Bundesamt für Naturschutz

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Tagungsdokumentation

"Naturschutz und Landwirtschaft im Dialog - Grünland im Umbruch-"

27. - 30. April 2009 an der Internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm des Bundesamtes für Naturschutz.

Informationen und Vorträge zur Tagung

"Bis zum Jahr 2020 ist die Biodiversität in Agrarökosystemen deutlich erhöht. ... Bis 2015 nimmt der Flächenanteil naturschutzfachlich wertvoller Agrarbiotope (hochwertiges Grünland, Streuobstwiesen) um mindestens 10% gegenüber 2005 zu." (Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt, beschlossen vom Bundeskabinett am 7. November 2007,B 2.4)

"Grünland beherbergt als Lebensraum in der Agrarlandschaft mehr als die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Arten. Trotzdem verliert dieser Lebensraum weiterhin sowohl an Fläche als auch an Qualität. Schleswig-Holstein hat z.B. im Jahr 2008 gegenüber 2003 mehr als 5% seines Dauergrünlandanteils eingebüßt, und auch andere Bundesländer nähern sich der 5% Marke; kleinräumig können sich die Grünlandverluste dabei noch weitaus gravierender gestalten....Aber auch aus Gründen des Klimaschutzes ist ein Grünlandumbruch kontraproduktiv, ..."(Presseinformation des BfN vom 02. Oktober 2008)

Die beiden Zitate machen sehr deutlich, dass im Bereich Grünland dringender umwelt- und agrarpolitischer Handlungsbedarf besteht. Schutz und nachhaltige Nutzung dieses wertvollen Lebensraumes hängen eng zusammen. Sollen die o.g. Ziele erreicht werden, müssen Naturschutz und Landwirtschaft zu einem Dialog und einer Zusammenarbeit kommen.

Auf der Tagung wurden politische Erfordernisse, positive Beispiele bei der Erhaltung und Pflege von Grünland aber auch Ursachen und Probleme diskutiert, um rasch eine Trendwende insbesondere im Rahmen der Umsetzung des Health Check sowie für die Agrarpolitik ab 2013 einleiten zu können.

I. Zur aktuellen Situation des Grünlandes - Bestandsaufnahme und Handlungsoptionen im Rahmen der Umsetzung Health Check

Aus wissenschaftlicher Sicht – Erkenntnisse aus dem InVeKoS Projekt
Heike Nitsch, Johann Heinrich von Thünen Institut

Bemerkungen zur Situation des extensiven Grünlandes in Deutschland und zukunftsfähige Praxisbeispiele*
Rainer Luick, Hochschule Rottenburg

Agrarpolitische Maßnahmen in Bayern für Grünland - Bayern als Kernregion in Europa
Walter Schmitt, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Aus landespolitischer Sicht Nordrhein-Westfalens
Christof Weins, Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Aus Sicht der Naturschutzverbände
Florian Schöne, Naturschutzbund

Aus Sicht der Landwirtschaft
Ralf Benecke, Deutscher Bauernverband

Aus Sicht des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter
Hans Foldenauer, Bundesverband Deutscher Milchviehhalter

Grünland und Landschaftsästhetik
Werner Nohl, Kirchheim

II. Die neuen Herausforderungen

Grünland und Bioenergie*
Rainer Luick, Hochschule Rottenburg

*die Inhalte beider Vorträge (Rainer Luick) wurden zu einem Vortrag zusammengefaßt. (siehe oben unter TOP I)

Grünland und Klimaschutz
Wiebke Saathoff, Universität Hannover

Grünland und Schutz von Biodiversität und Gewässern
Rainer Oppermann, Institut für Agrarökologie und Biodiversität

Grünland und Milchquote
Bernd Voß, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.

III. Lösungsansätze – praktisch und politisch

Praxisbeispiel im Fokus: thermische Verwertung von Schnittgut aus extensivem Grünland
Katja Gödeke, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft

Agrarumweltprogramme und Vertragsnaturschutz stärken
Ursula Stratmann, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Erfordernisse für die europäische Agrarpolitik 2013 +
Andreas Kärcher, Bundesamt für Naturschutz