Bundesamt für Naturschutz

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Aktivitäten des BfN


Das Bundesamt für Naturschutz fördert und betreut eine Reihe von Forschungs- und Umsetzungsvorhaben zum Insektenrückgang sowie zur Erhaltung von Insekten-Lebensräumen.

Aktuelle Projekte des BfN

Malaisefallen sind die beste derzeit bekannte Methode, um ein breites Artenspektrum flugfähiger Insekten zu erfassen. (© M. Sorg/EVK)
Malaisefallen sind die beste derzeit bekannte Methode, um ein breites Artenspektrum flugfähiger Insekten zu erfassen. (© M. Sorg/EVK)

Im Jahr 2018 konzentriert sich das Amt auf eine vertiefte Analyse der Gefährdungsursachen sowie auf die Entwicklung eines systematischen Monitorings von Insekten, um die Datengrundlagen zu verbessern. Das bundesweite Insektenmonitoring soll zukünftig belastbare Daten zur Entwicklung der Insektenbestände liefern und dabei helfen, den Erfolg eingeleiteter Maßnahmen auf Bundesebene zu evaluieren. Noch fehlen bundesweit repräsentative, standardisiert erhobene Daten zu Langzeitveränderungen der Insektenfauna. Zusammen mit den Fachbehörden der Länder wird derzeit ein einheitlicher Methodenleitfaden zum Insektenmonitoring vorbereitet.

Weiterhin sollen am BfN die Datenlage zum Insektenrückgang durch die Unterstützung ehrenamtlicher Erfassungen und den Aufbau eines Insektenmonitorings verbessert sowie eine Vielzahl regionaler Daten zusammengeführt und öffentlich zugänglich gemacht werden. Mit Mitteln des Bundesumweltministeriums fördert das Bundesamt zudem zahlreiche Projekte und Maßnahmen zur Stärkung der Vielfalt der Insektenarten im Rahmen des „Bundesprogramms Biologische Vielfalt“ und begleitet diese Vorhaben wissenschaftlich. Das BfN ruft deshalb Verbände, Vereine, Kommunen, Genossenschaften und andere Akteure dazu auf, Projektskizzen zum Schutz von Insekten und zur Förderung der Insektenvielfalt einzureichen. Die Rahmenbedingungen sind unter https://biologischevielfalt.bfn.de/insektenaufruf.html online einsehbar.

Weitere laufende BfN-Projekte

  • Erstellung der Roten Listen Wirbellose Tiere (Band 3 (2011), Band 4 (2016), Band 5 in Arbeit): In den bereits veröffentlichten Bänden 3 und 4 der Roten Listen sind eine Vielzahl der in Deutschland nachgewiesenen Insektenarten erfasst. Für jede Art werden einzelne kurz- und langfristige Bestandstrends dargestellt und über die Gefährdungssituation informiert. Mehr über die Roten Listen

  • Strukturierte Auswertung verfügbarer Literatur bzgl. Rückgang von Insekten und mögliche Ursachen, Aufzeigen von Forschungslücken und -bedarf: 2018 wird am BfN eine Literaturstudie zur Qualifizierung und Quantifizierung des Rückgangs der Insekten einschließlich der Aufarbeitung der Kenntnislücken durchgeführt.

Vom BfN fachlich betreute und geförderte Vorhaben

Im „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ aktuell geförderte Projekte

  • Seit Januar 2018 läuft - gefördert durch das Bundesprogramm - das Pilotprojekt „Etablierung eines großflächigen Mischfruchtanbaus von Erbsen und Leindotter“. In dem Vorhaben eines Baufarbenherstellers werden Erbsen mit der seltenen Kulturpflanze Leindotter kombiniert. Leindotter bietet Insekten eine wertvolle Nektarquelle. Für die Landwirte ist der Wechsel von der Monokultur zum Mischfruchtanbau attraktiv, da sich mit dem Verkauf von nachhaltig erzeugtem Leindotteröl Zusatzerträge erwirtschaften lassen.

  • Im Projekt „WerBeo“ wird seit 2018 ein Werkzeug entwickelt, das die wissenschaftlich erfassten Beobachtungsdaten zu Tier- und Pflanzenarten aus verschiedenen technischen Systemen bundesweit zusammenführt und öffentlich zugänglich macht. Dadurch kann künftig schneller auf die Entwicklung der biologischen Vielfalt reagiert und gezielt gehandelt werden.Das Vorhaben läuft bis 2020 und wird federführend von der Professur Landschaftsökologie der Universität Rostock durchgeführt. Projekt „Werkzeuge zur Erfassung biologischer Beobachtungsdaten in Deutschland (WerBeo)“, 2017 –2020, Zuwendungsempfänger: Universität Rostock

  • Welche Beiträge die konventionelle Landwirtschaft zur Sicherung ausgewählter Ökosystemleistungen, wie der Bodenfruchtbarkeit, und zum Erhalt der Biodiversität erbringen kann, wird seit 2013 im Rahmen des „Bundesprogramms Biologische Vielfalt“ im Verbundvorhaben „Lebendige Agrarlandschaften“ des Deutschen Bauernverbandes in drei Teilprojekten erprobt:

Geplante Projekte

  • Vorbereitung des F+E-Vorhabens Insektenmonitoring: Überblick über Monitoring- und Erfassungsmethoden von Insekten und Spinnentieren, Eignung und Aussagekraft, 2018

  • F+E-Vorhaben: Konzeptentwicklung zum bundesweiten Insektenmonitoring, 2018 – 2019

  • F+E-Vorhaben: Gefährdungsursachenanalyse für Tiere, Pflanzen und Pilze, 2018 – 2020

  • Veranstaltung "Citizen Science und Insekten – Welchen Beitrag kann bürgerschaftliches Engagement für das Insektenmonitoring leisten?" am 5. und 6. November 2018 in Bonn: Vertreter und Vertreterinnen von Projekten, Verbänden und anderen gesellschaftlichen Gruppen stellen bestehende Projekte, Konzeptideen und Erfahrungen zur Einbindung Ehrenamtlicher in die Erfassung von Insekten und ihren Ökosystemleistungen, zur Netzwerk-, Natur- und Bewusstseinsbildung vor. Darauf aufbauend werden Möglichkeiten zukünftiger Zusammenarbeit mit dem geplanten bundesweiten Insektenmonitoring diskutiert.

Abgeschlossene Projekte in den Medien

Zahlreiche weitere vom BfN betreute und geförderte Projekte kommen der Insektenvielfalt zugute. Dazu gehört beispielsweise das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Holsteiner Lebensraumkorridore“, das von 2008 bis 2015 durch die Stiftung Naturschutz in Schleswig-Holstein lief. Der NDR berichtete über das Projekt.

Rote Liste Band 4: Wirbellose Tiere (Teil 2, 2016)
Cover der Roten Liste Band 4
Rote Liste Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1, 2011)
Cover der Roten Liste Band 3

Letzte Änderung: 11.06.2018

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