm des Bundesamtes für Naturschutz

Informationen zur Tagung

Von der Gesamtfläche Deutschlands werden gegenwärtig 16,7 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzt, davon sind 11,8 Millionen Hektar Äcker. Auf diesen ackerbaulich genutzten Flächen hat sich im Verlauf von Jahrhunderten eine kulturangepasste Begleitflora und -fauna als Koppelprodukt der historischen Landwirtschaft etabliert. Intensivierung und marktwirtschaftlich begründete Rationalisierung der landwirtschaftlichen Produktion haben zu einem starken Rückgang dieser biologischen Vielfalt geführt. Ein Großteil der typischen Pflanzen- und Tierarten, insbesondere in den intensiv genutzten Ackerbaugebieten, hat dabei seinen Lebensraum verloren.

Um dieser auch weltweit zu beobachtenden Entwicklung entgegenzuwirken, wurde in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Internationalen Konferenz über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity [CBD]) von der Bundesregierung im Jahre 2007 die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) beschlossen. Diese sieht für den Bereich der Landwirtschaft bis zum Jahr 2020 unter anderem eine eindeutige Erhöhung der Biodiversität vor und strebt die Verbesserung der Bestandsentwicklung der Mehrzahl der Arten in Agrarökosystemen bis zum Jahre 2015 an. Für die Umsetzung dieser Zielvorgaben kommt der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2013 eine zentrale Bedeutung zu. Aktuell werden wichtige agrarpolitische Weichenstellungen auf europäischer sowie auf nationaler Ebene diskutiert.

Die Tagung hat das Ziel, die Erfordernisse und Möglichkeiten zum nachhaltigen Schutz der biologischen Vielfalt in ackerbaulich geprägten Landschaften darzustellen und vor dem Hintergrund der Optionen der GAP-Reform zu diskutieren. Die Ergebnisse sollen dabei so aufbereitet werden, dass sie unterstützend in den Prozess der Reform der Europäischen Agrarpolitik einfließen können.



Naturschutz als Pflichtaufgabe der Landwirtschaft - Chancen, Risiken und reale Möglichkeiten aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes
Steffen Pingen, DBV Berlin

Was kann mein landwirtschaftlicher Betrieb für die biologische Vielfalt leisten und was ist zumutbar?
Rudolph Bornheimer, Eggersdorf

Biologische Vielfalt durch GAP und GAK: Setzt die Politik die richtigen Anreize?
Matthias Strobl, NABU-Bundesverband Berlin

"Greening" in 1. Säule: Welche Anforderungen sollten an ökologische Vorrangflächen gestellt werden?
Nadja Kaspercyk, ifls Frankfurt/Main

Wie können die Bundesländer biologische Vielfalt auf dem Acker richtig fördern? Welche Angebote und Instrumente brauchen wir?
Hans Hochberg, TLL Jena

Beitrag der Landschaftsplanung zum Schutz der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften
Eick v. Ruschkowski, Leibniz-Universität Hannover


Ansprechpartner

Bundesamt für Naturschutz
Dr. Norbert Wiersbinski, Telefon: 038301/86-111
Dr. Manfred Klein, Telefon: 0228/8491-1820
Christel Schmelzeisen, Telefon: 0228/8491-1823

Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg
Dr. Gerd Berger, Telefon: 033432/82328

Institut für Agrarökologie und Biodiversität (IFAB) in Mannheim
Dr. Rainer Oppermann, Telefon: 0621/3288790

Schmetterling auf Blüte und Vogelküken im Feld, Copyright: Zalf e.V.