Notothylas orbicularis (Schwein.) Sull.


Kugel-Hornmoos

gelbgrünes, rundlich gelapptes, rosettenförmiges Hornmoos

EU-Code: 1396, Anh. II

Rote Liste Deutschland: 2 (2018)


Verbreitung

Die Art ist in Europa auf die Hügel- und Berglagen Mitteleuropas beschränkt und dort nur von wenigen Stellen bekannt. Aktuelle Vorkommen in Deutschland liegen in Hessen und Rheinland-Pfalz. Die wärmeliebende Art besiedelt vegetations- und kalkfreie Störstellen z. B. in extensiv bewirtschafteten Äckern oder offene Böden an Fluss- und Seeufern.


Fortpflanzung/Biologie

Die einjährige und einhäusige Art lebt in Symbiose mit Blaualgen und bildet große Sporen, die im Herbst zwischen September und Oktober reifen. Sie ist sehr unstet und zeigt starke jährliche Populationsschwankungen. Während sie in nassen Jahren große Dichten erreichen kann, kann sie in trockenen Jahren ganz ausfallen.


Gefährdung

Die Art ist sehr konkurrenzschwach und verschwindet, bei zunehmender Sukzession, schon innerhalb von 1-2 Jahren. Die Art ist vermutlich weniger durch Herbizideinsatz und Düngung, als durch die Einsaat einer Zwischenfrucht bzw. Gründüngung und vor allem das Umbrechen der Äcker unmittelbar nach der Ernte gefährdet.


Schutz

Erforderlich für den Schutz der Art in Deutschland ist in erster Linie der Erhalt der Ackerwirtschaft in den Höhenlagen der Mittelgebirge (Westerwald, Vogelsberggebiet). Anzustreben ist auch eine Extensivierung der Ackernutzung im Rahmen von staatlichen Agrarumweltprogrammen. Das Umbrechen der Stoppeläcker sollte so spät wie möglich im Jahr erfolgen.


Literaturhinweis

verändert nach:
Hachtel, M.; Ludwig, G. und Weddeling, K. (2003): Notothylas orbicularis (Schwein.) Sull. In: Petersen, B., Ellwanger, G., Biewald, G., Hauke, U., Ludwig, G., Pretscher, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 1: Pflanzen und Wirbellose. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag)- Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(1): 287-293.


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