Bundesamt für Naturschutz

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Transkript des Videos zum Sylter Außenriff


Die fischreiche Amrumbank ist als Lebensraumtyp Sandbank Teil des Naturschutzgebiets Sylter Außenriff – Östliche Deutsche Bucht. Es liegt weit vor der Küste Schleswig-Holsteins, in der ausschließlichen Wirtschaftszone der Nordsee. Das neu eingerichtete, 5.600 km² große Naturschutzgebiet umfasst die Bereiche des Vogelschutzgebietes Östliche Deutsche Bucht und des Fauna-Flora-Habitat-Gebietes Sylter Außenriff.

Nahrungsreiche Fronten und Auftriebsgebiete sorgen für einen außergewöhnlichen Reichtum an Fischen, gemeinsam mit vielfältigen Lebensgemeinschaften von Bodentieren. Entsprechend der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie werden auch seltene Wanderfischarten wie Flussneunaugen geschützt.

Steinblöcke durchdringen wie Inseln die sandigen Flächen. Sie sind dicht bewachsen mit hartsubstrat-typischen Lebensgemeinschaften aus Blättermoostierchen, Seeanemonen, Schwämmen und auch Rote-Liste-Arten wie der Toten Mannshand.

Bandartige Steinfelder entlang des Hangs des Elbe-Urstromtals sind von mit Seenelken und Essbaren Seeigeln, auch eine Rote-Liste-Art, dicht besiedelt. Zahlreiche Krebsarten finden hier Nahrung und Verstecke zwischen den Steinen. Diese Riffe, hier mit Seenelken, Seescheiden und Blättermoostierchen, gelten als einmalig in den küstenfernen Gebieten der deutschen Nordsee und sind durch geeignete Managementmaßnahmen zu erhalten. Solche Maßnahmen in Bezug auf Sand- und Kiesabbau oder Fischerei müssen vor allem die speziellen Bodenlebensgemeinschaften mit ihrem Artenreichtum schützen und ihre wichtigen Funktionen für größere Tiere, z.B. als Aufwachsgebiet von Jungfischen zahlreicher Fischarten, sichern.

Für Schweinswale hat das Gebiet eine herausragende Bedeutung: sie paaren sich hier und ziehen ihre Jungen auf. Der Nahrungsreichtum ist ein wesentlicher Grund dafür.

Von der guten Nahrungsverfügbarkeit profitieren auch bedrohte nordische Rastvögel wie die in diesem bedeutsamen Vogelschutzgebiet in hoher Zahl überwinternden und durchziehenden Stern- und Prachttaucher.

Dies gilt auch für Basstölpel, typische Brutvögel der Hochseeinsel Helgoland. In der Brutzeit fliegen diese eleganten Stoßtaucher zur Nahrungssuche von Helgoland in die Östliche Deutsche Bucht, und nehmen dabei weite Strecken auf sich. Außerhalb der Brutzeit halten sie sich fast ausschließlich auf dem Meer auf.

Kleine Heringe, Sprotten und Sandaale sowie andere Jungfische sind ihre bevorzugte Nahrung, ebenso wie für Tordalke und Trottellummen. Diese halten von der Wasseroberfläche aus Ausschau nach Beute und tauchen dann ab zur Jagd.

Darüber hinaus nutzen Robben das fischreiche Gebiet als Nahrungshabitat und durchschwimmen es zu ihren Ruhe- und Reproduktionsplätzen, z.B. auf Helgoland oder auf den Sandbänken des Wattenmeers. Dies gilt für die zahlreicheren Seehunde ebenso wie für Kegelrobben. Die Sicherung ihrer Nahrungsgebiete ist für den Erhalt eines kräftigen Bestandes beider Arten auch zukünftig von großer Bedeutung.