Bundesamt für Naturschutz

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Tagungsdokumentation

Naturschutz und Landwirtschaft im Dialog: Grünland und GAP-Reform 2013 - Weg(e) aus der Sackgasse und Aufbruch zu neuen Horizonten!

04. bis 07. Oktober 2011 am Bundesamt für Naturschutz-Internationale Naturschutzakademie Insel Vilm in Kooperation mit dem Institut für angewandte Forschung der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR)

Informationen zur Tagung

Acker-Witwenblume mit Widderchen, Copyright by Sabine Stein

Grünlandflächen sind prägende Elemente in der Agrarlandschaft mit hohem ästhetischem Naturwert. Sie sind unverzichtbare Bestandteile einer multifunktionalen Landwirtschaft, die nicht nur der Food- oder Non-Food Produktion dienen, sondern auch landschaftspflegerische Leistungen für Freizeit und Erholung erzielen. Zudem beherbergt Grünland als Lebensraum mehr als die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Arten. Jedoch nimmt sowohl die Fläche als auch die Qualität des Dauergrünlandes seit Jahren in Deutschland ab. Der anhaltende Grünlandverlust macht deutlich, dass dringender Handlungsbedarf zum Schutz des Grünlandes und der von ihm ausgehenden Ökosystemleistungen besteht.

Dies kann nur in einem kohärenten System der auf Ebene der EU, des Bundes und der Länder bestehenden Instrumente gelingen. Die bevorstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 wird die zukünftigen Rahmenbedingungen für einen wirksamen Grünlandschutz entscheidend bestimmen. Die Tagung aus der Reihe „Naturschutz und Landwirtschaft im Dialog“ hat zum Ziel, die Effektivität von Instrumenten zum Grünlandschutz zusammen mit den Erfahrungen von Praktikern zu beleuchten und zu ergänzen. Es sollen fachliche und politische Erfordernisse, positive Beispiele bei der Erhaltung und Pflege von Grünland, aber auch Probleme aus Sicht des Naturschutzes und der Landwirtschaft diskutiert werden, um mit der GAP Reform 2013 auch eine Trendwende beim Grünlandverlust erreichen zu können.



Präsentationen

I. Grünland und GAP-Reform 2013 - Rahmenbedingungen und aktuelle Trends

Bestandsaufnahme und Handlungsoptionen aus Sicht der EU, des Bundes und der Länder

Überlegungen zur Politik der Entwicklung ländlicher Räume nach 2013,
Michael Pielke, EU-Kommission, Brüssel (via Skype zugeschaltet)

Bestandsaufnahme und Handlungsoptionen aus der Sicht des BMU,
Almuth Ostermeyer-Schlöder, BMU, Bonn

Grünland und GAP-Reform 2013 – Weg aus der Sackgasse (?) und Aufbruch zu neuen Horizonten,
Walter Schmitt, BMELV, Berlin

Bestandsaufnahme und Handlungsoptionen zum Grünland in Niedersachsen,
Gisela Wicke, NLWKN, Hannover

Die Einschätzung der Wissenschaft

Die Relevanz des Grünlands für den Naturschutz,
Rainer Luick, HFR, Rottenburg

Instrumente für einen effektiven Schutz von Dauergrünland,
Jörg Schramek, IFLS, Frankfurt und Bernhard Osterburg, vTI, Braunschweig

HNV und Grünland in Deutschland und in Europa,
Daniel Fuchs, PAN, München

Bewertung der Ökosystemdienstleistungen von HNV-Grünland,
Michaela Reutter, ZALF, Müncheberg

Grasland als bedeutender Lebensraum für Agrarvögel und Indikatorvogelarten,
Jörg Hoffmann, JKI, Braunschweig

 


Landschaftsfoto von Weideland mit Saumstrukturen und Waldrand, Copyright by Sabine Stein

II. Situation in der Praxis

Weg(e) aus der Sackgasse…

Nutzungsmöglichkeiten von Grünland zwischen Naturschutz und betrieblichen Erfordernissen,
Bettina Tonn, Universität Göttingen

Zukunft der Milcherzeugung am Beispiel des Betriebes Lucht – bleibt der Naturschutz auf der Strecke?,
Klaus Peter Lucht, Betriebsleiter Heuhotel Mörel

Erfahrungen eines Milchviehbetriebs in der Eifel mit der Bewirtschaftung von artenreichem Grünland,
Stefan Hermeling, Betriebsleiter Heidehof, Blankenheim

Naturschutzfachlich relevante Ergebnisse aus der Integration von Extensivgrünland in Milchviehbetriebe 1985-2010,
Wolfgang Schumacher, Universität Bonn

…und Aufbruch zu neuen Horizonten!

Biogas: Grünlandvernichtung und Grünlandschutz – Bericht aus Niedersachsen, Uwe Baumert, NABU Niedersachsen, Hof Naturflecken, Deinstedt

Grünlandmanagement, Naturschutz und Biogaserzeugung,
Wulf Carius, Betriebsleiter BUND-Hof Wendbüdel, Prinzhöfte

Heupellets und Weidewirtschaft als zwei Optionen für die Nutzung von Extensivgrünland,
Rainer Luick, HFR, Rottenburg

Ausgetretene Pfade und neue Perspektiven: Grünlandschutz mit Agrarumwelt-programmen & Co,
Jan Freese, DVS in der BLE, Bonn

 


Ansprechpartner

Bundesamt für Naturschutz
Dr. Norbert Wiersbinski, Telefon: 038301/86-111
Dr. Manfred Klein, Telefon: 0228/8491-1820
Nadine Becker, Telefon: 0228/8491-1833

Institut für angewandte Forschung der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR)
Prof. Dr. Rainer Luick, Telefon: 07472/951-238
Sabine Stein