Unio crassus (Philipsson, 1788)


Bachmuschel

bis zu 7 cm lange Art aus der Familie der Flussmuscheln

EU-Code: 1032, Anh. II, IV

Rote Liste Status (D) 1


Verbreitung

Bis auf die Britischen Inseln, die Iberische Halbinsel und Italien kommt die Art in weiten Teilen des europäischen Festlands vor. Die aktuellen Hauptvorkommen in Deutschland liegen in Süddeutschland und im westlichen Teil Nordostdeutschlands. Die Bachmuschel lebt in schnell fließenden Bächen und Flüssen, deren Untergrund gut mit Sauerstoff versorgt ist.


Fortpflanzung/Biologie

Bachmuscheln sind streng getrenntgeschlechtlich und gelten als Kurzzeitbrüter. Im April/Mai beginnt die Fortpflanzung, wobei die Weibchen bis zu 200.000 Eier entwickeln. Für die Entwicklung der Jungmuscheln ist eine parasitäre Phase an einem Wirtsfisch erforderlich. Zur Ernährung werden Schwebstoffe aus dem Wasser ausgefiltert.


Gefährdung

Für die Art sind folgende Hauptgefährdungsfaktoren zu nennen: Verschlechterung der Wasserqualität (z. B. Einleitung von Abwässern), Veränderung der Gewässerstruktur (z. B. Begradigung und Verrohrung), Gewässerversauerung (z. B. durch sauren Regen), Änderung der natürlichen Fischfauna sowie Freizeit- und Erholungsnutzung.


Schutz

Vordringlich sind Biotopschutzmaßnahmen, die das Gewässer selbst und sein Einzugsgebiet als Lebensraum sichern. Als Wassergüte in Bachmuschelgewässern ist ein Wert von I-II (höchstens II) anzustreben und nötigenfalls durch geeignete Maßnahmen herzustellen. Zur Verringerung eines direkten Schadstoffeintrags ist die Anlage von Uferschutzstreifen sinnvoll.


Literaturhinweis

verändert nach:
Colling, M. und Schröder, E. (2003): Unio crassus (Philipsson, 1788). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Biewald, G., Hauke, U., Ludwig, G., Pretscher, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 1: Pflanzen und Wirbellose. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag)- Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(1): 649-664.


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