Bombina variegata (Linnaeus, 1758)

Gelbbauchunke

bis zu 56 mm große Unke mit kontrastreicher Unterseite

EU-Code: 1193, Anh. II, IV

Rote Liste Deutschland: 2 (2009)


Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gelbbauchunke erstreckt sich von Frankreich bis nach Südosteuropa. In Deutschland erreicht sie ihre nördliche bzw. nordöstliche Verbreitungsgrenze etwa in der Mitte des Landes. Besiedelt werden fast nur durch menschliche Tätigkeiten entstandene Lebensräume wie Kies- und Tongruben oder militärische Nutzungsflächen.


Fortpflanzung/Biologie

Die Laichablage erfolgt von Mai bis Juli in sonnigen, nährstoffarmen und sehr flachen (Kleinst-)Gewässern (z. B. Pfützen, Wagenspuren, kleine Tümpel). Die älteren Jung- und die Alttiere benötigen im Sommer außerdem größere Gewässer mit anhaltender Wasserführung als Rückzugsraum. Zur Überwinterung dienen frostsichere Verstecke wie verlassene Nagerbauten.


Gefährdung

Die Rekultivierung von Abgrabungen z. B. durch Auffüllen der Gruben führt zur Vernichtung der Lebensräume. Auch die natürliche Ansiedlung von Gehölzen in stillgelegten Abgrabungen oder aufgegebenen militärischen Nutzflächen sowie die fehlende Dynamik verringern besonders das Angebot geeigneter Laichgewässer.


Schutz

Vorhandene Lebensräume sollten geschützt werden. Eine geeignete Pflege v. a. das Entfernen von Gehölzen ist in den meisten Fällen unabdingbar. Es sollte ein großes Angebot verschiedener Gewässer (periodische und anhaltende Wasserführung) verfügbar sein. Ein Verbund der einzelnen Vorkommen sollte angestrebt werden.


Literaturhinweis

verändert nach:
Sy, T. (2004): Bombina variegata (Linnaeus, 1758). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(2): 32-44.


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