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Bundesamt für Naturschutz

Wildereibekämpfung in Afrika

Internationale Zusammenarbeit
Internationale Projekte
Forschungs- und Entwicklungsvorhaben
Biosphärenreservate als Modellregionen für Wildereibekämpfung in Afrika (BRAPA) und Flankierung der von Deutschland geförderten Naturschutzmaßnahmen in Afrika
Projektregionen
Afrika
Inhaltliche Schwerpunkte
UNESCO Biosphärenreservat
Nachhaltige Nutzung
Zuständiges Fachgebiet
Fachgebiet I 2.3 Internationaler Naturschutz
Laufzeit
12/2015 bis 11/2018

Beschreibung

Hintergrund

Wildereibekämpfung bildet einen aktuellen Schwerpunkt der deutsch-afrikanischen Zusammenarbeit im Naturschutz. Dabei stehen Großsäuger wie Elefant und Nashorn im Vordergrund, während die Wilderei auf ein breiteres Artenspektrum, teilweise zu Subsistenzzwecken, weiterhin einen bisher nicht quantifizierten Beitrag zum Verlust der Biodiversität leistet. Bisherige Ansätze der Wildereibekämpfung haben sowohl zu Erfolgen, als auch zu Misserfolgen geführt. Im Rahmen internationaler Maßnahmen gegen Wilderei wird die Bedeutung der lokalen Bevölkerung zunehmend deutlich und eine langfristige Lösung der Probleme vor Ort ist im Allgemeinen nur in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung möglich. Mittel- bis langfristig erfolgreiche Lösungsansätze müssen daher im Kontext von Armutsminderung und der Schaffung alternativer Nahrungs- und Einkommensquellen gesehen werden.

Gegenstand und Zielsetzung des Projekts

Gegenstand des Projekts ist die Wilderei auf Wirbeltiere in Subsahara-Afrika mit einem Fokus auf Subsistenzwilderei und Alternativen für den Lebensunterhalt (Einkommen und Nahrung). Das Thema soll modellhaft in UNESCO-Biosphärenreservaten Subsahara-Afrikas behandelt werden, deren Ausstrahleffekt als Modellregionen genutzt werden soll.

Ziel des Projekts ist eine detailliertere Situationsanalyse zur Wilderei auf Wirbeltiere in Subsahara-Afrika und die nachhaltige Optimierung der Wildereibekämpfung. Dazu soll das Projekt

  1. einen Überblick zur Situation der Wilderei auf Wirbeltiere und ihrer Bekämpfung in UNESCO-Biosphärenreservaten Subsahara-Afrikas schaffen (betroffene Arten und Umfang; Auslöser; Subsistenzwilderei und/oder Wilderei für den illegalen Handel; Lösungsansätze und Forschungsbedarf),
  2. Fallbeispiele aus diesen Gebieten analysieren, miteinander vergleichen und good/bad practices zur Wildereibekämpfung unter Einbezug von Studierenden afrikanischer Hochschulen untersuchen, Handlungsempfehlungen ableiten sowie
  3. fachliche Kapazitäten zur Wildereibekämpfung v. a. bei Biosphärenreservatsmanagern aufbauen (Workshop mit Wissenschaft und Praxis, Erarbeitung eines Policy Briefs).

Die Ergebnisse sollen in einer Abschlusspublikation veröffentlicht und der Fachöffentlichkeit vorgestellt werden. Mit dem Projekt soll langfristig ein nachhaltiger Impuls zur Bekämpfung der Wilderei und dem Erhalt der Biodiversität in Subsahara-Afrika geleistet werden.

Projektverlauf

Das Projekt wurde vom BfN auf der 4. AfriMAB-Generalversammlung im November 2015 in Accra (Ghana) vorgestellt. Am 1. Februar 2016 fand die Projektauftaktbesprechung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer in Bonn statt. 

Im April/Mai 2016 wird eine Umfrage unter den Managern der Biosphärenreservate Subsahara-Afrikas stattfinden, um eine Bestandsaufnahme zur Wilderei zu liefern. 

Basierend auf den Ergebnissen werden fünf Pilotgebiete ausgewählt, in denen 2017 von Studierenden lokaler Universitäten vertiefende Fallstudien durchgeführt werden, um Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren in der Wildereibekämpfung zu identifizieren. Daraus sollen anschließend Handlungsempfehlungen für Biosphärenreservats-Manager abgeleitet werden. 

2018 soll ein Workshop mit Studierenden, Hochschullehrern, Biosphärenreservatsmanagern und weiteren Experten stattfinden, auf dem u.a. ein Policy Brief zur Wildereibekämpfung für politische Entscheidungsträger (auf Englisch und Französisch) formuliert werden soll. 

Die Projektergebnisse werden abschließend veröffentlicht und in Bonn vorgestellt. 

Auftragnehmer

African Wildlife Foundation (AWF)
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