Bundesamt für Naturschutz

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Das Step-by-Step-Verfahren: Anforderung an ein gestuftes Konzept zur ökologischen Begleitforschung im Rahmen von Labor-, Gewächshausversuchen sowie von GVO-Freisetzungen als Grundlage für eine spätere Marktzulassung von GVO

Themengruppe:

Integration von Naturschutzaspekten in die Gentechnikpolitik


FKZ:

3507 89 060


Laufzeit:

15.11.2007 - 31.01.2008


Problemstellung und Ziele:

Als „Genetic Use Restriction Technologies“ (GURTs) werden biotechnologische Methoden zur Einschränkung der Nutzung und selbständigen Vermehrung von patentierten Genen etwa in Kulturpflanzen bezeichnet. Meist wird dabei die Genexpression von außen reguliert, wobei zwischen v-GURTs (Nutzungseinschränkung für bestimmte Sorten) und t-GURTs (Nutzungseinschränkung für bestimmte Eigenschaften) unterschieden wird. Als mögliche Risiken von GURTs werden neben sozioökonomischen auch ökologische Auswirkungen diskutiert. Aufgrund der ihnen zu Grunde liegenden komplexen Mechanismen der Genexpression wird etwa eine fehlerfreie Funktionsweise der verwendeten Methoden angezweifelt und außerdem eine Auskreuzung der Gene auf wildverwandte Arten befürchtet. Von Befürwortern wird angeführt, dass mit GURTs die Ausbreitung von Transgenen verhindert werden könnte („biological containment“).

In dem Vorhaben wurde der aktuelle Sachstand bzgl. GURTs und "biological containment" Methoden bei Kulturpflanzen und Hinweise auf Risiken ihrer Anwendung für die Biodiversität zusammengefasst. Es wurde dabei erarbeitet, welche GURTs bei den verschiedenen Kulturpflanzen bisher entwickelt wurden, welche sich bereits für Freilandtests eignen würden, an welchen GURTs und „biological containment“ Systemen zurzeit gearbeitet wird und welche Eigenschaften dadurch an einer Weiterverbreitung gehindert werden sollen. Weiter wurde analysiert, in welcher Weise und auf welchen Ebenen die verschiedenen GURTs, ihre Anwendung in Kulturpflanzen und der Einsatz regulierender Stoffe (z.B. Antibiotika) die biologische Vielfalt sowie deren nachhaltige Nutzung betreffen könnten, wie „biological containment" Systeme im Hinblick auf die Biodiversität zu bewerten sind und welche neuen Aspekte sich aus der aktuellen Diskussion um die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen zur Energiegewinnung sowie zur Erzeugung pharmakologischer Substanzen in Bezug auf GURTs und „biological containment systems“ ergeben.


Forschungsnehmer:

Dr. Martha Mertens

Institut für Biodiversität - Netzwerk e.V.

Drei-Kronen-Gasse 2

93047 Regensburg


Ansprechpartner im BfN:

Dr. Wolfram Reichenbecher FG II 3.3

Letzte Änderung: 04.03.2008

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