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UNESCO-Welterbekomitee erkennt neue Naturerbestätten an

  • Neue Welterbestätten schützen Natur- und Kulturerbe zugleich
  • Internationale Naturschutzunion (IUCN) und BfN präsentieren Projekt zu Weltnaturerbe und Ökosystemleistungen
Chribiquete National Park (Foto: IUCN/Charles Besancon)

Chribiquete National Park (Foto: IUCN/Charles Besancon)

Bonn, 03. Juli 2018: Das UNESCO-Welterbekomitee hat gestern, 2. Juli 2018, auf seiner 42. Sitzung entschieden, folgende neue Naturerbestätten in die Welterbeliste aufzunehmen: Chaine des Puys – Tektonikarena der Limagne-Verwerfung (Frankreich),  Fanjingshan (China) und die Barberton Makhonjwa-Berge (Südafrika). Damit vergrößert sich die Weltnaturerbe-Familie, zu der in Deutschland das Wattenmeer und fünf Buchenwaldgebiete gehören, auf 209. Das Entscheidungsgremium des UNESCO-Welterbeübereinkommens tagt vom 24. Juni bis zum 04. Juli 2018 in Manama, Bahrain.

Zu den Highlights der Sitzung zählte die Anerkennung dreier gemischter Welterbestätten, die zugleich Natur- und Kulturerbekriterien erfüllen: Die gemeinsam mit vier First Nations – den indigenen Völkern Kanadas – nominierte Stätte Pimachiowin Aki (Kanada) ist mit knapp drei Millionen Hektar das größte und am vollständigsten erhaltene Beispiel der borealen Ökoregion in Nordamerika. Die Nominierung des seit Jahrtausenden vom Volk der Anishinaabeg bewohnten Landes durch die First Nations stellt zudem ein Novum in der Geschichte der Welterbekonvention dar. Der Nationalpark Chiribiquete (Kolumbien) umfasst einzigartige Ökosysteme des Amazonas mit einer außergewöhnlich hohen Artenvielfalt und zählt in Bezug auf den Erhalt von Säugetieren, Amphibien und Vögeln zu den unersetzbaren Schutzgebieten der Welt. Ebenfalls zum Natur- und Kulturerbe zählt das Tehuacàn-Cuicatlán Tal in Mexiko.

Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), begrüßt die Anerkennung der beiden Gebiete: „Pimachiowin Aki und der Chiribiquete Nationalpark leisten nicht nur einen enorm wichtigen Beitrag dazu, die biologische Vielfalt zu erhalten und nachhaltige Entwicklungsziele zu erreichen. Sie sind zugleich herausragende Beispiele der engen Verbindung zwischen Natur- und Kulturerbe und zeigen eindrucksvoll, wie der Schutz und die Nutzung von Natur durch lokale Gemeinschaften über Jahrtausende erfolgreich realisiert werden kann.“

Die Internationale Naturschutz Union (IUCN) stellte während der Sitzung des Komitees die Ergebnisse eines vom BfN geförderten Forschungsvorhabens vor, in dem der Beitrag von Weltnaturerbe zur Erbringung von Ökosystemleistungen untersucht und Instrumente für Weltnaturerbestätten zur konkreten Evaluierung von Ökosystemleistungen entwickelt wurden.

Eine globale Analyse im Rahmen eines von BfN geförderten Projektes hatte bereits 2014 ergeben, dass die Weltnaturerbestätten in den Tropen und Subtropen insgesamt 5,7 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Waldbiomasse speichern. Das laufende Projekt ermittelte nun, dass Weltnaturerbestätten zusätzlich einen erheblichen Beitrag für die Speicherung des Kohlendioxids in Meeren leisten. Trotz ihrer relativ geringen Anzahl speichern die marinen Weltnaturerbestätten beispielsweise bis zu 7,5 Prozent des in Mangrovenwäldern gelagerten Kohlenstoffs weltweit. Mit ihren Mangroven, Seegras- und Salzwiesen sind sie wichtige Kohlenstoffdioxidsenken.

Prof. Beate Jessel: „Diese Studien machen deutlich, welche Bedeutung den UNESCO-Weltnaturerbestätten für die Erbringung von Ökosystemleistungen gerade mit Blick auf den Klimawandel zukommt. Es ist deshalb dringend notwendig, dass Welterbstätten diese Leistungen bewerten und Entscheidungsträgern die Verbindungen zwischen Ökosystemleistungen und menschlichem Wohlergehen vermitteln können. Das aktuelle Vorhaben von IUCN und BfN leistet dazu einen wichtigen Beitrag.“


Hintergrund:

Auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen derzeit 1.073 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. Kriterien für die Anerkennung als UNESCO-Welterbe sind unter anderem der außergewöhnliche universelle Wert der Stätte und ein Managementplan, der die Erhaltung des Erbes für aktuelle und zukünftige Generationen sicherstellt. Mit der Einschreibung in die Welterbeliste verpflichten sich die Vertragsstaaten, die Welterbestätten auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet zu schützen und somit für künftige Generationen zu bewahren.
Im Bereich UNESCO-Weltnaturerbe begleitet das BfN die deutschen Weltnaturerbestätten fachlich und arbeitet mit internationalen Akteuren bei der Umsetzung des UNESCO-Welterbeübereinkommens mit. Deutschland verzeichnet 42 Welterbestätten, darunter im Bereich Naturerbe das Wattenmeer (gemeinsam mit Dänemark und den Niederlanden), die serielle Stätte "Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas" (gemeinsam mit 12 weiteren europäischen Staaten) mit fünf deutschen Teilgebieten (Nationalparke Hainich, Jasmund, Kellerwald-Edersee und Müritz/Teil Serrahn und dem Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin).

Weitere Informationen:

BfN-Aktivitäten zum Welterbe in Deutschland: https://www.bfn.de/themen/internationaler-naturschutz/projekte/weltnaturerbe-in-deutschland.html
Welterbe und Ökosystemleistungen: https://www.bfn.de/themen/internationaler-naturschutz/projekte/welterbe-und-oekosystemleistungen.html


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Letzte Änderung: 12.11.2018

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