Barbastella barbastellus (Schreber, 1774)

Mopsfledermaus

mittelgroße, sehr dunkle Fledermaus

EU-Code: 1308, Anh. II, IV

Rote Liste Status (D) 1


Verbreitung

Die zentral- und osteuropäisch verbreitete Art hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in der kontinentalen und mediterranen biogeografischen Region. Sie fehlt in Deutschland nur im äußersten Norden und Nordwesten. Ihre Sommerquartiere befinden sich hinter Baumrinde u. a. Die Jagdgebiete sind überwiegend in Wäldern, die Winterquartiere in Bäumen und Gebäuden.


Fortpflanzung/Biologie

Die Paarungszeit liegt zwischen Spätsommer und Frühjahr. Die 1-2 Jungen werden im Juni geboren. Die Wochenstuben umfassen meistens nur 10-15 Weibchen, selten bis zu 30 oder mehr. Die Männchen leben während der Wochenstubenzeit allein oder in kleineren Gruppen, getrennt von den Weibchen, manchmal aber auch in unmittelbarer Nachbarschaft.


Gefährdung

Spalten an Bäumen sind durch forstliche Maßnahmen sowie im Zuge der Verkehrssicherung selten geworden. Pflanzenschutzmittel in der Land- und Forstwirtschaft vergiften die Art direkt bzw. ihre Nahrungsgrundlage (Kleinschmetterlinge). Lokale Vorkommen können durch Straßenverkehr (Kollisionen mit Autos) gefährdet sein.


Schutz

Zum Schutz der Art ist eine Erhöhung des Totholzanteils in Wäldern sowie ein Verzicht auf Straßenneubauten im Umkreis von 10 km von Wochenstubenquartieren erforderlich. Wichtig sind der Erhalt bzw. die Anlage von Gehölzstrukturen entlang wenig genutzter Wege, die Anlage von Spaltenquartieren an Gebäuden sowie der Erhalt einer reichen Schmetterlingsfauna.


Literaturhinweis

verändert nach:
Boye, P. und Meinig, H. (2004): Barbastella barbastellus (Schreber, 1774). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(2): 351-357.


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