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Naturschutz

Thüringer Rhönhutungen: Kulturlandlandschaft dauerhaft gesichert

  • Naturschutzgroßprojekt wird nach 13-jähriger Förderung abgeschlossen
  • Erfolge im Projekt belegen den Grundsatz „Schützen durch Nutzen“
Rhön Westhardt bei Kaltennordheim

Rhön Westhardt bei Kaltennordheim - Foto: Julia Gombert LPV Röhn

Bonn, 10. September 2015: Das Naturschutzgroßprojekt "Thüringer Rhönhutungen" wird nach 13-jähriger Förderung zum Ende des Jahres 2015 erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt, dessen Kerngebiete etwa 3.500 Hektar umfassen, sichert langfristig eine beeindruckende Kulturlandschaft der Vorderrhön. Von den rund sechs Millionen Euro für die Fördermaßnahmen in den Kerngebieten hat der Bund etwa 4,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

"Mit der im Projekt geleisteten Arbeit ist es gelungen, großflächig einen Ausschnitt der Kulturlandschaft zu erhalten und zu sichern, wie er für das Landschaftsbild der Vorderrhön typisch ist", sagte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), anlässlich der Festveranstaltung zum Projektabschluss am heutigen Donnerstag.

Mit Erstpflegemaßnahmen wurden rund 440 Hektar der charakteristischen Biotope der Vorderrhön wie großflächige Trocken- und Halbtrockenrasen, Wacholderheiden, Kahlheiden und Steintriften entbuscht - das heißt von Gehölzaufwuchs befreit. Im Vordergrund stand dabei die Wiederherstellung des Verbundes der ausgedehnten Kalkmagerrasen. So ist es zum Beispiel gelungen, großflächige Schafweiden, Hutungen genannt, wieder miteinander zu verbinden. Die komplette Durchgängigkeit dieser Hutungsbänder ist wichtig, um die besonders schützenswerten Trockenbiotope weiterhin durch die extensive traditionelle Beweidung mit Schafen und Ziegen in ihrem kulturlandschaftstypischen Zustand erhalten zu können.

Diese wiedergewonnenen Grünlandlebensräume bilden Überlebensmöglichkeiten für zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Darunter sind viele Orchideen- und Enzianarten wie Ohnhorn, Einknollige Honigorchis oder Kreuzenzian und Schmetterlingsarten wie die Berghexe und der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Der Schutz dieser Lebensräume durch ein angepasstes Beweidungsmanagement garantiert die langfristige Erhaltung dieser einzigartigen Naturschätze der Vorderrhön.

"Die Erfolge des Naturschutzgroßprojektes belegen die Notwendigkeit des Grundsatzes, Schützen durch Nutzen` für vom Menschen geschaffene, extensiv genutzte Lebensräume in unseren Kulturlandschaften", sagte Prof. Jessel. "Die langfristige Sicherung artenreicher Kalkmagerrasen wie die der thüringischen Rhön ist nur mit der traditionellen Schafbeweidung möglich. Solche Grünlandflächen sind prägende Elemente in der Kulturlandschaft und besitzen auch hohen ästhetischen Wert. Ob es in Zukunft gelingen wird, diese besonders wertvollen Naturqualitäten zu bewahren, hängt im Wesentlichen davon ab, wie konsequent dieser Grundsatz weiterhin verwirklicht wird", erklärte die BfN-Präsidentin.                                                       

Die Verantwortung für die Thüringer Rhönhutungen wird nach Projektabschluss beim Freistaat Thüringen und beim Landschaftspflegeverband "Biosphärenreservat Thüringische Rhön" e.V. als Projektträger des Naturschutzgroßprojektes liegen.

Hintergrund
Das Naturschutzgroßprojekt gehört zu 77 Vorhaben, die der Bund als "gesamtstaatlich repräsentative Naturschutzgroßprojekte" im Rahmen des Förderprogramms "Chance.natur-Bundesförderung Naturschutz" bereits finanziert hat bzw. noch fördert. Mit diesem Programm unterstützt der Bund seit mittlerweile 36 Jahren die Bundesländer mit dem Ziel, großflächige und besonders wertvolle Lebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen langfristig zu sichern. Bisher konnten 57 Vorhaben erfolgreich abgeschlossen werden. In 20 laufenden Naturschutzgroßprojekten werden u.a. die Fachplanung, Flächenerwerb, Maßnahmen des Naturschutzes und das Projektmanagement finanziert. Die jeweils betroffenen Bundesländer sowie Projekt-träger verpflichten sich darüber hinaus zu einem nachhaltigen Schutz und einer naturverträglichen Entwick-lung des Projektgebietes auch über die begrenzte Bundesförderung hinaus.

 


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Letzte Änderung: 09.09.2015

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