Bundesamt für Naturschutz

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Workshop "Moorschutzstrategien in Europa"

Bonn, 28. Oktober 2019

Intakte Moore sind hoch spezialisierte Ökosysteme, die eine Vielzahl wichtiger Funktionen bereitstellen. Große Flächen der Moorböden in Europa sind jedoch entwässert und werden genutzt. Dies führt zu einem Verlust vieler Funktionen und zu erheblichen Treibhausgasemissionen. Zum Schutz der Moore bzw. der Moorböden haben verschiedene Staaten in den letzten Jahren Moorschutzstrategien entwickelt oder sind zurzeit mit deren Erarbeitung beschäftigt. Expertinnen und Experten aus zwölf europäischen Ländern kommen am 28. und 29. Oktober 2019 in Bonn zusammen, um sich im Rahmen eines durch das BfN geförderten Workshops über Moorschutzstrategien auszutauschen.

Palsa-Moor in Nordfinnland (© Simone Krüger)
Das Foto zeigt ein Palsa-Moor mit Wollgras und offenen Wasserflächen.

Hintergrund zum Workshop

In Deutschland und einigen anderen Europäischen Staaten ist der größte Teil der Moorböden entwässert und landwirtschaftlich oder forstlich genutzt. Naturnahe Moorökosysteme kommen in diesen Staaten nur noch auf kleinen Restflächen vor. Sie bieten seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum und sind somit für die Erhaltung der biologischen Vielfalt bedeutend. Moorstandorte, deren Zustand und Nutzung haben zudem einen Einfluss auf den Landschaftswasserhaushalt und Nährstoffflüsse. Abhängig vom Wasserstand sind sie darüber hinaus klimawirksam, d.h. in nassem Zustand wirken sie als Kohlenstoffspeicher und in entwässertem Zustand als Treibhausgasquelle. Vor diesem Hintergrund sind Moorböden in den letzten Jahren zunehmend auch in den Fokus des Klima- und sonstigen Umweltschutzes gelangt. Deshalb ist es wichtig, dass der Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft als wichtigste Nutzer, die Wasserwirtschaft als weiterer zentraler Partner ebenso wie andere Akteure in die Bemühungen zum Schutz und zu einer nachhaltigen Nutzung von Moorböden einbezogen werden. Der Moorschutz bzw. Moorbodenschutz erfordert daher zunehmend umfassende Strategien.


Der seltene Sonnentau wächst in nährstoffarmen Hochmooren (© Simone Krüger)
Das Bild zeigt eine Sonnentau-Pflanze inmitten von Torfmoosen.

Moorschutzstrategien haben prinzipiell das Ziel, den Moorschutz durch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Umsetzung voran zu bringen. Welche der oben genannten Aspekte des Moorschutzes sie insbesondere adressieren und mit welchen Instrumenten sie umgesetzt werden, ist jedoch sehr unterschiedlich. Auch Deutschland ist zurzeit dabei, eine Moorschutzstrategie des Bundes zu erarbeiten. In einigen deutschen Bundesländern existieren bereits Moorschutzprogramme, darunter Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die Bundesregierung hat sich die Erarbeitung einer Moorschutzstrategie des Bundes mit ihrem aktuellen Koalitionsvertrag zum Auftrag gemacht. Erste Maßnahmen sollen noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden.   

Ziel des zweitägigen Workshops in Bonn ist es, sich zu den Zielen, Inhalten und Ansätzen der in verschiedenen europäischen Ländern existierenden und geplanten Moorschutzstrategien und den bisherigen Erfahrungen mit deren Umsetzung auszutauschen. Dies soll dazu beitragen, wichtige Elemente der Strategien zu identifizieren, die vor dem Hintergrund übergeordneter politischer Ziele z.B. aus den Bereichen Klimaschutz, Naturschutz und Gewässerschutz in diesen Strategien berücksichtigt werden sollten. Weiterhin wird der momentane Stand und der Bedarf der Integration verschiedener Aspekte des Moorschutzes in Strategien auf EU-Ebene diskutiert und weitere bestehende  internationale - für den Moorschutz relevante - Rahmenbedingungen vorgestellt.

Die Ko-Organisatoren des Workshops sind neben dem BfN die Michael Succow Stiftung und das Sekretariat des Abkommens über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung (Ramsar Konvention).


Links

Auf der Abbildung ist das Cover von BfN-Skript 454 "Peatlands in the EU Regulatory Environment" abgebildet.

BfN-Skripten 454 "Peatlands in the EU Regulatory Environment"

Programm

Letzte Änderung: 05.11.2019

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