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Rosalia alpina (Linnaeus, 1758)


Alpenbock

bis 40 mm langer Bockkäfer

EU-Code: 1087*, Anh. II, IV

Rote Liste Deutschland: 2 (1998)


Verbreitung

Der Alpenbock ist in den kontinentalen und alpinen Bereichen Europas verbreitet. In Deutschland gibt es aktuelle Vorkommen nur in Baden-Württemberg und Bayern. Die Art besiedelt anbrüchiges (außen hartes und innen faules) Holz verschiedener Laubbäume in gut belichteten Buchenhangwäldern. Die Fundorte sind meist wärmebegünstigt.


Fortpflanzung/Biologie

Die Eiablage findet von Juni bis September z. B. in Borkenrissen absterbender Buchen statt. Die Entwicklung der Larven dauert 3-4 Jahre und findet im Holz statt. Die Verpuppung erfolgt ebenfalls im Holz. Die adulten Tiere erscheinen von Juli bis August und leben etwa 3-6 Wochen. Sie ernähren sich von ausfließenden Baumsäften.


Gefährdung

Intensive Forstwirtschaft führt häufig dazu, dass absterbende Bäume bzw. Totholz nicht mehr geduldet werden. Auch der Umbau von Laub(misch)- in Nadelwald vernichtet den Lebensraum des Käfers. Zum Abtransport bereitgelegtes Holz wird oft zur Eiablage genutzt. Die Tiere können nach erfolgtem Abtransport ihre Entwicklung jedoch nicht vollenden (Fallenwirkung).


Schutz

Bereits besiedelte oder in Kürze besiedelbare Bäume müssen in den Wäldern belassen werden. Das Angebot an geeigneten Brutbäumen sollte erhöht werden indem vermehrt Totholz in den Wäldern geduldet wird. Die Abstände zwischen den geeigneten Waldbeständen sollten so klein wie möglich sein, um einen Austausch zwischen den Vorkommen zu ermöglichen.


Literaturhinweis

verändert nach:
Bense, U.; Klausnitzer, B.; Bussler, H. und Schmidl, J. (2003): Rosalia alpina (Linnaeus, 1758). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Biewald, G., Hauke, U., Ludwig, G., Pretscher, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 1: Pflanzen und Wirbellose. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(1): 426-432.

Letzte Änderung: 12.06.2019

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