Bundesamt für Naturschutz

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Tagungsdokumentation

Naturschutz und Landwirtschaft im Dialog - GRÜNLAND QUO VADIS - Wanderschäfer und Milchbauern sichern das Grünland – Wie lange noch?

24. bis 27. November 2014 an der Internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm des Bundesamtes für Naturschutz.

Informationen zur Tagung

Vom Grünland hängen große Teile der biologischen Vielfalt ab und es erbringt darüber hinaus wichtige ökologische Leistungen im Naturhaushalt, etwa für den Wasser-, Boden und Klimaschutz. Blühende Wiesen und Weiden haben eine hohe emotionale und ästhetische Bedeutung und sind, für die Wertschöpfung etwa in verschiedenen Tourismusregionen von Bedeutung. Der fortschreitende Verlust insbesondere des wertvollen artenreichen Grünlandes ist daher ein deutliches Alarmzeichen hinsichtlich der Zielerreichung nationaler wie europäischer Biodiversitätsziele.

Zwar wird dem Schutz und der Förderung des Grünlandes in der reformierten EU-Agrarpolitik eine etwas stärkere Bedeutung als bisher beigemessen. Auch gibt es in einigen Bundesländern bereits Grünlanderhaltungsgebote. Dennoch sind drängende Fragen zu beantworten: Wie können die für den Naturschutz wertvollen und wichtigen Wanderschäfer unterstützt werden? Welche Auswirkungen hat der geplante Wegfall der Milchquote auf das Grünland? Wie können die Fördermittel möglichst effizient und zielführend eingesetzt werden? Denn die Naturschutzleistungen einer extensiven Bewirtschaftung, die für den Erhalt der wertvollen Grünlandlebensräume unerlässlich ist, müssen besser honoriert werden, damit sich der Erhalt von Grünland auch wirtschaftlich trägt.

Die Tagung sollte die Möglichkeiten zum Erhalt des Grünlandes vor dem Hintergrund der neuen GAP-Regelungen und den erwarteten Änderungen im Milchsektor insbesondere aus Sicht der Schäferei- und Milchviehbetriebe beleuchten und damit auch zu einer vom BfN geforderten nationalen Grünlandstrategie beitragen.



Präsentationen

Agrarpolitische Rahmenbedingungen

Grünlanderhalt und -förderung
Andreas Kärcher (BfN/ MLR-BW)

(Extensive) Weidesysteme in der neuen GAP - Situation und Perspektiven für Deutschland und Europa
Prof. Dr. Rainer Luick, Hochschule Rottenburg

Strategien für die Zukunft
Dr. Katrin Kuka, Leiterin Stabsstelle "Grünland", Julius Kühn-Institut (JKI), Braunschweig

Ökologische Leistungen der Schafhaltung und deren Vermittlung in Gesellschaft und Politik

Bedeutung der Schafhaltung für die Avifauna
Gerd Bauschmann, Staatl. Vogelschutzwarte, Frankfurt a. Main

Bedeutung für Klima-, Gewässer- und Bodenschutz
Prof. Dr. Nicole Wrage-Mönnig, Universität Rostock

Natura 2000 und Schafhaltung
Florian Wagner, Agrar- und Landschaftskonzepte, Beratung, Pliezhausen

Probleme der Schafhaltung in Deutschland und Lösungsmöglichkeiten

Entwicklungen der Schafbestände und Problemaufriss
Arno Rudolph, TLL, Jena

Integration von Landschaftselementen in die Agrarförderung - Sicht der Berufsschäfer
Günther Czerkus, Bundesverband der Berufsschäfer, Wallendorf

Rentabilität der Schafhaltung
Florian Wagner

Milchpolitik und die Auswirkung auf die biologische Vielfalt, insbesondere auf Grünlandstandorten

Wegfall der Milchquote - wohin geht die Reise? Was plant Brüssel?
Johanna Böse-Hartje, AbL, Thedinghausen

Erwartete Entwicklung in Deutschland
Georg Maas, BDM-Bundesbeirat, Lützow

Wiesenvögel brauchen Kühe! Ein Kooperationsprojekt von Naturschützern und Landwirten in Schleswig-Holstein.
Heike Jeromin, Michael-Otto-Institut im NABU, Bergenhusen

Perspektiven für das Grünland: Milchbauern berichten aus Regionen - Was kann/muss die Gesellschaft/Politik tun? Welche Hemmnisse und Lösungsmöglichkeiten gibt es?

Situation in Brandenburg
Rudolf Vögel, LUA

Situation in Schleswig-Holstein
Anneli Wehling, BDM-Landesteam

Gastvortrag: Extensive grasslands in Romania with focus on the situation in the Apuseni Mountains (Western Carpathians)
Agnes Balazsi, University of Cluj-Napocca & Universität Freiburg

Impulsvorträge und Diskussion

Erfordernisse für die nächste Förderperiode
Arne Bilau, BUND, Schwerin

Erwartungen an die Entscheidungsträger
Günther Czerkus, Bundesverband Berufsschäfer

Vermarktung
Helge Dieckmann, BDM-Landesteam Mecklenburg-Vorpommern

Abschlussdiskussion / Fazit


Ansprechpartner

Bundesamt für Naturschutz  
Dr. Norbert Wiersbinski, Telefon: 038301/86-111
Andreas Krug, Telefon: 0228/8491-1810