Bundesamt für Naturschutz

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Tagungsdokumentation

Strategie-Workshop: „Vom rechten Maß und der richtigen Vermittlung ökonomischer Ansätze im Naturschutz“

17. bis 20. November 2014 an der Internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm des Bundesamtes für Naturschutz.

Informationen zur Tagung

Das Memorandum "Ökonomie für den Naturschutz", veröffentlicht 2009 von einer Gruppe namhafter Naturschutzökonomen, forderte ein Umdenken im Naturschutz in Richtung eines stärkeren Einsatzes ökonomischer Instrumente.

Der internationale TEEB-Bericht (The Economics of Ecosystems and Biodiversity) stellte zudem die vorherrschende Wertorientierung des Naturschutzes auf den Eigenwert der Natur in Frage, indem er die Frage des wirtschaftlichen Wertes von biologischer Vielfalt und Ökosystemleistungen in das Zentrum einer weltweiten Analyse stellte. Das ökonomisch geprägte Konzept der Ökosystemleistungen (Leistungen der Natur für Mensch und Gesellschaft), das 2005 im Millennium Ecosystem Assessment weltweit bekannt gemacht wurde, fand Eingang in die Ziele der CBD (Konvention über die biologische Vielfalt) und die Europäische Biodiversitätsstrategie.

Inzwischen wurde deutlich, dass mit der zunehmenden Prominenz und Bedeutung ökonomischer Ansätze auch die Kritik an Ihnen gewachsen ist. Stichworte sind u.a.:

- Verwertung statt Eigenwerte

- Privatwirtschaftliches Kalkül statt Primat gesellschaftlicher Entscheidung

- Ausdehnung des Prinzips der Gewinnorientierung auf das Feld der biologischen Vielfalt

- Einordnung der Natur in ökonomische Kalküle

- Messbarmachung des Nicht-Messbaren

Im Workshop wurden Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren ökonomischer Ansätze im Naturschutz analysiert. Darauf aufbauend wurden erste Ansätze für Good-Practice Empfehlungen zur Umsetzung, Einführung und Vermittlung ökonomischer Ansätze im Naturschutz erarbeitet.



Präsentationen

1. GRUNDLAGEN UND POSITIONEN

Aufgaben einer Ökonomie des Naturschutzes
Prof. em. Dr. Ulrich Hampicke (Universität Greifswald)

Verbesserte Quantifizierung und Darstellung des Nutzens von Umweltschutz: Politischer Auftrag und Rahmenbedingungen
Dr. Holger Seidel (BMUB)

Schätzung von Umweltkosten im Bereich Ökosystemleistungen - Ansätze, Überlegungen und Positionen des UBA
Dr. Astrid Matthey (UBA)

TEEB-Deutschland: Zielsetzung und Botschaften
Prof. Dr. Bernd Hansjürgens (UFZ, Leipzig)

Wirtschaftliche Bedeutung von Ökosystemleistun­gen - Einblicke in die Diskussion in Österreich
Elisabeth Schwaiger (Umweltbundesamt, Wien)

Ökonomische Ansätze und internationale Naturschutzpolitik - Eine Position der Umweltverbände
Friedrich Wulf (Pro Natur, Schweiz, Friends of the Earth Europe)

2. SPEZIELLE FRAGESTELLUNGEN

Ökonomische Bewertung I: Naturschutz vermeidet Kosten
Dr. Henry Wüstemann (TU-Berlin)

Ökonomische Bewertung II: Zahlungsbereitschaft für Naturschutz
Dr. Jan Barkmann (Universität Göttingen)

Nutzwert, Eigenwert, Selbstwert - Was kann, darf und soll Gegenstand ökonomischer Bewertung sein?
Dr. Uta Eser (Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen)

Motivation und Honorierung - Verschiedene Ansätze einer zielgerichteten Honorierung ökologischer Leistungen
Dr. Gerald Schwarz (Thünen Institut für Betriebswirtschaft, Braunschweig)

Märkte für Natur: Rahmenbedingungen und Aktivitäten der Flächenagenturen
Anne Schöps (Bundesverband der Flächenagenturen)

Natur und Naturbewertung in Unternehmensstrategien
Sally Maria Ollech (Geschäftsstelle Biodiversity in Good Company, Berlin)

NGOs und Märkte für Natur
Suleika Suntken (Deutsche Umwelthilfe, Bundesgeschäftsstelle Berlin)

3. GLOBAL DENKEN – LOKAL HANDELN

Ökonomische Ansätze als komplementäre Naturschutzstrategien in Mecklenburg-Vorpommern
Dr. Thorsten Permien (Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern)

Vom Wert der Natur" Über den Sinn und Unsinn einer Neuen Ökonomie der Natur
Barbara Unmüßig (Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin)

4. STÄRKEN, SCHWÄCHEN, CHANCEN UND GEFAHREN – GOOD PRACTICES FÜR ÖKONOMISCHE ANSÄTZE IM NATURSCHUTZ

Zusammenfassung der Abschlussdiskussion (ist in Bearbeitung)

 


Ansprechpartner

Bundesamt für Naturschutz
Burkhard Schweppe-Kraft, Telefon: 0228/8491-1721
Karin Robinet, Telefon: 0228/8491-1722
Katharina Dietrich, Telefon: 0228/8491-1732
Dr. Norbert Wiersbinski, Telefon: 038301/86-111

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