Bundesamt für Naturschutz

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Tagungsdokumentation

Naturverträgliche Energiewende – Zwischen Allen Stühlen?

Workshop „Wie kann eine Kommunikationsstrategie des Naturschutzes aussehen?

06. bis 09. Oktober 2015 an der Internationale Naturschutzakademie Insel Vilm des Bundesamtes für Naturschutz

Hintergrundinformationen

Auch aus Sicht des Naturschutzes ist die Umstellung von fossilen und atomaren auf erneuerbare und CO2-neutrale Energieträger unabdingbar. Dadurch werden sich im Zuge der Energiewende vertraute Landschaftsbilder weiterhin verändern, was gesellschaftlich kontrovers bewertet und diskutiert wird. Auswirkungen auf den Naturhaushalt sowie Flora und Fauna werden sich nicht vollkommen vermeiden lassen.

Dennoch muss die "Energiewende" so natur- und landschaftsverträglich wie möglich erfolgen. Dies erfordert die Reduktion des Energieverbrauchs, denn Energie, die nicht erzeugt werden muss, beansprucht weder Flächen noch Infrastruktur und ist daher frei von negativen ökologischen Nebenwirkungen. Obwohl die Reduktion des Energieverbrauchs ein elementarer Bestandteil für das Gelingen der Energiepolitik der Bundesregierung ist, wird dies öffentlich bislang nur nachrangig diskutiert - insbesondere die Notwendigkeit zur Veränderung individuellen "Energieverbrauchsverhaltens" wird kaum thematisiert. Dies ist jedoch dringend nötig, da die Energiewende neben dem Ausbau erneuerbarer Energien und technischen Effizienzsteigerungen vermutlich auch Änderungen des "Energieverhaltens" von Wirtschaft und BürgerInnen erfordert.

Denn klar ist: Der Ausstieg aus Kohle und Atomkraft, die Erhaltung von (möglichst vielen charakteristischen) Landschaften und der biologischen Vielfalt, sowie die Beibehaltung unseres bisherigen Energieverbrauchs sind nicht gleichzeitig zu verwirklichen, sondern stehen teilweise im Widerspruch zueinander und sind daher gegeneinander abzuwägen.

Um EndverbraucherInnen für eine naturverträgliche Energiewende zu sensibilisieren und die Notwendigkeit von Verhaltensänderungen im Alltag zu vermitteln, bedarf es einer Kommunikationsstrategie des Naturschutzes. Erste Ansätze hierfür sollen auf dem Workshop vorgestellt und weiter entwickelt werden.



Präsentationen

I. Individuelles Verhalten – Widersprüche und Energieverbrauch

Förderung energiesparenden Verhaltens im Kontext der wahrgenommenen Folgen der Energiewende für Natur und Landschaft
Dr. Anke Blöbaum, Kon-sys, Köln

Konsumverhalten verstehen - Am Beispiel Energiesuffizienz im Haushalt
Dr. Lars-Arvid Brischke, Ifeu, Berlin

Der Wunsch nach sauberer Energie und die Herausforderungen bei der Realisierung
Ines Heger, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Potsdam

II. Welche Rahmenbedingungen braucht eine naturverträgliche Energiewende?

Strukturelle Rahmenbedingungen für Energieeinsparungen und Energieeffizienzsteigerungen beim Stromverbrauch in Haushalten
Dr. Dörte Ohlhorst, Institut für nachhaltige Energie- und Ressourcennutzung (INER), Berlin

Suffizienz als politische Praxis
Friederike Korte, IZT, Berlin

Rahmenbedingungen des Naturschutzes
Dr. Elke Bruns; INER, Berlin (entfallen) Ersatz: Fabian Zuber, Bündnis Bürgerenergie e.V. , Berlin

III. Kommunikationsstrategie des Naturschutzes – Wer, wie, für wen?

Bestandteile einer Kommunikationsstrategie des Naturschutzes
Ute Holzmann-Sach, Büro für Umweltkommunikation, Birkenwerder (b. Berlin)

Geeignete Kommunikationsmethoden - Erfahrungen aus dem Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz
Franz Pöter, BUND Baden-Württemberg, Stuttgart

Welche Potenziale bieten soziale Medien zur Unterstützung einer Kommunikationsstrategie
Jona Hölderle, Pluralog, Neuenhagen (bei Berlin)

Energiewende - Grenzen des Journalismus
Jörg Staude, Klimaretter.info, Berlin


Ansprechpartner

Bundesamt für Naturschutz 
Kathrin Ammermann, Telefon: 0341/30977-20
Dr. Norbert Wiersbinski, Telefon: 038301/86-111

Technische Universität Berlin - FG Landschaftsplanung und Landschaftsentwicklung
Prof. Dr. Stefan Heiland, Telefon: 030/314-79094
Dr. Bernd Demuth, Telefon: 030/314-21388

Hochschule Rottenburg
Prof. Dr. Rainer Luick, Telefon: 07472/951-238
Dimitri Vedel