Bundesamt für Naturschutz

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Tagungsdokumentation

Nachhaltige Lebensstile – welchen Beitrag kann ein bewussterer Fleischkonsum zu mehr Klimaschutz und global gerechter Entwicklung leisten?

15. bis 18. Oktober 2012 am Bundesamt für Naturschutz-Internationale Naturschutzakademie Insel Vilm in Kooperation mit der Universität Greifswald (Professur für Umweltethik).

Informationen zur Tagung

Nachhaltige Lebensstile entstehen nicht auf dem Verordnungsweg oder von allein. Sie erfordern konkretes und bewusstes Handeln auf politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und privater Ebene. Als ein wichtiges Handlungsfeld ist der sehr hohe und noch immer wachsende Fleischkonsum in den Industrie- und Schwellenländern in den Fokus geraten. Dieser Konsum hat enorme Bedeutung für das Welternährungsproblem, die Art der Landnutzung, den Klimaschutz, die Gesundheit und den Naturschutz. Er ist eine wichtige und zudem relativ leicht zu drehende Stellschraube für einen nachhaltigen, naturverträglichen Lebensstil.

Die dreiteilige Tagungsreihe thematisierte, welchen Beitrag ein bewussterer Fleischkonsum zu mehr Naturschutz, Klimaschutz und Gesundheit leisten kann. Die zweite Veranstaltung im Rahmen der Reihe beschäftigte sich mit der Frage:  Welchen Beitrag kann ein bewussterer Fleischkonsum zu mehr Klimaschutz und global gerechter Entwicklung leisten?

Innerhalb der Tagungen wurde ein Bogen gespannt von konkreten Fallbeispielen über normativ-theoretische Auseinandersetzungen mit Nachhaltigkeitsfragen bis hin zu einer Verbindung der beiden Elemente und konkreten Umsetzungsvorschlägen.
Neben Expertenreferaten liess die Veranstaltung verhältnismäßig viel Raum für eine aktive Einbindung der Tagungsteilnehmerinnen. Denn für Lebensstile ist jede Expertin – mindestens für ihren eigenen.
In Abgrenzung zu moralisierenden Verzichtspredigten diskutierten wir, in wie fern ein bewussterer Fleischkonsum nicht nur dem Tier- und Naturschutz förderlich ist, sondern darüber hinaus mehr Lebensqualität und Genuss für die Verbraucherinnen bedeutet und somit echte Win-Win-Situationen möglich sind

(Die verwendete weibliche Form schließt die männliche ein.)



Präsentationen

Nachhaltigkeit und nachhaltige Lebensstile

Nachhaltigkeit und nachhaltiger Konsum
Sylvia Lorek, Sustainable Europe Research Institute Germany e.V. Overrath

Nachhaltige Lebensstile: freiwillige Veränderungen und politische Rahmenbedingungen
Manfred Linz, Institut für Klima, Umwelt, Energie Wuppertal

Fleischproduktion, Klimawandel und Welternährung

Fleischproduktion, Fleischkonsum und Klimawandel
Benjamin Bodirsky, PIK Potsdam

Klimabilanzierung von Lebensmitteln - wie geht das?
Martin Möller, Ökoinstitut Freiburg

Fleisch frisst Land
Tanja Dräger de Teran, WWF Deutschland Berlin

Entwicklungspolitische Aspekte (krankheitsbedingt entfallen)
Michael Windfuhr, Deutsches Institut für Menschenrechte Berlin 

Ökologischer Landbau – Synergien und Konflikte 
Gerald Wehde, Bioland Mainz

Die Kuh ist kein Klimakiller 
Anita Idel, Mediation & Projektmanagement Agrobiodiversität Berlin 


Fragen bewussten Fleischkonsums kreativ vermitteln – die Ausstellung
„Alles Wurst“ 
Friederike Börner-Dräger, Umweltbüro Nord e.V. Stralsund

Die Ausstellung besteht aus einem Tisch auf dem sechs Mahlzeiten aufgedeckt sind: je zweimal Frühstück, Mittagessen und Abendbrot.
Neben jedem Teller liegt eine „Rechnung“, darauf steht, wie viel des „Treibhausgases“ Kohlendioxid bei der Herstellung der Lebensmittel freigesetzt worden ist. 

Anbei finden Sie die in der Ausstellung verwendeten Materialien.

Ausstellungstisch mit beispielhaftem Frühstück in einem Restaurant

Nachhaltigen Fleischkonsum umsetzen

Die kulturelle Bedeutung des Fleischkonsums in Mitteleuropa – warum ist es so schwer, etwas zu ändern?
Manuel Trummer, Universität Regensburg

Klimaoptimiert essen – wie geht das?
Stephanie Schropp, co2-online Berlin

Der Veggietag als Beitrag zu einem nachhaltigen Fleischkonsum
Eberhard Röhrig von der Meer, Umweltzentrum Hannover e.V.
Jörg Lange, Lindenkrug Hannover und DEHOGA Region Hannover e.V.

 

Podiumsdiskussion: Wie kann die Politik gestaltend eingreifen

- Jutta Gerkan, Bündnis 90/Die Grünen Mecklenburg-Vorpommern

- Julia Sievers-Lange, Agrarkoordination

- Simon Meisch, IZEW Tübingen (erscheint demnächst)

 


Ansprechpartner

Bundesamt für Naturschutz 
Dr. Norbert Wiersbinski, Telefon: 038301/86-111

Universität Kiel, Professur für Philosophie und Ethik der Umwelt
Dipl. laök Lieske Voget-Kleschin, Telefon: 0431-880-2823
Prof. Dr. Konrad Ott, Telefon: 0431-880-2822