Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Naturverträglicher Ausbau der Windkraft an Land

Laufzeit: September 2012 bis Juli 2014

Durch die Beschlüsse der Bundesregierung wurden die Weichen für den Einstieg in das Zeitalter der erneuerbaren Energien gestellt.

Dabei spielt der Ausbau der Windenergienutzung an Land kurz- und mittelfristig eine bedeutende Rolle für die Stromversorgung. Die Windenergienutzung hat verschiedene Auswirkungen auf den Naturhaushalt, das Landschaftsbild und die Biodiversität. In einigen Bereichen bestehen jedoch noch erhebliche Kenntnislücken zu den Auswirkungen und wirksamen Maßnahmen zu deren Vermeidung.

Im Rahmen des F+E-Vorhabens sollten Leitplanken einer natur- und landschaftsverträglichen Windenergienutzung erarbeitet werden. Diese sollten so aufgearbeitet werden, dass sie von den Entscheidungsträgern auf den verschiedenen Planungsebenen und der Genehmigungsebene angewandt werden können. Dies beinhaltete unter anderem eine umfangreiche Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen, von Rechtsprechungen und dem Stand des Wissens zu den Auswirkungen der Windenergienutzung auf Natur und Landschaft.

Neben der grundlegenden Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Windenergienutzung, auch der von Kleinwindanlagen, auf Natur und Landschaft wurden deshalb die rechtlichen und planerischen Rahmensetzungen auf europäischer, nationaler und Bundesland-Ebene analysiert und bewertet. Zu den Rahmensetzungen gehörten z.B. die Standortwahl und –steuerung, der Untersuchungsrahmen bei Genehmigungsverfahren und dem nachfolgenden Monitoring, die Bestimmung des Ausgleichs- und Kompensationsbedarfs sowie die Gestaltung und der Anlagenbetrieb.

Ein Schwerpunkt des Vorhabens lag auf der Auseinandersetzung mit dem Ausbau der Windenergienutzung auf Waldstandorten, der in einigen Ländern notwendig ist, wenn die gesetzten Ausbauziele erreicht werden sollen. Da Wälder komplexe Ökosysteme sind, müssen sie im Hinblick auf ihre Eignung für die Windenergienutzung aus naturschutzfachlicher Sicht bewertet werden. Zu berücksichtigen waren neben den Schutzgebietskategorien des Bundesnaturschutzgesetzes, der Landeswaldgesetze, wertvolle Waldbiotoptypen und Funktionszuweisungen, die bspw. im Rahmen einer Waldfunktionskartierung zugeordnet wurden.

Das Thema Kleinwindanlagen stellte einen weiteren Schwerpunkt dar. Hierzu bestand zu deren Auswirkungen auf Natur und Landschaft nur begrenztes Wissen. Vor dem Hintergrund, dass ein rapide zunehmender Ausbau auch dieser Anlagentypen bei zunehmender Marktreife möglich wäre, sollten Möglichkeiten der Steuerung erarbeitet und dargestellt werden.

Das Vorhaben wurde durch die Universität Kassel, Fachgebiet Landschaftsentwicklung/ Umwelt- und Planungsrecht in Zusammenarbeit mit der Bosch & Partner GmbH, Berlin bearbeitet.



Letzte Änderung: 18.01.2017

 Artikel drucken